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Dax: Privatanleger hoch investiert – wenig Absicherungsgeschäfte

Dax Privatinvestoren investiert

Der DAX hat sich in der abgelaufenen Woche vom Schock der Vorwoche zwischenzeitlich ein wenig erholt. Entsprechend sollte sich eigentlich auch das Anlegersentiment ein wenig aufhellen.

Dax: Das Anlegersentiment

Die Anlegerstimmung ist vom Extremwert von -4,8 auf nur noch -2,5 angestiegen und hat somit die extreme Niedergeschlagenheit überwunden. Schlecht gelaunt sind die Anleger noch immer, aber dazu gibt es nach wie vor ausreichend Gründe. Die Inflation droht auszuufern, die Erfolgsaktien der vergangenen zwei Jahre werden gnadenlos ausverkauft und zumindest hierzulande scheinen Coronalockerungen noch immer in weiter Ferne.

Die Verunsicherung, die Anleger in den drei Vorwochen befallen hatte, ist ebenfalls zurückgegangen (von -4,6 auf -1,9). Wirklich zufrieden ist nach wie vor niemand mit der aktuellen Börsenentwicklung. Doch der Umstand, dass der DAX die 15.000 Punkte wiederholt NICHT unterschritten hat, sorgt zumindest für eine leichte Bestätigung dessen, dass wir es (noch?) nicht mit einem Bärenmarkt zu tun haben.

Doch Optimismus gibt es dennoch kaum. Die Zukunftserwartung ist mit einem Wert von +1,0 nach wie vor neutral. Bullen und Bären halten sich die Waage, wenn man berücksichtigt, dass Bullen historisch immer ein paar mehr sind.

Die Investitionsbereitschaft verharrt dementsprechend ebenfalls mit einem Wert von 1,0 auf einem niedrigen Niveau. Für Käufe haben nur wenige Anleger bereits Mut.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger zeigt mit einem Wert von +4 schon wieder moderaten Optimismus an. Das Schlimmste der Januar-Korrektur ist vorüber, interpretieren die Privatanleger, die über die Euwax mit Optionsscheinen spekulieren.

Die Profis, die über die Eurex spekulieren, fürchten jedoch Schlimmeres: Das Put/Call-Verhältnis ist auf 2,4% angesprungen und zeigt einen deutlichen Überhang der Put-Absicherungen. Profis sichern sich gegen weitere Kursverluste ab.

Nicht so extrem, aber in der Tendenz ähnlich sieht es in den USA aus: Das Put/Call-Verhältnis der CBOE ist auf das höchste Niveau seit dem Corona-Crash gestiegen und signalisiert eine gestiegene Absicherungsneigung der US-Anleger.

US-Fondsmanager haben ihre Investitionsquote auf dem niedrigen Niveau bei 67% belassen. Auch hier bevorzugt man eine defensive Gangart.

Die Privatanleger in den USA haben, ähnlich den Privatanlegern in Deutschland, ihre Furcht ein wenig zurückgefahren. Das Bulle/Bär-Verhältnis hat sich von -30% auf -11% normalisiert. 35% Bären stehen 24% Bullen gegenüber. Mit 40% ist das Lager der Neutralen so groß wie seit einem Jahr nicht mehr. Anders ausgedrückt: Die Anleger haben derzeit keine Ahnung, wohin die Reise geht.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 steht bei 33% und notiert damit auf vergleichsweise neutralem Terrain.

Interpretation der Stimmung im DAX

Vor einer Woche interpretierten wir, dass der DAX aus seiner engeren Handelsspanne zwischen 15.000 und 15.600 Punkten kaum wird ausbrechen können, da aus Sicht der Sentiment-Theorie in beide Richtungen Fangnetze eingebaut waren. Auf der einen Seite ist der 5-Wochendurchschnitt des Sentiments auf einem extrem negativem Stand und signalisiert somit eher einen Boden der Korrektur, was ein Durchrutschen unter 15.000 Punkte unwahrscheinlich machte. Auf der anderen Seite sind die von uns befragten Anleger noch immer sehr hoch investiert und haben daher beim Erreichen des oberen Endes der Handelsspanne eher die Absicht zu verkaufen als zu kaufen.

So pendelte der DAX diese Woche genau zwischen diesen beiden Marken. Die Stimmungslage beruhigte sich, dennoch bleiben die Leitplanken der Vorwoche bestehen: Die Investitionsquote der Anleger ist diese Woche leicht angestiegen und nach wie vor auf einem hohen Niveau. Auf der anderen Seite ist das 5-Wochensentiment extrem negativ und macht einen fortgesetzten Ausverkauf unwahrscheinlich.

Die Handelsspanne bleibt also bestehen, wobei ein leichtes Überschießen in beide Richtungen einkalkuliert werden sollte.

Es ist auffällig, dass insbesondere Privatanleger nach wie vor hoch investiert sind und wenig Absicherungsgeschäfte tätigen, wohingegen die Profis mit niedriger Investitionsquote segeln (siehe US-Fondsanleger) und auch viele Absicherungsgeschäfte getätigt haben. Es gibt offensichtlich unterschiedliche Erwartungen und in der Regel vertraut man den Profis, während die Privaten häufig als Kontraindikator gewertet werden. Diese Sichtweise würde für weiteren Druck auf den Aktienkursen sprechen.

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