Indizes

Dax: Schon eingepreist? Mehr Schein als Sein

Noch kurz vor X-Dax-Eröffnung sah die Sache nicht so gut aus für den Dax, da die asaitischen Märkte teilweise sehr deutlich im Minus waren (Nikkei -1%, Shanghai Composite -1,5%, Hang Seng -2,2%). Aber dann kam plötzlich an Chinas Märkten die wundersame Drehung – zu vermuten ist, dass staatliche chinesischen Banken auf Geheiß Pekings als Käufer auftraten, um den freien Fall der zuletzt so stark gebeutelten chinesischen Indizes zu stoppen.

Das zog dann die US-Futures steil nach oben – und das wiederum sorgte dann für einen starken X-Dax-Start, der sich kurz zuvor so noch gar nicht abgezeichnet hatte. Mit anderen Worten: der starke X-Dax-Start ist weniger eine Folge des faulen Kompromisses zwischen CDU und CSU, sondern dem guten Willen Pekings zu verdanken.

Denn von einem Kompromiß war der Dax bereits gestern fest ausgegangen, sonst hätte sich der deutsche Leitindex gestern nach schwachem Start nicht so erholen können wie er es dann im gestrigen Handelsverlauf tat. Mit der Einigung zwischen CDU und CSU scheint nun alles wieder gut zu sein, aber die Sache ist doch innerlich morsch und alles andere als stabil. Ein einziger neuer Tropfen kann das Faß jetzt zum überlaufen bringen. Insofern ist das mehr Schein als Sein, trotz der Parolen der Regierungs-Beteiligten.

Nachdem der Dax zuletzt so schwer unter die Räder gekommen war, ist nun die Frage, ob er sich aus diesem Loch heraus arbeiten kann. Im besten passiert nun das, was ab Ende März begann, als wir eine ähnliche Chart-Formation hatten wie derzeit. Damals bildete sich ein Boden im Bereich 11800 Punkte, es ging nervös um diese Zone rauf und wieder runter, bevor dann doch der Ausbruch nach oben gelang:


(Siehe Kreis links im Chart; Chart durch anklicken vergrößern)

Kann das diesmal auch gelingen? Möglich, aber die Voraussetzungen sind derzeit ungünstiger als damals, weil die Abwärtstendenzen der deutschen Wirtschaft damals nicht so offenkundig waren wie derzeit und das Thema US-Zölle auf Autos aus der EU noch nicht so konkret war.

Heute verkürzter Handel in den USA, der Dax alos morgen alleine zu Hause – und es sind dann meist solche Tage ohne den „großen Bruder“ Wall Street, die zeigen, wie es um die innere Verfassung des Dax wirklich bestellt ist..



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