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Dax: Schon Wahnsinn..

Über Fakten und alternative Fakten..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Der Dax schnupper Höhenluft über der 12.000er-Marke – und was für die US-Indizes gilt, gilt wohl auch für den deutschen Leitindex. Viele hatten gedacht: der Höhenflug wird unterbrochen, wenn Trump bei seiner Rede vor dem US-Kongress nicht endlich konkret wird – und er wurde nicht konkret, die Aktienmärkte haussierten dennoch, weil man den Ton Trumps als gemäßigter empfand. Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass wir da nicht den „echten Trump“ gesehen haben, sondern einen neuen US-Präsidenten, der weiss, dass er die oppositionellen Demokraten braucht, um viele Vorhaben durchzusetzen – daher warf er einige „Zuckerl“ in Richtung der Demokraten.

Wie die neue US-Regierung dagegen wirklich denkt, zeigt ein gestern bekannt gewordenes Papier eben dieser Regierung, das faktisch aussagt: wir anerkennen die Regeln der WTO nicht, und das wird die Basis sein für die Erhebung von Importzöllen. Mit diesen Importzöllen wiederum sollen dann die geplanten Ausgaben refinanziert werden – oder eben durch den erwarteten Boom der Wirtschaft, wie Trump kürzlich angedeutet hatte. Wäre nur blöd, wenn dieser Boom gar nicht kommt – schon die Importsteuer würde viele amerikanische Firmen schwer treffen, da sie eben diese Steuer bezahlen müssten!

Aber all das ficht die Märkte nicht an – auch nicht, dass die Fed wohl doch im März die Zinsen anheben wird (und danach weitere Schritte plant), wie heute Nacht gemachte Aussagen des bislang extrem dovishen Fed-Mitglieds Brainard zeigen. Sie antwortete übrigens auf die Frage, ob die US-Aktienmärkte in einer Blase seien mit dem Satz: „valuations are stretched“ (Bewertungen sind „ausgedehnt“). In der Summe bedeutet das: der Fed geht die aktuelle Entwicklung zu weit, sie versucht zu bremsen, um die Überhitzung der Konjunktur zu vermeiden – vor allem dann, wenn wirklich der massive Stimulus durch die Trump-Regierung kommen würde (womit die Fed inzwischen fest rechnet, wie Aussagen von New York-Chef Dudley vorgestern zeigten).

Wie auch immer: der X-Dax bleibt auf hohem Niveau , obwohl Chinas Märkte noch zum Handelsende hin ins Minus gedreht sind und der Nikkei einen Teil seiner Gewinne abgegeben hatte:

Nun fungiert das gestern überbotene Jahreshoch bei 12034 Punkten als erste Unterstützung, dann folgt die Zone um 11970. Nicht unwahrscheinlich, dass der Dax diesen Bereich noch einmal anläuft – um dann vermutlich wieder nach oben zu drehen.

Kursziele auf der Oberseite erkennt man nur im größeren Zeitfenster (Tageschart):

Im Frühjahr 2015 waren wir auf ähnlichen Niveaus, sodass Widerstand im Bereich 12060 bis 12100 wartet, darüner dann der Bereich 12230 und schließlich das Allzeithoch bei 12400 Punkten.

Insgesamt kann man sagen: schon Wahnsinn was abläuft – aber dieser Wahnsinn hat scheinbar Methode. Und diese Methode heißt: alternative Fakten..

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Marko

    2. März 2017 10:53 at 10:53

    Hallo Markus,

    “ Aber die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass wir da nicht den „echten Trump“ gesehen haben, sondern einen neuen US-Präsidenten, der weiss, dass er die oppositionellen Demokraten braucht, um viele Vorhaben durchzusetzen – daher warf er einige „Zuckerl“ in Richtung der Demokraten.“

    Das muss er doch sowieso machen, eine Mauer für ca. 30 Mrd USD (eigentlich für nix und wieder nix !), Mexiko beleidigen,der Muslimenbann, Obamacare abschaffen, die Importsteuer… Hab ich was vergessen ? :D

    Kommt mir vor wie ein Elefant im Porzellanlanden.

    Denkt der Donald wirklich, „America first“, und das wird einen Boom auslösen, gerade die Importsteuer ? Gehts noch ? „Gegenmaßnahmen“ der betroffenen Staaten dürften nicht erfolgen, Donald im Wunderland ?

    „Aber all das ficht die Märkte nicht an – auch nicht, dass die Fed wohl doch im März die Zinsen anheben wird (und danach weitere Schritte plant), wie heute Nacht gemachte Aussagen des bislang extrem dovishen Fed-Mitglieds Brainard zeigen.“

    die Zinserhöhung an sich, wäre doch sowieso erfolgt, egal ob es die Clinton oder der Donald wäre, die Zinsen sind zu niedrig, wegen des Lehman-Fehlers der US-Regierung, das ficht den Aktienmarkt nicht an.

    3 mal eine Zinserhöhung im März, Juni und September zu je 0,25 % – interessiert den Markt nicht. Ganz im Gegenteil, das ist „gut“ für die Märkte, alle ! Auch den Anleihenmarkt.

  2. Avatar

    Marko

    2. März 2017 11:15 at 11:15

    Und ich glaube nicht, dass der Donald dumm ist.
    Der Donald ist eines: ein Präsident , der versucht, seine Wahlversprechen einzuhalten, davon gibt es nicht allzuviele.
    Und natürlich ist für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen.
    Sein Problem ist, er sagt: „America first“ und vergisst teilweise die anderen oder eigentlich hauptsächlich.. ;)

    Er ist (hoffentlich) in der Realität angekommen. Die Realität ist eben jene, dass man sich diplomatisch verhält, eben wie ein Poltiker, wenigstens ansatzweise.
    Die 100 Tage-Probezeit ist ja noch nicht vorüber… ;)

  3. Avatar

    gerd

    2. März 2017 11:35 at 11:35

    „Denkt der Donald wirklich, „America first“, und das wird einen Boom auslösen, gerade die Importsteuer ?“
    Was der denkt, weiß ich nicht.

    Aber den Boom hat er schon jetzt ausgelöst. Schauen Sie sich alle zuletzt veröffentlichten Indikatoren an.
    Er bräuchte jetzt gar nichts mehr in die Wege zu leiten. Seine übertriebenen Ankündigungen, die aber geglaubt wurden, haben womöglich das stetige durch billiges Geld angefachte Wachstum bereits in einen sich selbst tragenden Aufschwung verwandelt. In der Wirtschaft, an der Börse und sonstwo ist Psychologie bereits die halbe Miete.

    • Avatar

      Marko

      2. März 2017 13:05 at 13:05

      Nein, der Donald hat doch gesagt „America first“, dass seine Wahlversprechen unrealtisch sind, darum gehts doch gar nicht.
      Natürlich ist da viel Populismus mit dabei, auf youtube findet man übrigens ein Video, aus dem Jahr 2015, da sagt er dasselbe.

      Aber ich gebe zu bedenken ,egal ober Clinton oder Trump, die hohen Bewertungen sehen wir bei den Anleihemärkten, geschuldelt durch einen Blackout der US-Regierung, damals bei Lehman. Die Folgen sehen wir bis heute !!!

      Ich wurde schon geragt sind die Aktienmäkte hoch bewertet ?

  4. Avatar

    Peter

    2. März 2017 11:47 at 11:47

    Hallo Markus,
    dass Zinsanhebungen für Aktienmärkte schlecht sind, ist theoretisch richtig, aber es gibt genügend Bsp. für das Gegenteil, siehe die (größeren) Zinsschritte bis 2007…
    Natürlich übertreiben Märkte momentan nach oben, aber der Wahnsinn kann noch weitergehen…
    Take care of you!
    Gruß
    Peter

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Aktienmärkte: „Die Coronakrise ist vorbei“ – wirklich?

Markus Fugmann

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„Die Coronakrise ist für die Aktienmärkte vorbei“, sagt der Mathematiker und Vermögensverwalter Andreas Beck. Diese Aussage überrascht, schließlich stecken wir mitten im zweiten, diesmal „differenzierten Lockdown“ (O-Ton Markus Söder) mit enormen wirtschaftlichen Folgeschäden. Andreas Beck rechnet aber dennoch mit einem guten Jahrzehnt für die Aktienmärkte – schon mangels Alternative angesichts der von den Notenbanken manipulierten Anleihemärkte. Die Nullzinsen, so Beck, hätten sich bereist bei Immobilien niedergeschlagen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis das auch die Aktienmärkte vollständig einpreisen.

Aktienmärkte und Coronakrise: Das Jahrzehnt der Aktie?

Seit dem 09.November – der Meldung von BioNTech/Pfizer – haben die Aktienmärkte einen Paradigmenwechsel vollzogen: Man kauft die „Corona-Verlierer“. Für Andreas Beck bedeutet das: die Aktienmärkte blicken schon auf die Zeit nach der Coronakrise (auch die Rohstoff-Märkte, siehe etwa die Rally bei Kupfer, das für die Industrie sehr wichtig ist). Man preist also eine vollständige Erholung der Wirtschaft ein, eben weil die Coronakrise vorbei doch vorbei sei. Der Wirtschaft sei der zweite Lockdown faktisch „egal“ – sie habe sich an die neuen Umstände angepaßt.

Nun ist Andreas Beck Vermögensverwalter und Mathematiker, kein Epidemologe. Nun hat kürzlich der britische Epidemologe und Berater des britischen Premiers Boris Johnson, Jonathan Van-Tam, kürzlich davon gesprochen, dass die Coronakrise „niemals“ vorbei gehen werde (hier seine Aussage im Video). Ist es vielleicht doch so, dass Andreas Beck und mit ihm die Aktienmärkte die Coronakrise zu früh abhaken, also das Fell des Bären schon verteilen, bevor er erlegt ist?

Eines ist für Andreas Beck klar: die Schulden der Staaten werden niemals zurück gezahlt werden können – daher weredn sich die Staaten am Privatvermögen sener Bürger bedienen (müssen). Auch klar für Beck ist weiterhin: die demokratischen Länder werden sich die Dominanz der US-Tech-Unternehmen nicht mehr lange gefallen lassen. Er geht daher davon aus, dass in diesem Jahrzehnt daher dann „value“ besser laufen sollte als „growth“ und erklärt, wie er selbst investiert ist:

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Für die Aktienmärkte ist die Coronakrise vorbei, sagt Vermögensverwalter Andreas Beck

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Steigenden Renditen? Tesla, Snowflake, China-Aktie

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Zahlreiche Themen werden besprochen wie die Arbeitsmarktdaten für November, Anleiherenditen, Tesla uvm.

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BioNTech: Das plant das Unternehmen wirklich – Werbung

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Lieber Börsianer,

die Aktien der Impftstoff-Entwickler wie BioNTech, Curevac oder Moderna gehen derzeit durch die Decke. Die Story ist auch zu gut und für jeden offensichtlich. Denn wir alle wissen, in den kommenden Monaten und Jahren müssen große Teile der Weltbevölkerung gegen das Covid-Virus geimpft werden, wenn die Menschheit die Pandemie tatsächlich besiegen will. Marktbeobachter sehen teilweise ein Marktpotenzial für die führenden Impfstoffe, so sie denn flächendeckend eingesetzt werden, von bis zu 100 Milliarden USD. Wahnsinn, oder?

Trotzdem muss ich Wasser in den Wein gießen. Ich behaupte die Impf-Party ist weitgehend gefeiert, die Story ist in den Aktien der BioNTech und Moderna weitgehend eingepreist.

Noch ein Problem dieser Covid-Geschäftsmodelle: Wenn die Vakzine tatsächlich so funktionieren, wie es derzeit den Anschein hat, machen sich diese Unternehmen am Markt ziemlich rasch überflüssig, zumindest zunächst. Denn BioNTech und Co. haben kein Produkt mehr, wenn das Virus nach Erreichung einer relativen Herdenimmunität gehen wird. Weitsichtige Börsianer fürchten diesen Effekt jetzt schon und rechnen mit massiven Kursrückgängen.

Ist die Euphorie rund um die Impfstoff-Entwickler also übertrieben? Droht hier nächstens ein böser Rückschlag?

Die Frage ist unvollständig gestellt. Denn es geht bei BioNTech und Co. nur vordergründig um das Covid-Vakzin. Die eigentliche Sensation der letzten Monate und Wochen ist eine andere, nämlich die Technologie, mit der den Unternehmen der Durchbruch gelungen ist.

Erstmals wurde ein Vakzin auf der Basis der sog. Boten-RNA entwickelt. Von dieser Gentechnologie spricht die Branche schon seit einigen Jahren, ohne dass jemals irgendein ein marktfähiger Wirkstoff das Licht der Medizinwelt erblickt hätte.

Das hat sich nun geändert. BioNTech und Moderna haben sich früh der Erforschung dieser Boten-RNA gewidmet und dabei nun sehr wahrscheinlich diesem gentechnischen Ansatz zum Durchbruch verholfen. Dabei brauchen wir diese Technologie im Moment zur Bekämpfung der Covid-Pandemie. Solche Jahrhundert-Pandemien…..

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