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Aktien

Dax: Rückenwind durch Deutsche Bank?

Über die Deutsche Bank, Monte dei Paschi – und die Schuld-Frage im Allgmeinen..

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Bekommt der Dax Rückwenwind durch die Deutsche Bank? Bekanntlich hat das US-Justizministerium eine Strafe von „nur“ 3,1 Milliarden Dollar verhängt, obendrauf kommen noch 4,1 Milliarden, die an US-Konsumenten innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren gezahlt werden müssen (dazu später gegen 09.30Uhr ein separater Artikel). Vorbörslich die Aktien der Deutschen Bank knapp 3% im Plus, man scheint vor allem zu feiern, dass nun die Unsicherheit raus ist als Belastungsfaktor. Ein ganz ähnliches Modell übrigens für die Credit Suisse: die Schweizer zahlen 2,48 Milliarden Dollar Strafe, 2,8 Milliarden Dollar gehen an US-Konsumenten innerhalb der nächsten fünf Jahre.

Die indirekte Botschaft des Ganzen ist doch: die Banken waren schuld, nicht die armen Amerikaner, die sich überteuerte Immobilien gekauft haben, die sie sich so oder so eigentlich gar nicht leisten konnten. Dass die US-Politik diese Immobilienblase praktisch in Gang gesetzt hat mit ihrem Mantra „Jeder Amerikaner soll ein eigenes Haus haben können“ (weil eben wir, die Amerikaner, die führende Nation der Welt sind und daher die Bürger nun mal einen Anspruch darauf haben – zahlen tun eh die Anderen) ist natürlich übelste antiamerikanische Propaganda, die sicher aus Moskau gesteuert ist. Oder sogar aus Nordkorea. Vielleicht auch Grönland.

Und nachdem der X-Dax gestern mit einem (überschaubaren) Abwärtsgap gestartet war, gelingt heute ein kleines Aufwärtsgap – in der Summe aber ist das ein Nullsummenspiel:

dax23-12-16

Dabei sind die Vorgaben aus Asien gar nicht so prächtig, der Nikkei geschlossen, weil man in Japan das ur-japanische Fest „Weihnachten“ schon einmal vorfeiert, in China wieder Druck bei den verschiedenen Indizes:

Shanghai Composite -0,94%
CSI300 -0,84%
ChiNext -1,07%
Nikkei: Heute Feiertag

Was gibt der heutige Tag noch her? London als wichtigstes Handelszentrum in Europa macht schon Mittags die Tore zu, das könnte spätestens ab dann also ziemlich dünn werden. Ziemlich dünn auch die Sache mit Monte dei Paschi: die Krisenbank hatte gestern am späten Abend bekannt gegeben, dass sie die erforderlichen fünf Milliarden Euro nicht aufbringen kann und offiziell um Staatshilfe gebeten – daher erst einmal kein Handel in der Aktie heute, auch die Anleihen der Bank vorerst ausgesetzt. Damit steht der größten (Teil-)Verstaatlichung in der italienischen Wirtschaftsgeschichte seit den 1930er-Jahren wohl nichts mehr im Weg. Was natürlich sehr bullisch ist, was sonst.

Sonst noch was? Ach ja, der Carl Icahn, Trumps kommender Berater in Regulierungsfragen, will schuldenfinanzierte Aktienrückkäufe (leveraged buy backs) verbieten lassen – was den größten Rally-Treiber der letzten Jahre bei den US-Indizes praktisch eliminieren würde. Auch das ist sicher irgendwie bullisch, wir suchen nur noch nach einer passenden Begründung in der Zwischenzeit..

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    KSchubert

    23. Dezember 2016 09:04 at 09:04

    Bin heute nicht mehr aktiv an den Märkten und wünsche allen DAX-Tradern (allen anderen natürlich auch :-) und Herrn Fugmann schon mal jetzt frohe Weihnachten! Eine schöne Zeit allen und bis „zwischen den Jahren“!

    VG

    KSchubert

    P.S.: Heute wird es (hat es aktuell schon) neue Jahreshochs geben! :-)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      23. Dezember 2016 09:06 at 09:06

      @KSchubert, frohe Weihnachten auch Ihnen! Na dass Sie die Finger still halten können heute, überrascht mich..

      • Avatar

        KSchubert

        23. Dezember 2016 09:21 at 09:21

        Möchte nur die positive Dezemberperformance halten! (Bringt gute Laune am Fest…)

  2. Avatar

    bademeister

    23. Dezember 2016 09:15 at 09:15

    Ja, alles bullish heute, ist doch schön so einen Tag vor Weihnachten.
    Deutsche Bank verkündet…und der Dax…der zündet… die letzte Kerze an.

    • Avatar

      ubsb55

      23. Dezember 2016 09:25 at 09:25

      Na, da kann man nur hoffen, dass nicht der ganze Baum brennt.

      Allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch nach 2017

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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