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Dax: Pessimismus der Investoren jetzt auf Rekordniveau

Nach der letzten Ausverkaufswoche beim Dax durfte man gespannt auf die neuesten Umfragen zur Anlegerstimmung sein, die am Wochenende erhoben wurden. Und siehe da, der Absturz der Kurse hinterließ seine Spuren in der Psyche der Anleger, das Sentiment rauschte ebenso in die Tiefe.

Dax: Das Ergebnis der Auswertung

Stephan Heibel, der Leiter der Umfrage des Handelsblatts, fasste die Wochenumfrage so zusammen: „Im besten Fall werden wir noch einige Wochen lang eine Seitwärtsbewegung sehen und im schlechtesten Fall jedoch kann es auch nochmals tiefer gehen.“ Die Sentimentumfrage seines Analysehauses AnimusX im Auftrag der großen Wirtschaftszeitung deutete schon vor dem Wochenbeginn an, dass der Dax zwar reif sei für eine Gegenbewegung – nach dem rekordverdächtigen Einbruch des deutschen Lieitindex von 12,4 Prozent innerhalb von fünf Börsentagen – aber dass man daraus noch kein Ende der Korrektur ableiten könne.

Sein recht aussagekräftiger 5-Wochendurchschnitt sei zwar regelrecht abgestürzt, aber nicht so tief, dass der Boden für eine Wende erreicht sei.

Der große Pessimismus

Der Fall des Dax und der internationalen Börsen hat sich sehr auf die Stimmung der befragten deutschen Anleger ausgewirkt. Mit einem Wert von minus 8,2 ist die kurzfristige Stimmung auf das bisher tiefste Niveau seit Erhebung des Dax-Sentiments gefallen (Start der Umfragen September 2014), wie auch seit Beginn der Stimmungsumfrage des Analysehauses Animusx, die es bereits seit 2006 gibt. Das Resultat einer totalen Verunsicherung der Anleger gerade zum Wochenschluss, vor dem man in großer Panik aus dem Markt ausgestiegen war.

Die mittelfristigen Erwartungen zum Dax

Konträr zu den kurzfristigen Erwartungen stellen sich gemäß der Umfrage die Annahmen an die Erwartungen schon auf eine Zweiwochensicht dar.

Die Anleger stufen die Ausverkaufsstimmung beim Dax als gute Kaufgelegenheit ein und gaben tatsächlich an, in den kommenden Wochen zukaufen zu wollen.

Mit plus 3,4 Prozent ergab sich ein derart großer Optimismus, wie es ihn zuletzt vor Donald Trumps Steuerreform zum Jahresende 2017 gegeben hatte.

Schon sehr ungewöhnlich diese Investitionsbereitschaft, schließlich gibt es keine Garantie, dass Sars-CoV-2 tatsächlich rasch in den Griff gebracht werden kann.

Die Terminmärkte

An den Terminmärkten für Privatanleger und Professionelle, Euwax und Eurex, erkannte Stephan Heibel vor Wochenschluss ein neutrales Verhalten der Investoren. Eine ähnliche Positionierung sah er auch für die USA, wo das Put/Call-Ratio an der Chicagoer Terminbörse CBOE ebenfalls auf eine neutrale Positionierung schließen ließ.

Die US-Privatanleger hingegen wurden sehr pessimistisch mit einer Bärenquote von minus neun Prozent und auch die Fondsmanager haben laut Heibel reagiert: Mit einer Reduzierung der Investitionsquote auf 65 Prozent, dies entspricht einem Rückgang von 22 Prozent. Dies war der Stand vor dem fulminanten Börsenhandel am Montag, dem 1293-Punkte-Rekordsprung beim Dow Jones, wo sich diese Investitionszahl schon wieder deutlich verändert haben dürfte.

Fazit

Dies war das Ergebnis einer Umfrage, die bereits am Wochenende abgeschlossen wurde. Sie zeigt, wie schnell es aus verhaltenspsychologischer Sicht zu Umschwüngen kommen kann. Neben den fundamentalen Daten, die nach dem Stillstand der Wirtschaft in China aber eine erhebliche längere „Halbwertszeit“ haben dürften, spielt die Psychologie derzeit eine gewaltige Rolle.

So gibt es nach meiner Auffassung kurz- und mittelfristig eine entscheidende Fragestellung: Reißen die fallenden Kurse beim Dax und anderen Aktienmärkten mit ihren Auswirkungen auf die Vermögen und den Konsum die Volkswirtschaften unmittelbar in die Rezession – oder gelingt es den Notenbanken und den Staatsregierungen mit koordinierten monetären und fiskalischen Maßnahmen noch einmal das Drohende abzuwehren und den wirtschaftlichen Absturz aufzuhalten?

Der Abverkauf des Dax hat die Stimmung der Investoren verhagelt

Foto: Deutsche Börse AG



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