Der DAX hat seine Erholungsrally in beeindruckender Geschwindigkeit fortgesetzt – als hätten sich sämtliche Unsicherheiten der vergangenen Wochen in Luft aufgelöst. Stattdessen rückt nun eine mögliche Jahresendrally in den Blick. An der Wall Street zeigte sich indes ein geteiltes Bild: Während der Dow Jones ein neues Rekordhoch markierte, traten die Technologieindizes S&P 500 und Nasdaq 100 nahezu auf der Stelle. Der deutsche Leitindex ließ sich davon jedoch nicht beirren und setzte seinen dynamischen Aufwärtstrend unbeirrt fort.
In einer nahezu senkrechten Bewegung legte der DAX seit seinem Tief am vergangenen Freitag rund 1.000 Punkte zu. Kurz vor Handelsschluss gab er zwar einen Teil seiner Gewinne wieder ab, schloss aber dennoch bei 24.381 Punkten – ein Tagesplus von 1,2 Prozent. Nachbörslich setzte sich die positive Tendenz im Sog der US-Börsen fort, sodass der Index am Donnerstag voraussichtlich erneut mit einer Aufwärtslücke in den Handel starten dürfte.
Start der Jahresendrally?
Anleger hoffen nun auf eine Fortsetzung der Rally – selbst ein Angriff auf das Rekordhoch bei 24.771 Punkten scheint wieder möglich. Voraussetzung dafür ist allerdings ein nachhaltiger Ausbruch über die Widerstandszone von 24.500 bis 24.550 Punkten. Getragen wird die positive Stimmung unter anderem vom Ende des Government Shutdowns in den USA. Damit könnten bald wieder mehr Konjunkturdaten veröffentlicht werden, die Hinweise auf den künftigen Zinskurs der Federal Reserve liefern. Analysten erwarten schwächere Wirtschaftsdaten, was die Hoffnung auf weitere Zinssenkungen durch die Fed stärkt.
Ein Ende des Shutdowns kombiniert mit sinkenden Fed-Zinsen könnte schließlich als Katalysator für die Jahresendrally wirken – die traditionell im November beginnt und eine der stärksten Börsenphasen des Jahres darstellt. Kurzfristig ist nach dem steilen Anstieg jedoch ein technischer Rücksetzer möglich. Entscheidend bleibt, dass die Bullen dabei die Trendwendemarke von 24.100 Punkten verteidigen.
DAX trifft auf wegweisende Marke
Der deutsche Leitindex näherte sich im vorbörslichen Handel erneut der markanten Zone bei 24.500/550 Punkten. Diese bildet die Oberkante einer breiten, seit Monaten aktiven Seitwärtsrange und stellt damit einen entscheidenden technischen Widerstand dar. Kurzfristig wirkt die Rally allerdings deutlich überhitzt, sodass ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke im ersten Anlauf eher unwahrscheinlich erscheint. Zwar könnte der DAX intraday kurzzeitig darüber hinausschießen, doch wäre anschließend mit einem klassischen Rücklauf zu rechnen. Im besten Fall steigt der Index zuvor noch in den Bereich um 24.600/639 Punkte, bevor eine technische Gegenbewegung einsetzt.
Ein Scheitern an der Widerstandszone 24.500/550 dürfte zunächst eine Korrektur in Richtung 24.380/360 Punkte auslösen. Rutscht der DAX nach einer kurzen Erholung darunter, eröffnet sich weiteres Abwärtspotenzial bis an die 24.250 Punkte. Auch ein tieferer Backtest der Ausbruchszone um 24.125/100 Punkte bleibt möglich, bevor die nächste Aufwärtswelle starten kann und die Bullen den übergeordneten Trend wieder aufnehmen.
Dax-Chart von TradingView
DAX Unterstützungen:
24.381 – Schlusskurs 12.11.
24.380/360 – vorher US
24.250 – Horizontale
24.234 – Tagestief 12.11.
24.098 – SMA200
24.000 – Psycho-Marke
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