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Rally trifft auf kritischen Widerstand DAX-Rally wackelt: Zweifel an Waffenruhe bremsen Euphorie

Fragile Waffenruhe im Iran - DAX konsolidiert
Grafik: ChatGPT

Der DAX hat am Mittwoch mit einem kräftigen Kurssprung auf die Waffenruhe im Iran reagiert und damit ein starkes Signal der Entspannung gesendet. Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran schalteten die globalen Aktienmärkte unmittelbar in den Risk-On-Modus, was dem deutschen Leitindex deutlichen Rückenwind verlieh. Zwischenzeitlich stieg der DAX bis auf 24.163 Punkte, bevor ein Teil der Gewinne wieder abgab. Dennoch blieb am Ende ein starkes Tagesplus von 5 Prozent bei 24.080 Punkten stehen.

Für zusätzlichen Schub sorgten deutlich fallende Ölpreise, die zusammen mit der zurückgekehrten Risikobereitschaft einen massiven Short Squeeze an den Aktienmärkten auslösten. Auch die US-Börsen legten zu, konnten das Tempo des DAX jedoch nicht mitgehen und verzeichneten nur etwa halb so starke Gewinne. Das zeigt, wie sensibel der deutsche Markt aktuell auf geopolitische Entspannungssignale reagiert.

Fragile Waffenruhe belastet Aktienmärkte

Trotz der Euphorie bleibt die Lage angespannt. Die Waffenruhe gilt als fragil, zumal die Straße von Hormus weiterhin blockiert ist und Saudi-Arabien Angriffe auf Energieanlagen im Iran durchgeführt hat. Auch die israelischen Angriffe auf Ziele im Libanon setzen sich ungebrochen fort. Damit nehmen die Zweifel an der Nachhaltigkeit der Vereinbarung zu, nachdem Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, dass bislang drei Klauseln des Waffenruhe-Vorschlags missachtet worden seien.

Für Investoren bleibt damit die zentrale Frage bestehen, ob es sich um eine nachhaltige Beruhigung handelt oder lediglich um eine kurzfristige Verschnaufpause. Solange die geopolitischen Risiken nicht abklingen und die strategisch wichtige Meerenge blockiert bleibt, dürfte die Volatilität hoch bleiben und jede neue Schlagzeile zum Iran-Konflikt spürbare Kursschwankungen auslösen.

Charttechnisch hat sich das Bild für den DAX dennoch klar verbessert. Mit dem Sprung über wichtige Widerstände und der Rückeroberung der runden Marke von 24.000 Punkten hat sich das kurzfristige Setup deutlich aufgehellt. Nun rückt vor allem das viel beachtete 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 24.120 Punkten in den Fokus, an dem die nächste Richtungsentscheidung fallen könnte.

DAX-Rally trifft auf Widerstand

Der DAX notiert vorbörslich unterhalb der Marke von 24.000 Punkten und dürfte den gestrigen Kurssprung zunächst konsolidieren. Auf der Unterseite rücken erste Rücklaufzonen bei 23.928 und 23.885 Punkten in den Fokus. Hier könnte sich eine Stabilisierung ausbilden, die den nächsten Anlauf auf die 24.000er-Marke und darüber vorbereitet. Fällt der Index jedoch unter diese Bereiche zurück, weitet sich das Korrekturpotenzial in Richtung 23.765 und 23.650 Punkte aus.

Auf der Oberseite bleibt das 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 24.120 Punkten die zentrale kurzfristige Entscheidungsmarke. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das technische Bild weiter aufhellen und den Weg in Richtung der markanten Widerstandszone zwischen 24.270 und 24.360 Punkten freimachen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass dieser Bereich nicht im ersten Anlauf überwunden wird. Vielmehr dürfte es dort zunächst zu Gewinnmitnahmen und entsprechenden Rücksetzern kommen.

DAX-Rally trifft auf Widerstand - fragile Iran-Waffenruhe belastet Aktienmärkte

Dax-Chart von TradingView

DAX Unterstützung:

24.051 – Horizontale

23.928 – Horizontale

23.875 – Tagestief 08.04.

23.765 – Horizontale

23.650 – Horizontale

DAX Widerstände

24.080 – Schlusskurs 08.04.

24.100 – 200-Tage-Linie

24.119 – 61,8% Retracement

24.163 – Tageshoch 08.04.

24.261 – vorbörsliches Hoch 08.04.

24.272 – ex Range-Unterkante

24.328 – 161,8 Extension

24.360 – Horizontale

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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1 Kommentar

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Zur Wahrheit gehört aber auch…. das der DAX Performance Index eine 17 jährige Rallye hinter sich hat… und nicht mehr günstig ist….

    Anstieg von knapp über 3500 bis auf die 25 500 vor einiger Zeit….

    Das ist der Fluch der hohen Kurse….es wird immer schwerer die Performance der Vergangenheit zu wiederholen….
    Dividendenrendite ? Unter 2 Prozent! Negative Realverzinsung? Liegt nicht mehr vor! TINA? Ist demzufolge Out! FOMO?
    So langsam gehen den Bullen die „Frischlinge“ aus…! Die Frischlinge… die den Bullen ihre Höchstkurse abkaufen im doppelten Sinne…!
    Notenbanken? Angesichts der Inflation ist ein Eingreifen zu Gunsten der Bullen unwahrscheinlich!
    Verschuldung? Aktienkauf auf Pump auf All Time High! Zu höheren Zinsen als zu Corona!

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