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Dax: Schlimmer, bevor es besser wird..

Wir gehen davon aus, dass der Index wohl nach unten noch nicht fertig "hat", also unter das bisherige Verlaufstief knapp über der 13100er-Marke fallen wird. Allerdings dürfte der Fall nicht so weit reichen, dass dann gleich die zentrale, vor dem impulsiven Anstieg dreimal getestete Unterstützung bei 12910 Punkten sofort angelaufen wird..

FMW-Redaktion

Der Dax hat nun ca. zwei Drittel seiner Kursgewinne seit dem impulsiven Anstieg ab Ende August wieder aufgezehrt. Und das ging ziemlich schnell, im Grund an zwei Handelstagen: am Dienstag und am Donnerstag der letzten Woche wurde der Löwenanteil der vorherigen Kursgewinne wieder aufgegeben – am Dienstag ganz ohne Nachrichten, am Donnerstag aufgrund des Steuerplans des US-Senats, der die Senkung der US-Untenrehmenssteuer erst ab dem Jahr 2019 vorsieht. Für die Wall Street wäre das eine mittlere Katastrophe, ist man doch fest davon ausgegangen, dass noch in diesem Jahr die Steuerreform beschlossen und dann ab 01.Januar 2018 auch wirksam werden würde.

Gleichzeitig stiegen die Anleiherenditen bei Staatsanleihen und vor allem bei Junk Bonds – man geht nun davon aus, dass die Fed wohl doch ernst macht mit weiteren Zinsanhebungen in 2018. Damit entsteht eine für die immer wichtiger werdenden Algos eine ungünstige Situation: normalerweise reagieren Anleihekurse positiv bei Aktien-Schwäche – ist das nicht der Fall, werden die Algos konfus, weil die Alternative 0 oder 1 nicht besteht (das war übrigens auch ein entscheidender Grund für den „Crash“ im August 2015: damals fielen Aktien stark, aber auch Anleihen, weil China US-Staatsanleihen verkaufte, um so den Yuan zu stützen).

Das ist eine nicht ungefährliche Mischung – fallende Aktien und fallende Anleihen. Das Chartbild des Dax wirkt nun angeschlagen:

Wir gehen davon aus, dass der Index wohl nach unten noch nicht fertig „hat“, also unter das bisherige Verlaufstief knapp über der 13100er-Marke fallen wird. Allerdings dürfte der Fall nicht so weit reichen, dass dann gleich die zentrale, vor dem impulsiven Anstieg dreimal getestete Unterstützung bei 12910 Punkten sofort angelaufen wird.

Nach wie vor dürfte es zunächst ein Hin und Her geben in Sachen US-Steuerreform: Hoffnung wird abgelöst durch Enttäuschung und Zweifel, dann wieder Hoffnung, dann wieder Unsicherheit – so der wahrscheinliche Ablauf in den nächsten Tagen. Dass die US-Steuerreform wirklich noch in diesem Jahr verabscheidet werden kann, ist zunehmend unwahrscheinlich.

Für die Bullen spricht aber die Saisonalität: je mehr es gegen Ende des Monats November geht, umso besser die Aussichten für die Optimisten – um Thanksgiving (in diesem Jahr am 27.11.) herum steigen die US-Indizes in schöner Regelmäßigkeit. Die Bären müssen also in den nächsten Tagen ihre Chance nutzen und wären dann gut beraten, danach in Wartestellung zu gehen und bei der nächsten Chance zuzuschlagen..



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