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Dax: „planmäßig durchschritten“

FMW-Redaktion

Wer ein seltsames Hobby frönt und sich für die dunkle Vergangenheit Deutschlands zwischen 1933 und 1945 interessiert, ist vielleicht einmal auf die sogenannten Wehrmachtberichte gestoßen: dort berichtete die Wehrmacht über den Verlauf des Krieges. Und als nach Stalingrad die Kriegs-Sache irgendwie nach hinten losging, findet sich in der Folge immer öfter die Formulierung in den Berichten der Wehrmacht, man habe diese oder jene Stadt in Russland „planmäßig durchschritten“ – eine schöngefärbte Formulierung für Rückzug oder sogar in Einzelfällen ungeordnete Flucht deutscher Soldaten.

Weil aber das Wort „Rückzug“ für den „Gröhaz“ (Flüsterwitz im Dritten Reich für „Größter Feldherr aller Zeiten“, gemeint war Hitler) unbedingt vermieden werden mußte, schrieb die Wehrmacht in ihre Berichte eben die Formulierung „planmäßig durchschritten“. Und da wir auf FMW einen „Gröbaz“ (Größter Bulle aller Zeiten) als Video-Ersteller haben, der die Jahrhundert-Rally ausgerufen hat, kann also der Dax innerhalb dieser Jahrhundert-Rally schlicht nicht fallen – er durchschreitet einfach planmäßig bestimmte Kursmaken und Unterstützungen. Vorübergehend selbstverständlich!

Dax1905163

Noch hält die 9750er-Unterstützung nach dem planmäßgen Durchschreiten der 9800er-Unterstützung. Aber wenn wir einmal ganz keck sind und uns Formulierungs-technisch ganz ganz weit aus dem Fenster hängen, könnten wir vielleicht sagen: das gestrige Fed-Protokoll ist für die Aktienmärkte das, was für die Wehrmacht Stalingrad war. Bums..

Gestern schrieb ein Kommentator, als wir uns im Gefolge des Fed-Protokolls skeptisch zu den Aktienmärkten äußerten, dass der Dax am Freitag wieder bei 10200 Punkten handeln würde. Nicht ganz ausgeschlossen, aber doch recht unwahrscheinlich, wie uns scheint. Hoffentlich hat der geneigte Kommentator da nicht die 10 mit einer 9 verwechselt..



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3 Kommentare

  1. Respekt, Herr Fugmann! Geistreicher und mutiger Kommentar!

    Beste Grüße

  2. Hmm … dann hoffe ich mal stark, dass in der heutigen Abendsendung wieder der zackige Major auftaucht und schonungslos die DAX-Lage vorträgt. Dabei können die „Long Anleger“ ruhig mal ordentlich angeschnauzt und die bevorstehende Ausbruch gen Süden aus der 10.000er-Festung thematisiert werden ;-)

    Boah, war das jetzt martialisch *gg

    VG Karl

  3. Ich bin seit 10. Mai Short Emini S&P500 und fühle mich wohl dabei. 2035 halten einstweilen noch, sowie 9750 im Dax. Noch. In Anbetracht der fundamentalen Umstände, frage ich mich woher im kurzen Zeitfenster (Bis Brexit) maßgebende Impulse für die Bullen kommen sollen? Ich bin ein zuversichtlicher optimistischer Typ, allerdings sprechen die Zeichen der Zeit IMO für Kursnotierungen südlich der 10000. Beim Level 9912 verläuft die Trennlinie zwischen Bären- und Bullenmarkt (Daumenregel 20% vom letzten zyklischen High). Dem Dax traue ich zu im Jahr 2016 im Idealfall das Gap bei 10735 zu schließen mit Überschüssen Richtung 11000, aber das wars dann schon wieder.

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