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Dax: Richtungsentscheidung

Seit die Fed die Zinsen angehoben hat, geht es paradoxerweise mit den Anleihekursen nach oben und mit dem Dollar nach unten, und während der Trump-Rally gab es meist ein „entweder-oder“: entweder stiegen die Aktienmärkte, oder eben die Anleihemärkte..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Nach dem Hexensabbat, der überraschend unspektakulär verlaufen ist, steht nun wohl die Richtungsentscheidung an für den deutschen Leitindex! Seit zwei Wochen geht es nicht wirklich vor und nicht zurück, der Dax pendelt zwischen 12000 und 12100 Punkten mit kurzen Fehlausbrüchen auf beiden Seiten. Vermutlich ist das durch den großen Verfall bedingt gewesen, der seine Schatten voraus geworfen hatte – als es dann am Freitag so weit war, sind die Dinge schon geregelt gewesen, daher die geringe Bewegung am Hexensabbat.

In Asien wenig Bewegung mit Ausnahme des Hang Seng, der den höchsten Stand seit August 2015 erreicht, der Nikkei heute feiertagsbedingt geschlossen:

Shanghai Composite +0,40%
CSI300 +0,11%
ChiNext +0,21%
Nikkei (kein Handel)

Der X-Dax eröffnet mit einem kleinen Abwärtsgap:

Auch am vergangenen Freitag hatte der Dax mit einem Abwärtsgap eröffnet, aber dann drehten die Kurse wieder nach oben. Genau das muß der deutsche Leitindex auch heute wieder liefern und damit ein Zeichen der Stärke geben. An Tagen wie diesen, an denen keine relevanten Konjunkturdaten anstehen, ist der Handel technisch getrieben, insofern werden wir heute auch Aufschluß darüber bekommen, wie die innere Verfassung des Dax ist.

Dass der Index jedoch schon etwas tiefer in den Handel startet, ist dem in der Summe enttäuschenden G20-Treffen geschuldet. Es zeigt, dass es keinen Konsen mehr gibt über Grundfragen wie etwa den Freihandel zwischen den Amerikanern und der „Restwelt“. Die Botschaft des G20-Treffens lautet daher: die Amerikaner machen ernst mit dem Protektionismus, und die Märkte sind leicht allergisch gegen Abschottungs-Maßnahmen.

Was man hören möchte ist, dass die Trump-Administration die Steuern senkt und in die Infrastruktur investiert, aber je länger Trump im Amt ist, umso weiter scheinen sich diese Lieblings-Themen der Börsen in die ferne Zukunft zu verschieben. Wenn nicht bald etwas kommt in dieser Richtung, wird den Aktienmärkten die Grundlage entzogen für die Trump-Rally, die schon sehr lange dauert und nach wie vor ohne jede nennenswerte Korrektur verlaufen ist.

Gelingt dem Dax heute der Sprung über die Widerstandszone 12100 bis 12117 (das war das Hoch vom Freitag), wäre das charttechnisch positiv, die zentrale Unterstützung liegt weiter bei 11915/20 Punkten. Aber der Dax wird sich nicht entkoppeln können von den US-Indizes, die charttechnisch angeschlagen und müde erscheinen nach der langen Rally. Seit die Fed die Zinsen angehoben hat, geht es paradoxerweise mit den Anleihekursen nach oben und mit dem Dollar nach unten, und während der Trump-Rally gab es meist ein „entweder-oder“: entweder stiegen die Aktienmärkte, oder eben die Anleihemärkte. Sollte die Erholung der US-Anleihemärkte weiter gehen, wird es eng für die US-Aktienindizes. Man darf gespannt sein, wie die Wall Street heute läuft, denn ab heute werden die Chips ganz neu verteilt nach dem Hexensabbat..

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    SnapDown

    20. März 2017 09:38 at 09:38

    Es wird zu einem Pawlowschen Ereignis kommen und die Shorties werden bald wie immer gegrillt!!! RampCapital macht es schon seit Jahren vor! Egal was kommt, an 99% aller Trading Tagen, geht man ab 15:30 Long und schaut ab 16Uhr, dass man raus ist, bzw. wenn die Marktlage günstig ist, noch etwas absahnt!!!! Ich habe schon vergessen wann ich richtig viel mit einem Short gemacht habe, weil es nicht zugelassen wird, dass es zu einer Erholung kommt u. U. auch noch Panik ausbricht. Erinnert man sich an August oder Oktober 2015, da konnte man noch etwas arbeiten. Aber jetzt, aber wer, aber wie… ;D
    Schön positiv denken!

  2. Avatar

    Columbo

    20. März 2017 09:40 at 09:40

    In letzter Zeit wurden gefühlt wöchentlich Richtungsentscheidungen aus irgendwelchen Gründen vorausgesagt, es rührte sich aber nichts. Vielleicht will „man“, daß es so ist. Eine instabile Konstruktion sollte man möglichst in Ruhe lassen.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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IHS Markit-Kauf für 44 Milliarden Dollar – wie man gigantisch wächst ohne neue Schulden

Claudio Kummerfeld

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New York Downtown bei Nacht

In der Branche für Finanzdaten, Börsendaten und ökonomischen Analysedaten nimmt die Konzentration auf wenige große Anbieter immer mehr zu. Es gibt Bloomberg, Reuters, große Börsenanbieter wie die Deutsche Börse oder Euronext, und es gibt gerade den Versuch der London Stock Exchange den Datenanbieter Refinitiv für 27 Milliarden Euro zu übernehmen. Jetzt legt S&P Global (gehört zur Standard & Poors-Gruppe) nach und kauft den Datenanbieter IHS Markit. Und das für satte 44 Milliarden Dollar.

IHS Markit war Ende letzter Woche an der Börse noch 37 Milliarden Dollar wert. S&P Global lag bei 82 Milliarden Dollar. Wie schafft man es so viel Geld auszugeben, mal eben 44 Milliarden Dollar? Nun, in diesem Fall ist das gar kein Problem. Man „kauft“ per Aktientausch. Ein richtiger Kauf ist es dann gar nicht. Man fusioniert, und der „Käufer“ erhält an der neuen Firma die Aktienmehrheit. Oder besser gesagt, die bisherigen Aktionäre des größeren Fusionspartners halten dann später auch die Mehrheit am neuen Unternehmen.

So kommt es, dass die bisherigen Aktionäre von S&P Global an der neuen Firma 67,75 Prozent der Anteile halten werden, und die bisherigen Aktionäre von IHS Markit 32,25 Prozent. So haben alle was davon, und die Firma hat keine gestiegene Verschuldung durch diese Transaktion. So können große Konzerne schnell weiter wachsen, ohne sich zu verschulden.

Ganz anders lief es vor vier Jahren bei Bayer, wir erinnern uns alle mit Grausen an die Zeit danach. Die Leverkusener kauften Monsanto für 66 Milliarden Dollar in Cash. Dafür musste man damals eine Brückenfinanzierung über 57 Milliarden US-Dollar aufnehmen, also Kredite. So brockt man sich jede Menge Probleme ein, wenn man seine bisherige Aktionärsstruktur beibehalten will.

Will man extern kräftig zukaufen, muss man sich dann wie Bayer massiv verschulden. Um die Last zu reduzieren, muss man dann brutal einsparen, einzelne Sparten verkaufen usw. Gerade große Konzerne mit stark steigenden Aktienkursen können sich über den Weg des Kaufs mit eigenen Aktien (Fusion) andere Unternehmen einfach und bequem einverleiben. Dann werden die Aktionäre der bisherigen Konkurrenzfirma einfach zu Miteigentümern des eigenen Unternehmens gemacht. Und zack, der Konzern wächst kräftig, ohne dabei neue Schulden machen zu müssen. Natürlich hat der einzelne Altaktionär nach der Transaktion weniger Eigentum am Konzern. Aber dafür ist der Konzern an sich ja auch spürbar gewachsen, wodurch eine Kompensation stattfindet. Langfristig können über diese Methode die ganz großen Konglomerate entstehen.

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