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Dax: Rauf, runter, rauf.. – und die Bilanzsumme der Notenbanken

Warum der Dax nicht wirklich fällt, aber auch nicht wirklich steigt - und ein Blick auf die Bilanzsumme der drei großen Notenbanken einen Hinweis auf die künftige Richtung geben könnte..

FMW-Redaktion

Nachdem der Dax seinen kurzfristigen Abwärtstrend erst einmal beendet hat, sind wir nun in einer seitwärtsschiebenden Unsicherheitsphase. Nachdem beim Allzeithoch die Luft zu dünn geworden war, folgte ein impulsiver Rücksetzer, der jedoch derzeit nicht weiter geht, weil vor allem die Profi-Investoren eher short sind im Dax und daher die Abwärtsbewegung schnell durch Gewinnmitnahmen der Shorties ausgebremst wird.

Aber auch nach oben will noch nicht viel gelingen, es fehlt der Impuls, das auslösende Moment, Aussagen von Notenbankern, Konjunkturdaten oder Ähnliches – heute werden vielleicht die Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und der EU zeigen, ob der Konjunkturoptimismus der internationalen Investoren, die sich zuletzt massiv in Europa eingekauft hatten, berechtigt ist.

An der Wall Street im Grunde das selbe Bild seit einigen Tagen: Biotech und Healthcare laufen gut in Vorfreude auf die asoziale Gesundheitsreform der Trump-Administration, Banken laufen schlecht wegen Sorgen um die deflationären Wirkungen des niedrigen Ölpreises, der die Fed von weiteren Zinsanhebungen abhalten könnte. In der Summe aber ist das dann wieder ein Nullsummenspiel, die großen US-Indizes bleiben weitgehend unverändert.

So auch das überwiegend Bild in Asien, mit Ausnahme negativer Vorzeichen in China, weil dort die Bankenaufsicht die Käufe ausländischer Assets unter die Lupe nehmen will – der nächste Schritt Pekings im Kampf gegen Schattenfinanzierungen und Kapitalflucht:

Shanghai Composite -0,46%
CSI300 -0,05%
ChiNext -0,87%
Nikkei +0,06%

Es überrascht wenig, dass die Vorgaben aus Asien und der Wall Street nicht viel hergeben, der X-Dax startet weitgehend unverändert:

Und so lautet das Muster meist: der X-Dax startet sehr ordentlich, fällt dann, um dann wieder zu steigen. Nach wie vor alles in einer überschaubaren Handelsrange, die auf der Unterseite durch die Marke bei 12708 Punkten, auf der Oberseite durch die Zone 12805 bis 12820 begrenzt ist. Handlungsbedarf ergäbe sich erst, wenn diese Range nach oben oder unten verlassen würde.

Damit etwas an den Märkten passiert, müsste mehr Klarheit herrschen, was die so auffallend hawkishe Fed wirklich vor hat – heute drei weitere Fed-Sprecher, die darauf einen Hinweis geben könnten. Wird die Notenbank den Märkten durch die Reduzierung der Bilanzsumme weiter Liquidität entziehen, auch wenn die US-Konjunktur abkühlt und die Inflation unter dem Fed-Ziel von 2% bleibt, weil man sich (berechtigte) Sorgen macht um die Überhitzung vieler Märkte (Aktien, Immoblien etc.)?

Auffallend ist jedenfalls, dass die Bilanzsumme der drei großen Notenbanken (Fed, EZB, Bank of Japan) seit einigen Wochen rückläufig ist, das gab es zuletzt im November des Vorjahres! Und legt man die Bilanzsumme jener drei großen Notenbanken als Chart neben den S&P500-Chart, fällt auf, dass beide Charts weitgehend parallel verlaufen..



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1 Kommentar

  1. Vor ca.2Jahren als das FED das Wort TAPERING nur in den Mund genommen hat, hat die Börse sofort reagiert
    ( auf viel tieferem Niveau) In der Zwischenzeit hat sich die Finanzwelt daran gewöhnt ,dass die Notenbanken keine Korrekturen mehr zulassen,u.viele auch erfahrene „FACHLEUTE“ auch auf dieser Plattform erzählen ,dass die Zinsen sich nie mehr normalisieren.Jetzt da die Börsen sehr stark sind ( alle schlechten Nachrichten aus USA steckt die Börse weg) Ist es absolut normal,das dieFed probieren muss den Krisenmodus der Geldpolitik zu verlassen.Wenn sie es nicht tun würde ,würde sie die Rally noch anfeuern u.dies mit verheerenden Folgen.
    Was auch zu denken geben sollte,gem.Zeitungsbericht vom 21.6 DIE MEISTEN DICKFISCHE INKL.SNB TUN ALLE DAS GLEICHE U.TREIBEN DIE FANG AKTIEN HOCH. Diese Fondmanager wissen genau,dass das nicht ewig so weiter geht,bei einem “ kontrolliertem“ Luftablassen können sie ihre überteuerten Aktien den Neueinsteigern u.Kleinanlegern leichter andrehen als bei einem Crash.

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