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Dax: Reicht die Trump-Story für nachhaltige Verunsicherung?

Bislang hat Trump sich ja als widerstandsfähiger als Teflon erwiesen - die Wall Street ebenso. Aber der Dax..

Wer derzeit den Dax mit Blick auf Unterstützungen und Widerstände handelt, hat wenig Grund, sich zu beklagen: der Index hält sich sehr sauber an die relevanten Marken – so gestern sichtbar in seinem Verhalten an der Widerstandszone bei 12430 Punkten! Während die US-Indizes stabil blieben, pumpte der Dax nach dem Anlaufen des 12430er-Widerstands fast 70 Punkte ab – ohne Nachrichten oder irgendwelche nachvollziehbaren Begründungen:


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Im größeren Zeitbild (30-Minuten-Chart) sieht das beim Dax so aus:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Alles sehr sauber: gestern überwand der Dax das Tageshochs des Vortags bei 12370 Punkten und bekam mit Bruch dieses Hochs neuen Rückwind für weitere schnelle 60 Punkte. Dann das Scheitern an der 12430er-Marke mit einem impulsiven Rücksetzer, die Nackenlinie der Schulter-Kopf-Schulter-Formation bei 12490 Punkten bleibt damit unerreicht. Und siehe da: nun ist der Dax – mit einem Abwärtsgap startend – schon wieder gar nicht mehr so weit weg von der zentralen ersten Unterstützung bei 12290 Punkten!

Bräche diese 12290er-Unterstützung, wäre ein erneutes Anlaufen des „Vierfach-Bodens“ im Bereich der 12100er-Marke die logische Folge – also jenes Bodens, der in der letzten Woche einmal mehr gehalten hatte. Das ist also ein richtig dicke Unterstützung, die nun besser nicht brechen sollte, wenn der Dax eine Stoploss-Lawine vermeiden will (unter der 12100 liegen viele Stopps von Long-Positionen).

Während der Dax also darum kämpfen muß, nicht noch eine weitere Etage nach unten zu rauschen, stiegen die US-Indizes S&P 500 und Russell 2000 gestern auf neue Allzeithochs – und machten damit den Abverkauf von Anfang Februar wieder vollumfänglich gut. In Sachen Bewertung sind US-Aktien übrigens jetzt – nach den überwiegend starken Quartalszahlen der US-Unternehmen – günstiger bewertet als noch zu Jahresbeginn.

Aber dennoch ist an der Wall Street die Beste aller Welten eingepreist: es gibt keinen ausgeprägen Handelskrieg, die Gewinne der US-Unternehmen werden weiter großartig sein, die Zinsanhebungen der Fed tun dem Markt nicht weh etc. etc. – das sind die eingepreisten Grundannahmen. Geht nur einer dieser Punkte nicht auf, sind die US-Aktienmärkte wieder eher sportlich bewertet..

Man wird sehen müssen, ob die neue Verunsicherung um die Verurteilung der einst so engen Weggefährten von Trump, Cohen und Manafort, die Wall Street heute nachhaltig verunsichert. Nachbörslich war das so, als die US-Futures doch stark abgaben. Ein Kommentator eines US-Fernsehsenders hat das Geschehen so kommentiert: „Der Präsident ist gerichtsanhängig als Komplize in einem Verbrechen – das hat es seit Richard Nixon nicht mehr gegeben“.

Bislang hat Trump sich ja als widerstandsfähiger als Teflon erwiesen – die Wall Street ebenso. Da steigen die Kurse auf neue Allzeithochs, während die US-Konjunkturdaten doch deutlich nachlassen (sichtbar im Macro Suprise Index der Citigroup..). Bleibt das so? Das erste Ziel der Bullen – ein neues Allzeithoch im S&P 500 – ist erreicht. Es wäre nicht gerade unlogisch, wenn jetzt eine mindestens vorübergehende Ernüchterung folgen würde..



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