Indizes

DAX scheitert – KI-Sorgen an US-Börsen belasten

DAX scheitert – KI-Sorgen an US-Börsen belasten
Grafik: ChatGPT

Der DAX hat am Donnerstag zunächst eine zentrale charttechnische Hürde überwunden und damit ein wichtiges Signal an den Markt gesendet. Der Ausbruch über die Marke von 25.000 Punkten schien zunächst gelungen. Doch wie bereits in den Tagen zuvor scheiterte auch dieser Ausbruchsversuch letztlich an schwachen US-Börsen. Vor dem Start der Wall Street konnte sich der deutsche Leitindex noch oberhalb dieser psychologisch wie technisch eminent wichtigen Schwelle behaupten. Darüber hinaus gelang ihm der Sprung über das bisherige Februar-Hoch bei knapp 25.100 Zählern.

Allerdings drehte die Stimmung im weiteren Handelsverlauf deutlich. Kurz vor Handelsschluss gab der DAX sämtliche Gewinne wieder ab und beendete den Tag kaum verändert bei 24.852 Punkten. Auslöser war ein kräftiger Verkaufsdruck an der Wall Street unmittelbar nach Handelsbeginn. Erneut gerieten insbesondere Technologiewerte unter massiven Abgabedruck, nachdem die Sorgen vor einer KI-bedingten Disruption weiter zugenommen hatten. Zudem kam es zu einer breit angelegten Enthebelung über mehrere Assetklassen hinweg, sodass neben Aktien auch Edelmetalle und Kryptowährungen deutlich nachgaben.

Fokus richtet sich auf US-Börsen

Zunächst trieb Siemens den DAX nach oben. Die Aktien des Technologiekonzerns legten zeitweise um mehr als 6 Prozent auf ein neues Rekordniveau zu, doch infolge der schwachen US-Börsen gerieten auch diese Gewinne unter Druck. Gleichzeitig fielen zahlreiche Tech-Aktien in den USA und drückten damit den Nasdaq 100 rund 2 % ins Minus.

Neue Impulse für die Börsen könnten von den um 14:30 Uhr anstehenden US-Inflationsdaten ausgehen, da sie als maßgeblicher Indikator für den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve gelten. Nachdem ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht zuletzt die Zinssenkungserwartungen von Juni auf Juli verschoben hatte, bleibt die weitere Entwicklung somit eng an die Konjunkturdaten gekoppelt.

DAX fällt nach Fehlausbruch

Nächster Rückschlag für die Bullen: Der DAX hat es erneut nicht geschafft, die Widerstandszone zwischen 25.020 und 25.100 Punkten nachhaltig zu überwinden. Damit bleibt der Breakout über das Verlaufshoch zunächst aus. Vorbörslich setzt der Index am Freitag seinen Rücksetzer fort und notiert bereits im Bereich von 24.800 Punkten, nachdem er am Vortag noch ein Hoch bei 25.239 Punkten markiert hatte. Schwache US-Börsen dürften das Sentiment zusätzlich belasten.

Kurzfristig rücken damit die potenziellen Supports um 24.800 Punkte in den Fokus. Ein signifikanter Bruch dieser Marke könnte den Verkaufsdruck spürbar erhöhen und Anschlussabgaben in Richtung 24.715 sowie 24.620 Punkte nach sich ziehen. In diesem Clusterbereich wäre eine technische Gegenbewegung denkbar. Darüber hinaus bleibt die wegweisende Horizontale bei 24.500 Punkten als übergeordnete Schlüsselunterstützung im Blick.

Auf der Oberseite dürften mögliche Erholungen zunächst im Bereich von 24.880 und 24.960 Punkten auf Widerstand treffen. Auch die Zone zwischen 25.020 und 25.100 Punkten fungiert weiterhin als markante Hürde, an dem erneut Verkaufsinteresse einsetzen könnte.

DAX unter Druck: Tech-Ausverkauf an US-Börsen belastet

Dax-Chart von TradingView

DAX Unterstützung:

24.813 – Tagestief 12.02.

24.800 – Horizontale

24.714 – Tagestief 09.02.

24.620 – Horizontale

24.475 – MOB-Marke

24.393 – Tagestief 06.02.

24.350 – Horizontale

24.272/266 – Doppeltief

DAX Widerstände

24.880 – Zwischenhoch

24.965 – Horizontale

25.000 – Psycho-Marke

25.098 – Horizontale

25.239 – Tageshoch 12.02.

25.279 – Gap 16.01.

25.356 – Horizontale

25.507 – Rekordhoch

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Ich halte den 47. US-Präsidenten Donald John Trump aktuell für industriepolisch kompetent. Und gerade deswegen bin ich wiederum über Präsident Trump verwundert, hinsichtlich seiner Parolen, die Fed möge doch bitte die Zinsen senken.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung


Meist gelesen 7 Tage