Der DAX startet mit einer Portion Unsicherheit in die neue Handelswoche. Trotz leichter Erholung bleibt die Lage fragil: Das Kaufinteresse ist überschaubar, und der Index notiert weiter unter entscheidenden charttechnischen Marken. Immerhin wurde eine größere Korrektur zuletzt verhindert, nachdem die Bullen die Schlüsselzone um 23.300 Punkte verteidigten. Kursfrist liegt der Fokus weiter auf den taktgebenden US-Börsen und neuen Konjunktur- und Inflationsdaten.
Aus technischer Sicht steht nun der Widerstand bei 23.855 Zählern im Mittelpunkt. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber könnte als klares Kaufsignal gelten, frische Käufer anlocken und möglicherweise den Weg in Richtung 24.500 Punkte ebnen. Dafür fehlt jedoch noch die nötige Marktdynamik sowie ein nachhaltiger Ausbruch über 24.000 Punkte. Zwar haben sich erste Schnäppchenjäger positioniert, doch reicht deren Engagement bislang nicht aus, um Entwarnung zu geben. Auf der Unterseite bleibt dagegen die Zone um 23.400/300 Punkte im Fokus. Sollte der Index darunter fallen, droht eine Ausweitung der jüngsten Korrektur.
Ob es für den DAX nun Rückenwind oder Gegenwind gibt, hängt größtenteils von den US-Börsen ab. Deren jüngste Rekordjagd nach der Zinssenkung der US-Notenbank Fed stützt zwar tendenziell die Stimmung und Kurse, doch bleibt die Frage, ob die dynamische Rally an der Wall Street anhält. Ein Bruch dort könnte den DAX zusätzlich belasten, der zuletzt ohnehin hinter den großen US-Börsen zurückgeblieben ist.
Neue Impulse für die Aktienmärkte
Neue Impulse könnten wichtige Konjunkturdaten liefern. In Deutschland richtet sich der Blick vor allem auf den Ifo-Geschäftsklimaindex, für den Ökonomen nach acht Anstiegen einen leichten Rücksetzer erwarten. International stehen die Einkaufsmanagerindizes am Dienstag sowie der PCE-Preisindex am Freitag im Fokus. Letzterer gilt als bevorzugtes Inflationsmaß der Fed und könnte Hinweise auf die künftige Geldpolitik geben, bevor in der Folgewoche der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht wird.
Im deutschen Leitindex gibt es auch Bewegung: Gleich zu Wochenbeginn wird dieser umgebaut. Die Immobilienplattform Scout24 und der Anlagenbauer Gea rücken in den DAX auf und ersetzen Porsche sowie den Laborzulieferer Sartorius.
Zusammengefasst bleibt der deutsche Leitindex zwischen vorsichtiger Hoffnung auf eine technische Erholung und der Gefahr einer erneuten Korrektur gefangen – und einmal mehr von den Signalen der US-Börsen abhängig.
DAX: Erholung trifft auf Widerstand
Aus charttechnischer Sicht hat sich zuletzt wenig getan. Um die jüngste Erholung auszubauen und die nächsten Ziele bei 23.855 und 23.890 ins Visier zu nehmen, muss der Widerstand bei 23.700 durchbrochen werden. Erst dann ergibt sich weiteres Aufwärtspotenzial. Eine nachhaltige Aufhellung des kurzfristigen Chartbildes würde es allerdings erst bei einem Ausbruch über 23.855 Punkte geben.
Auf der Unterseite stehen heute vor allem die Marken bei 23.610 und 23.565/550 Punkten im Fokus. Sollten diese unterschritten werden, drohen weitere Abgaben. Kritisch wird es aber erst, wenn er unter 23.410 fällt. Dann könnten die letzten Tiefs bei 23.300 erneut in den Fokus rücken. Ein Durchbruch nach unten wird dann ebenfalls wahrscheinlicher.
In eigener Sache: Aufgrund von Urlaub entfällt in dieser Woche unser gewohnter DAX-Ausblick. Ab Dienstag kommender Woche finden Sie hier wieder aktuelle Einschätzungen.
Dax-Chart von TradingView
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DAX Unterstützungen:
23.608 – Horizontale
23.599 – Tagestief 19.09.
23.557 – Tagestief 18.09.
23.381 – Verlaufstief 01.08.
23.359 – Gap 17.09.
23.317 – Tagestief 16.09.
23.284 – Tagestief 17.09.
23.2880 – Horizontale
23.080 – Verlaufstiefs Juni
23.000 – Psycho-Marke
DAX Widerstände:
23.700 – Horizontale
23.785 – Tageshoch 19.09.
23.795 – Horizontale
23.855 – Tageshoch 15.09.
22.866 – SMA100 (daily)
23.883 – Tageshoch 10.09.
23.910 – Horizontale
23.970 – Bulle-Bär-Marke
23.990 – Tageshoch 02.09.
24.037 – Gap 01.09.
Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.
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