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Dax: Respekt! Anzeichen von eigenständigem Leben – und die Erinnerung an einen denkwürdigen Tag 2008

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Heute ist US-Feiertag (Martin-Luther-King Day) – und der Dax bewegt sich trotzdem! Normalerweise ist an US-Feiertagen beim Dax spätestens um 11Uhr Feierabend, der Rest des Tages ist lustloser Alibi-Handel mit Bewegungen, die sich im Millimeter-Bereich bewegen. Nicht so heute: der Dax hat auch nach 11Uhr Lust gehabt, in Italien rumpelt es gewaltig, der Ölpreis ist in aller Munde. Es passiert also was – klar, mit nun abnehmender Tendenz:

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Das letze Mal, als am Martin-Luther-Kong Day der Dax echte Lebenszeichen zeigte, war – 2008! Also das Crash-Jahr. Damals, am 21.Januar 2008, verlor der Dax 524 Punkte. Niemand wußte damals warum, die Finanzkrise schien überwunden, der markt am US-Feritag eigentlich tot, was war da los? Erst Tage später wurde klar, dass die Société Générale damals massiv Dax-Future-Kontrakte verkauft hatte, die ihr Trader Jérôme Kerviel damals aufgebaut hatte. Na klar, ohne Wissen der Vorgesetzten. Völlig klar. Hat keiner gewußt, konnte keiner wissen, fiel aus allerheiterstem Himmel. Es ist eben so, dass einem manchmal der Himmel auf den Kopf fält – das wußten schon die Gallier. Kein Wunder also, dass das mit der Société Générale den Nachfahren der Gallier passiert ist.

Damals war das der bislang größte Tagesverlust in der ruhmreichen Geschichte im Dax. Und kurz danach ging es beim Dax weiter runter, zunächst bis 6385 Punkte. Aber das war nur der Auftakt zu dem, was heute als Finanzkrise bekannt ist: es ging noch deutlich tiefer.

Und damit häufen sich die Parrallelen zu 2016 auffällig – denn der Jahresauftakt war noch schlechter als 2008. Ähnlichkeiten mit 208 sind also rein zufällig und völlig unbeabsichtigt. Oder doch nicht? Die Schwäche der Aktienmärkte speist sich jedenfalls aus Quellen, die zusammen genommen ziemlich giftig sind:

1. Die Angst vor dem, was aus China kommt. Das ist nicht der Aktiencrash im Reich der Mitte, sondern die berechtigte Angst, dass die Kreditblase in China platzen wird. Und sie wird, wie jede Blase, platzen – nur die Frage wann

2. Die US-Konjunktur hat ihren Aufschwung hinter sich. Die kommenden Daten werden zeigen, wie ernst die Lage wirklich schon ist

3. Die Rohstoffpreise weisen darauf hin, dass wir einen perfekten deflationären Sturm erleben. Und das bedeutet, dass die amerikanische Junk-Bond-Blase dabei ist zu platzen

4. Die Öl-Staaten werden massiv Aktien und Anleihen verkaufen. JP Morgan hat heute geschätzt, dass die Öl-Staaten assets im Umfang von 240 Milliarden Dollar verkaufen müssen, um ihre Etat-Löcher zu stopfen (im gesamten letzten Jahr haben diese Staaten nur im Umfang von 70 Milliarden Dollar verkauft). Staatsfonds werden ihre Depots verkleinern, Währungsreserven abbauen zur Stützung der eigenen Währung etc. ect.

Aber sonst wird 2016 natürlich ein Bomben-Jahr für Aktien! Das Vertrauen in die Notenbanken ist groß – aber leider ziemlich unberechtigt. Was die Sache wirklich gefährlich macht ist, dass die Investoren immer noch meinen, dass wir uns im Wohlfühl-Modus der letzen Jahre befinden. Das Aufwachen aus diesem Traum wird für manche sehr schmerzhaft werden. Ähnlichkeiten zu 2008 sind dabei rein zufällig – und überhaupt nicht beabsichtigt!

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    peter hoffmann

    18. Januar 2016 15:42 at 15:42

    sehr geehrte fmw-redaktion,
    das resumee ihres artikels steht ja im krassen gegensatz zu dem, was herr riße in seinen letzten videos behauptete ! oder hab ich da was falsch verstanden ?!?

    mfg peter hoffmann

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      18. Januar 2016 15:44 at 15:44

      @Peter Hoffmann,

      zwischen den Einschätzungen von Herrn Riße und mir passt natürlich kein Blatt Papier :)

      Viele Grüße!

  2. Avatar

    Peter

    18. Januar 2016 19:52 at 19:52

    Das waren heute nur 23 Punkte im XETRA !!!!!

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Arbeitsmarkt nach Corona: Mehr Staatswirtschaft, weniger Industrie

Redaktion

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Von

Büro-Arbeitsplatz

Verschwörungstheorie? Oder nur eine Vermutung? Das „übliche“ neo-liberale Gelaber, welches den Staat verteufelt, und vor noch mehr Staat warnt? Nein, offizielle staatliche Aussagen vom heutigen Tage zeigen, dass am deutschen Arbeitsmarkt in die Staatswirtschaft deutliche Stellenzuwächse erleben wird, während produzierende Betriebe nicht nur jetzt, sondern auch in 2021 weiter Stellen abbauen wird.

Staatswirtschaft im Aufwind, Industrie im Rückzug?

De facto heißt das: Die Angestellten in der Privatwirtschaft müssen (insgesamt gesehen) durch Steuern und Abgaben immer mehr, mehr und noch mehr erwirtschaften und abführen, damit die immer größere Zahl der Arbeitsstellen im Rahmen der Staatswirtschaft auch bezahlt werden kann! Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), eine Forschungseinrichtung der Bundesagentur für Arbeit, hat heute ihre Prognose für den deutschen Arbeitsmarkt für die Jahre 2020 und 2021 veröffentlicht. Und genau aus diesen Aussagen geht folgendes hervor, auszugsweise im Wortlaut:

Die Zahl der Arbeitslosen steigt laut der IAB-Prognose im Jahresdurchschnitt 2020 um 440.000, im Jahr 2021 könnte sie wieder um 100.000 zurückgehen.

Im Produzierenden Gewerbe gab es insbesondere im zweiten Quartal 2020 einen deutlichen Stellenabbau, der auch 2021 anhalten wird. Im Jahresdurchschnitt 2020 fallen hier 160.000 und 2021 nochmal 60.000 Stellen weg.

Beschäftigungszuwächse erwarten die IAB-Forscher dagegen vor allem im Bereich „Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit“ (jeweils +190.000 in beiden Jahren).

Wird man im Detail die Neueinstellungen bei Staat und öffentlichen Betrieben (zusammen nennen wir das mal die „Staatswirtschaft“) durchgehen, dann wird man im Einzelfall sicher sagen: Ja, diese neue Stelle ist sinnvoll, und die auch, und die auch, und die da… ja dieser neue Job bei dieser Behörde ist auch notwendig. Zum Beispiel mehr Polizisten, mehr Lehrer, mehr Personal für die Gesundheitsämter, mehr Personal für den Zoll für die Kontrollen bei Schwarzarbeit und Einhaltung der Vorschriften bei Fleischbetrieben, mehr Sozialarbeiter etc. Und so könnte man die Liste sicher endlos fortsetzen.

Nur irgendwer muss all das ja auch bezahlen, zusätzlich zu der immens steigenden Staatsverschuldung, die irgendwann ja auch irgendwer mal bezahlen soll. Unterm Strich, da darf man sich sicher sein, wird es heißen: Wir müssen leider, leider die Steuern erhöhen. Geht eben nicht anders? Oder wird man anstatt die Steuern raufzuschrauben, eher auf indirekte Steuern und Sozialabgaben setzen? Was der Bürger nicht so offensichtlich sieht, tut auch nicht so sehr weh?

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Baugewerbe mit Einbruch bei den Auftragseingängen – kein Grund zur Sorge!

Claudio Kummerfeld

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Baugewerbe mit Rückgang bei den Aufträgen

Das deutsche Baugewerbe verzeichnet einen Rückgang der Auftragseingänge. Krise? Weit gefehlt, so möchten wir meinen. Wie heute offiziell vermeldet wurde, sind die Auftragseingänge im Juli im Vergleich zu Juni um 5,6 Prozent gesunken, und im Vergleich zu Juli 2019 um 4,9 Prozent. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 sank der reale Auftragseingang im Baugewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent. Warum diese Rückgänge noch kein Problem sind? Nun, die Aussagen der Statistiker deuten dies an.

Denn der Auftragseingang im Juni 2020 war aufgrund von Großaufträgen ungewöhnlich hoch ausgefallen. Und der Auftragseingang im Juli 2019 war der höchste jemals in einem Juli gemessene Wert. Von daher war es für den Juli 2020 auch schwer, im Vergleich zu diesem Rekord-Ausgangswert noch mal eine Steigerung hinzulegen. Und aktuell darf man ja auch noch ergänzen, dass im Zuge der Coronakrise verständlicherweise einige wirtschaftliche Abläufe wie Bauaufträge oder Bauanträge bei Ämtern verschoben werden oder sich verzögern. Wenn man das bedenkt, dann sind diese Auftragsrückgänge im Baugewerbe noch eher mild ausgefallen. So schreiben die Statistiker vom Statistischen Bundesamt auch Zitat „Gründe für diese negative Entwicklung sind neben möglichen Einflüssen der Corona-Pandemie auch das sehr hohe Niveau des Vorjahres“.

Die am Anfang des Artikels genannten Prozentveränderungen waren real, saison- und kalenderbereinigt gerechnet. Die nominalen Veränderungen fielen noch viel kleiner aus. Der Auftragseingang im Baugewerbe betrug im Juli 2020 rund 7,5 Milliarden Euro. Das waren nominal (nicht preisbereinigt) 2,5 % weniger gegenüber dem Höchststand im Juli 2019. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Auftragseingänge in den ersten sieben Monaten 2020 nominal um 0,5 %.

Grafik zeigt Verlauf der Auftragseingänge im Baugewerbe

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Coronakrise und Insolvenzen: Ab 01.Oktober kommt die Pleite-Welle

Markus Fugmann

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Aufgrund der Coronakrise hat die Bundesregierung bekanntlich beschlossen, das Insolvenzrecht zeitlich begrenzt auszusetzen und damit die Pflicht zur Anmeldung einer Insolvenz ausser Kraft zu setzen – gleichwohl droht nun bereits in der nächsten Woche eine massive Pleite-Welle. Denn ab 01.Oktober müssen jene Unternehmen wieder Insolvenz anmelden, die zahlungsunfähig sind – während überschuldete Firmen erst ab 01.Januar 2021 die Pflicht zur Insolvenz-Anmeldung haben.

Wie viele der von der Coronakrise betroffenen Unternehmen in Deutschland müssen dann als ab nächster Woche Insolvenz anmelden? Volker Römermann, unter anderem Fachanwalt für Insolveznrecht, sagt: über 90% der betroffenen Firmen werden dann ab 01.Oktober Insolvenz anmelden müssen, denn so hoch sei die Zahlungsunfähigkeits-Quote bei allen Insolvenzen – Überschuldung und damit die Pflicht zur Insolvenzanmeldung erst ab 01.Januar 2021 sei dagegen bei weniger als 10% der Fall.

Coronakrise: Jetzt kommt der Schmerz!

Das bedeutet: hunderttausende Firmen in Deutschland werden wohl zeitnah Insolvenz anmelden! Das wird viele Arbeitsplätze kosten. Der durch die Coronakrise ausgelöste Schmerz wurde also lediglich in die Zukunft verschoben – und diese Zukunft und damit der große Schmerz kommt nun also im Oktober, „buchstäblich am 01.Oktober“, sagt Römermann im Interview mit Florian Homm. Zwischen Januar und August diesen Jahres war die Zahl der Insolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr sogar rückläufig – da hat sich nun viel aufgestaut, was sich nun in einer Pleite-Welle entladen dürfte!

Und der Schmerz geht dann ab 01.Januar 2021 weiter, denn viele Firmen haben in der Coronakrise noch einmal Kredite aufgenommen, seien aber nicht zuletzt dadurch aussichtslos überschuldet, sagt Volker Römermann:

Ab 01.Oktober schlägt die Coronakrise voll durch - es droht eine Welle von Insolvenzen

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