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Dax: Nutzt er die Chance? Bremsen kann ihn wohl nur die Wall Street..

FMW-Redaktion

Nach dem gestrigen, sehr starken Auftritt des Dax, hat der Index heute die große Chance auf einen Ausbruch nach oben. Der kurzfristige Abwärtstrendkanal ist gestern – mit dem Rückenwind starker Auto-Aktien – nach oben überzeugend gebrochen worden. Nun wartet eine massive Widerstandszone zwischen 12300 und 12345 Punkten, die es zu überwinden gilt:

Klar: charttechnisch hat die gestrige Bewegung die Ausgangslage deutlich verbessert. Da der Dax besonders sensibel auf das Thema Nordkorea reagiert, waren die Aussagen Trumps, dass die militärische Lösung nicht seine erste Option sei, ein starker Positiv-Faktor. Was es jetzt noch bräuchte, wären dovishe Aussagen von Draghi, die den Euro unter Druck bringen – dann wäre der Weg auch über diese Widerstandszone frei!

Es gibt jedoch ein großes „Aber“! Und das sind die US-Märkte, die gestern nur minimal im Plus geschlossen hatten, heute aber den Bericht verdauen müssen, dass Gary Cohn wohl nicht neuer Fed-Chef werden wird, weil er bei Trump gewissermaßen in Ungnade gefallen sei aufgrund seiner Kritik an den Aussagen Trumps über die Ereignisse in Charlottesville. Das bedeutet: Cohn wird absehbar auch als Wirtschaftsberater Trumps zurück treten – und damit verliert die Wall Street eine zentrale Schachfigur in diesem Spiel, eine Art Garanten auch dafür, dass die Steuersenkungen wirklich kommen.

Denn die Wall Street wusste: wird Cohn neuer Fed-Chef, dann wird er uns nicht weh tun, schließlich kennt er doch unsere Wünsche und Bedürfnisse und ist Unseresgleichen, ausserdem ein Mann der Praxis und nicht so theoretisch wie Yellen. Gestern noch hatte übrigens Goldman-Chef Blankfein seinen Hut für Cohn in den Ring geworfen – und dabei, wie auch Deutsche Bank-Chef Cryan, vor Blasenbildungen an den Märkten gewarnt.

Mit anderen Worten: das Risko, das der Dax jetzt hat, ist weniger – wie Wochen zuvor – eine innere Schwäche, sondern dass die Wall Street nicht mehr mitspielt. Zwar wird auch dort der Deal zwischen Trump und den Chefs der Demokraten zur temporären Anhebung der US-Schuldengrenze positiv gesehen – aber Trump entfernt sich damit immer mehr von den Republikanern, die gegen diesen Deal opponiert hatten. Trump macht damit klar, dass er auf die Republikaner pfeift, wenn er die Chance hat, mit der Oppositon zu dealen. Das werden die maßgeblichen Republikaner wie Ryan und McConnell nicht vergessen: vielleicht hat sich damit Trump, bidlich gesprochen, sein eigenes Grab geschaufelt!

Wie auch immer: jetzt heißt es erst einmal abwarten, was Draghi zu bieten hat. Zu erwarten ist ein Spagat zwischen unangenehmen Wahrheiten (Tapering muss so oder so kommen) und einer beruhigenden Botschaft an die Märkte..



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