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Dax: Privatanleger so optimistisch wie noch nie in 2016!

Die Stimmung vor allem bei den Privatanlegern ist so euphorisch wie noch nie in diesem Jahr – aber da lauert eine Gefahr, die wohl die Wenigsten „auf dem Zettel haben“..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Das war so nicht erwartet worden: der Sieg Trumps mit anschließendem Abverkauf, der jedoch nicht lange dauerte. Hat es den einen oder anderen, der auf der Long-Seite investiert war, aus dem Markt gekegelt? Oder ist man tapfer sitzen geblieben, gestärkt durch die Brexit-Erfahrung, dass ja sowieso alles wieder nach oben läuft?

Die Stimmung jedenfalls ist derzeit gerade bei den Privatanlegern in Deutschland schon herausragend gut – so gut wie noch nie in diesem Jahr! So zog laut neuester Umfrage der Deutschen Börse der ohenhin schon hohe Optimismus um weitere 8 Punkte bei den Privatanlegern nach oben – auf nun 65%! Bei den Profi-Investoren hingegen war man vor der US-Wahl hingegen deutlich vorsichtiger – das Lager der Bullen verlor dort 4% auf nun 53%.

Die Bären sind bei den Privaten eine aussterbende Gattung – der Zuwachs der Bullen geht fast komplett auf Kosten der Pessimisten, die nun nur noch 19% stellen (-7%), bei den Profis 29% (+1% zur Vorwoche).

Neutral sind bei den Privaten nun schlanke 16% (-1% zur Vorwoche), bei den Profis 18% (+3%). Man hat also eine Meinung – und entgegen der üblichen Meinung, dass doch so viel Geld an der Seitenlinie geparkt sei, ist das aus diesen Daten jedenfalls nicht ablesbar. Im Gegenteil: der Anteil der auf der Long-Seite Investierten ist vor allem bei den Privatanlegern sehr hoch, auch viele Profis dürften gestern dann auf den fahrenden Zug nach oben aufgesprungen sein.

Joachim Goldberg schätzt die Stimmungslage so ein:

„Per Saldo sind also die Stimmungen bei institutionellen und privaten Anlegern deutlich auseinander gedriftet. Gut möglich, dass sich vor allen Dingen Erstere einen deutlicheren Kursrückgang des DAX im Falle eines Wahlsiegs von Donald Trump versprochen hatten und daher mit größeren Kaufengagements abwarten wollten.

Orientiert man sich im Großen und Ganzen weiterhin an der Konsolidierungszone, die sich grob zwischen 10.200 und 10.800 DAX-Zählern verorten lässt, scheint der Plan vieler institutioneller Akteure, richtig günstig bei den deutschen Standardwerten zuzugreifen, bislang nicht aufgegangen zu sein. Das derzeitige Stimmungsbild vermittelt eher den Eindruck, dass es zu derartigen Schnäppchen wohl nicht kommen wird.

Sollte sich der DAX also noch einmal von seiner schwachen Seite zeigen, wäre die Nachfragesituation gegenüber den vergangenen beiden Stimmungserhebungen deutlich verbessert. Mehr noch, ein deutlicher Kursanstieg könnte die Zauderer von heute sogar in Bedrängnis bringen. Denn spätestens dann wäre für alle klar, dass die Jahresendrallye entgegen aller politischen Unwägbarkeiten bereits begonnen hat.“

Möglich, dass Goldberg Recht hat und es zu keinem deutlichen Rücksetzer mehr kommen wird, wodurch vor allem noch einige Profis in den Markt gezwungen würden. Aber sicher ist es eben nicht – denn nach dem heftigen Anstieg ist der Markt nun schon überkauft, die Privaten sind ja ohnehin schon drin.

Die Musik aber, das sei einmal erwähnt, spielt nicht eigentlich am Aktienmarkt, sondern am Anleihemarkt, wo es gestern zu einem regelrechten Crash der US-Staatsanleihen gekommen ist seit klar war, dass Trump gewinnen würde (Gerücht um starke Verkäufe der Chinesen). Geht das so weiter, besteht die reale Gefahr, dass das Blutbad am Anleihemarkt, der ja ungleich größer und bedeutender ist, auf den Aktienmarkt ausstrahlt. Darin liegt derzeit die größte Gefahr für die Bullen!

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    Peter

    10. November 2016 11:14 at 11:14

    Ja ja, die blöden Privatanleger …
    Mangels Alternativen höre ich von immer mehr Nicht-Aktionären, die jetzt auch Aktiven kaufen, egal ob direkt oder per Aktiensparen.
    Und wieviel Nachholbedarf die Deutschen beim Thema Aktienkauf gegenüber anderen Nationen haben muss ich FMW nicht erklären, das wisst Ihr selber.
    11k wir kommen… :-)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      10. November 2016 11:16 at 11:16

      @Peter, Ihr Argument („Mangels Alternativen höre ich von immer mehr Nicht-Aktionären, die jetzt auch Aktiven kaufen, egal ob direkt oder per Aktiensparen.“) spricht nach meiner Auffassung eher gegen die 11.000..

      • Avatar

        Peter

        10. November 2016 11:31 at 11:31

        Das enscheidente Worte war „Nachholbedarf“ der Deutschen…

        Wo stecken denn die Leute Ihr immer mehr vorhandenes Geld hin?
        Ausser Immobilien fällt mir da nicht viel ein.
        Lebensversicherungen sind out, Anleihen zu teuer und unrentabel, Edelmetalle sind jetzt auch nicht so beliebt wie in Asien…

        • Markus Fugmann

          Markus Fugmann

          10. November 2016 11:33 at 11:33

          @Peter, alles richtig, aber in Sachen Aktien und Deutschen muß man wohl mit Gorbatschow sagen: wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! Das riecht nach „Schlachtbank“, weil die Leute glauben, nun Versäumtes (Aktien) nachholen zu müssen. Aber wir werden sehen..

          • Avatar

            mona

            10. November 2016 13:00 at 13:00

            Genau..im Jahre 2000 (damaliges Allzeithoch),wurden Provisionsgeier losgeschickt,um Fondgebundene LVs an den Mann zu bringen!
            Was ist dann geschehen und wie war damals die Euphorie am Markt?
            Schaut man die Abverkaufs-Lunten die letzten Wochen an,dann weiß man doch ,wo die Reise hin geht…
            Im März 2015,war der „Tag der Aktie“,im April 15 war Allzeithoch…und heute,wo steht der DAX jetzt?
            Wer mind.bei zwei Crashes an der Börse live dabei war,weiß auch,was jetzt zu tun ist.

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      Wolfgang Koch

      10. November 2016 11:24 at 11:24

      11k wir kommen.Was soll denn der Quatsch?Die Stürme werden ständig mehr&heftiger,das ist Fakt.Die,durch die Nuttenbanken ausgelöste Instabilität des Finanzmarkttankers(Anleihen ins minus,Aktien,Aktien über alles,über alles in der Welt(bekannt?)wird bald Realität werden.Wenn alle auf die sonnengeflutete Seite des Schiffs rennen,was wird wohl passieren?Der Kahn kentert&säuft ab!SOS!

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        Peter

        10. November 2016 11:34 at 11:34

        10k sind in jedem Fall 100x realistischer als die von irgendwelchen Idioten genannten 7k oder 8k…

        • Avatar

          Peter

          10. November 2016 11:38 at 11:38

          Sorry, meinte 11k…

  2. Avatar

    Harry Pasiak

    10. November 2016 15:08 at 15:08

    Wir werden sehen… Ich glaube aber dennoch, dass wir in der Phase der Übertreibung am Aktienmarkt angelangt sind, wo jeder, der bis dato noch nicht gekauft hat, schnell auch noch profitieren möchte… Was danach kommt? Ich glaube das, was immer nach solchen Phasen kommt – eine klare Bereinigung gen Süden! Meine Aktien habe ich heute, ich bin Privatanleger, komplett an den Markt verkauft. Die Kursübertreibungen seit gestern sind mir suspekt. Ich warte nun auf die nächste, wirklich gute Kaufgelegenheit. Einige werden mich sicher belächeln, aber sie haben mich auch belächelt, als ich am 5. November vor der US-Wahl Donald Trump als neuen US-Präsidenten benannt habe. Da waren fast alle noch der Überzeugung, dass Hillary Clinton gewinnen würde…

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      mona

      10. November 2016 15:36 at 15:36

      Hallo,schöner Mann @Harry Pasiak ,
      das ist mal eine klare Ansage!
      Als ich letztes Wochenende hier, bei FMW in der Rubrik „Meinung“, die versch.Themen incl.Kommentaren durchstöbert hatte,ist mir ein User aufgefallen,der Trump schon als Präsident gesehen hat….und Gold in den Himmel hob!
      Wenn ich jetzt noch ihren Post lese,dann hatte er die selbe Meinung,wie Sie und Gold wird steigen,oder?

      • Avatar

        Harry Pasiak

        10. November 2016 16:28 at 16:28

        Hallo Mona,
        zu Gold habe ich eher ein gespaltenes Verhältnis… Sicher wird Gold während einer stärkeren Korrektur von den angstbesetzten Anlegertypen bevorzugt, aber für mich ist es nichts weiter als ein sehr schönes Metall…
        Ich bin viel lieber in guten Unternehmen und deren Aktien investiert. Wenn der innere Wert stimmt und der Kurs noch etwas darunter liegt, der Markt diese Aktien aber nicht will, dann werde ich aufmerksam. Genauso passe ich aber auch auf, wenn der Markt zu gierig wird und das scheint mir gerade zu passieren. Viele reden von einer Jahresend-Rallye, an die ich aber nicht glaube. Der Crash kommt doch meist dann, wenn ihn kaum jemand vermutet.

        PS: Danke für das Kompliment… :)

        • Avatar

          mona

          10. November 2016 16:43 at 16:43

          Das ist soweit verständlich,aber bei Aktien mit inneren Wert im Minensektor ist man doch gut bedient,wenn der Markt,so wie sie es beschreiben,zeitnah fällt?
          Wenn ich dann noch an Italien im Dez. und die franz./holl.Wahlen denke,dann schaut es doch für die europ.Märkte düster aus,wenn die rechten Parteien u.das Referendum in Italien inne haben,oder?

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Entdecken die Deutschen plötzich ihre Liebe zu Aktien? Der aktuelle Allianz Global Wealth Report hat es dargelegt: Die Notenbankpolitik der Länder wird dazu führen, dass das Vermögen der Wohlhabenden global trotz Corona ansteigen wird – auf 198 Billionen Euro zu Jahresende – FMW berichtete darüber. Der Report zeigt aber auch, dass sich die deutschen Sparer mehr den Aktien als Anlagevehikel zuwenden.

Aktien: Corona und die Vermögensbildung

Die Volkswirte der Allianz werteten Daten aus 57 Nationen aus, zum Vermögen aus Bargeld und Bankeinlagen, angelegtem Geld in Versicherungen und Pensionskassen sowie Anlagen in Wertpapieren und Fonds. Trotz der Pandemie erhöhte sich dies im ersten Halbjahr des Jahres um 1,5 Prozent, der Frühjahrseinbruch von geschätzten 4,3 Prozent ist damit mehr als ausgeglichen. Über die Gründe braucht nicht großartig spekuliert zu werden: Staatliche Rettungsprogramme, die Geldpolitik der Notenbanken, eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten und natürlich der Anstieg der Aktien. Noch ein kurzer Blick auf die Vermögensübersicht der Länder pro Bürger:

USA: 209.524 Euro
Schweiz: 195.388 Euro
Singapur: 116.657 Euro

18. Deutschland: 57.097 Euro

An dieser Übersicht wird wieder einmal das Problem einer statistischen Erfassung von Durchschnittswerten ersichtlich. Die vier reichsten Amerikaner besitzen ein Vermögen von über 500 Milliarden Dollar, verteilt auf die 331 Millionen Amerikaner würde dies bereits 1500 Dollar pro Bürger ergeben. Dabei gab es 2019 allein schon 607 Milliardäre in den Vereinigten Staaten. Man bräuchte aus so einer Statistik nur den reichsten Mexikaner, Carlos Slim, aus der Liste entfernen und schon hätte man veränderte Zahlen für das Land. Aber erstaunlich ist diese Vermögensverteilung auf der Welt dennoch. Im Jahr 2019 lagen von den 192 Billionen Euro Weltvermögen nicht weniger als 83,7 Billionen in den USA.

Die Entwicklung in Deutschland

Was bedeutet das für das Land der (Geld-)Sparer, mit deren 2,4 Billionen Euro auf nicht verzinslichen Konten? Die Allianz stellt fest, dass sich die Bankeinlagen um 3,5 Prozent und damit weniger als in anderen Ländern erhöht haben (Frankreich plus 6 Prozent, China plus 9 und die USA plus 10 Prozent).

Dennoch stieg das Vermögen der Haushalte um 1,3 Prozent im ersten Halbjahr und sollte nach der Schätzung der Allianz zum Jahresende 6,8 Billionen Euro erreichen. Da dies nicht am Geldmarkt zu verdienen war, deutet dies auf eine Verhaltensänderung im Sparverhalten hin.

Die langsame Hinwendung zu Aktien

Lange hatte man es eigentlich schon erwartet, dass die Enteignung der Geldsparer durch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank wirkt und sich die Bürger stärker den Aktien zuwenden. Die Allianz stellt fest, dass die deutschen Sparer in den vergangenen drei Jahren 20 Prozent ihrer verfügbaren Ersparnisse direkt in Aktien angelegt haben. Auf Sechsjahressicht waren dies 5,8 Prozent und das Interessante daran ist, dass US-Bürger in dieser Zeit nur 0,7 Prozent in Aktien investiert haben. Das bevorzugte Investment waren börsengehandelte Indexfonds. Allerdings beziehen sich diese Werte auf die Zeit vor Corona und seither gibt es den großen Hype um die gebührenfreien Brokerdepots – Stichwort RobinHood. Diesen Trend gibt es auch in Deutschland mit der riesigen Zahl neu eröffneter Depots bei günstigen Direktanlagebanken.

Es verändert sich auch der so genannte Home Bias, also die Bevorzugung heimischer Titel. Deutsche Anleger investieren verstärkt in ausländische Aktien, die Quote stieg in den vergangenen sechs Jahren von 25 auf 38 Prozent. Aber noch ist Deutschland weit von der angelsächsischen Aktienpräferenz entfernt.

In den USA liegen 53 Prozent der Ersparnisse auf Wertpapierkonten, in Deutschland 25 Prozent.

Fazit

Auch wenn das Pflänzchen Anlage in Aktien in Deutschland langsam wächst, sind es laut Allianz vorwiegend die Haushalte mit einem höheren Einkommen, die sich an diese Assetklasse heranwagen. 30 Prozent unserer Haushalte besitzen kaum Geldvermögen. So zählt auch Deutschland zu den Ländern, in dem „die Vermögensverteilung relativ ungleich verteilt ist“, so Arne Holzhausen, Leiter Insurance und Wealth Markets bei der Allianz.

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