Dem DAX fehlen derzeit die entscheidenden Impulse für einen weiteren Anstieg. Entsprechend verharrt der deutsche Leitindex in einer hartnäckigen Seitwärtsphase. Am Freitag richten sich die Blicke auf den anhaltenden Ausverkauf bei Chip-Aktien, den Ölpreis im Zuge des Iran-Konflikts sowie die Inflationsdaten aus der Eurozone. Da der DAX vorbörslich bereits unter 24.700 Punkte notiert, steigt das Risiko eines Ausbruchs aus der Seitwärtsrange nach unten.
Chip-Aktien bleiben der größte Belastungsfaktor
Der wichtigste Belastungsfaktor bleibt derzeit der Halbleitersektor. Trotz überraschend starker Quartalszahlen und erneut angehobener Umsatz- sowie Investitionsziele des taiwanesischen Chipherstellers TSMC hielten die Gewinnmitnahmen im asiatischen Halbleitersektor an. Auch an der Wall Street setzte sich der Verkaufsdruck bei KI- und Chip-Aktien fort. Dass selbst hervorragende Unternehmenszahlen keine Kurssprünge mehr auslösen, deutet darauf hin, dass viele Anleger nach der starken KI-Rally der vergangenen Monate zunächst Gewinne mitnehmen.
Zusätzlicher Gegenwind kommt vom Ölmarkt. Zwar konsolidieren die Ölpreise nach ihrem jüngsten Anstieg, sie bewegen sich aber weiterhin auf einem erhöhten Niveau. Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Risiken rund um den Iran bestehen und könnten jederzeit für neue Unsicherheit an den Finanzmärkten sorgen.
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Ein weiterer Termin rückt am Freitag in den Fokus: Die endgültigen Verbraucherpreisdaten aus der Eurozone. Sollten die Inflationszahlen höher ausfallen als erwartet oder nach oben revidiert werden, könnten Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank erneut einen Dämpfer erhalten.
DAX-Ausblick: Darauf kommt es jetzt an
Der DAX setzte am Donnerstag sein zähes Ringen um die Marke von 25.000 Punkten fort. Zeitweise fiel der Leitindex bis auf 24.697 Punkte zurück, ehe er einen Teil der Verluste wieder aufholen konnte. Zum Handelsschluss stand schließlich ein Minus von 0,3 Prozent bei 24.915 Punkten.
Damit markierte der DAX den tiefsten Stand seit Ende Juni und rutschte zwischenzeitlich auch unter seine kurzfristig wichtige 50-Tage-Linie bei 24.851 Punkten. Zwar gelang den Käufern bis Handelsschluss die Rückkehr über die untere Begrenzung der Seitwärtsrange, mit den vorbörslichen Verlusten rückt nun jedoch ein Ausbruch auf der Unterseite zunehmend in den Fokus. Ob die Seitwärtsphase Bestand hat, dürfte sich bereits am Freitag entscheiden.
Bullisches Szenario
Sollte der DAX die Unterstützungszone um 24.610/600 Punkte erfolgreich verteidigen, könnte zunächst eine Erholung einsetzen. Erste Widerstände warten im Bereich von 24.800 Punkten – dort verläuft die ehemalige Unterkante der zuletzt verteidigten Seitwärtsrange. Aber erst ein Anstieg über die 50-Tage-Linie bei 24.851 Punkten würde das Chartbild wieder aufhellen und eine Ausweitung der Erholung bis 24.920 beziehungsweise 24.950 Punkte ermöglichen.
Bärisches Szenario
Bleibt der DAX dagegen unterhalb der ehemaligen Unterstützungszone um 24.800 Punkten, dürfte der Abwärtsdruck zunächst bestehen bleiben. In diesem Fall rückt zunächst die Unterstützung im Bereich von 24.610 bis 24.600 Punkten in den Fokus. Fällt auch diese Zone, könnte der Leitindex die nächste Auffangzone bei 24.545 Punkten anlaufen. Dort besteht zwar die Chance auf eine technische Gegenbewegung. Gelingt den Käufern auch hier keine nachhaltige Stabilisierung, könnten anschließend die nächsten Abwärtsziele bei 24.460 sowie im Bereich von 24.350 Punkten in den Fokus rücken, wo derzeit auch die 200-Tage-Linie verläuft.
DAX-Widerstände: 25.800, 25.851, 25.940, 25.021 (TH), 25.045
DAX-Unterstützungen: 24.696 (TT), 24.690, 24.650, 24.545, 24.460, 24.350
Dax-Chart auf TradingView-Basis
Fazit
Dem DAX fehlt derzeit weiterhin ein klarer Impuls. Während die Marke von 25.000 Punkten als hartnäckiger Widerstand bestehen bleibt, richten Anleger ihren Blick vor allem auf den anhaltenden Ausverkauf bei Chip-Aktien, die Entwicklung des Ölpreises und die Inflationsdaten aus der Eurozone. Erst wenn der Leitindex seine Seitwärtsrange nachhaltig verlässt, dürfte sich auch die kurzfristige Richtung an den Aktienmärkten klarer abzeichnen.
Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Handelsempfehlung dar.
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Die Tatsache, daß der Dax momentan in einer hartnäckigen Seitwärtsphase verharrt, ist möglicherweise auch der aktuellen Situation der Chemieindustrie im Zusammenhang mit dem weltweit größten Chemieriesen BASF AG geschuldet.
Schon im letzten Sommer wurden die 24 700 angetestet…man könnte auch sagen der DAX läuft sich fest…
Günstig ist der deutsche Leitindex eh nicht mehr…das war er bei den 2166 im März des Jahres 2003…
„könnten Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank erneut einen Dämpfer erhalten.“
Und ich dachte bis gerade eben, die hatten die Zinsen zuletzt erhöht. Na dann bin ich eben kein Experte.