Indizes

Iran-Konflikt bleibt Unsicherheitsfaktor DAX schwach trotz Wall-Street-Rally: Was steckt dahinter?

Grafik: ChatGPT

Der DAX bleibt nach der jüngsten Rally in einer spannenden Phase zwischen Konsolidierung und möglichem Ausbruch. Während die US-Börsen dank des KI-Booms weiter von Rekord zu Rekord eilen, fehlte dem deutschen Index bislang die Dynamik für den Sprung über die Marke von 25.000 Punkten. Gleichzeitig richtet sich der Fokus der Anleger weiterhin auf die geopolitische Lage im Nahen Osten und die Frage, ob den zuletzt positiven Signalen nun auch konkrete Schritte zur Entspannung rund um die Straße von Hormus folgen.


Werbung

DAX zwischen Rally und Konsolidierung

Nach dem zweitägigen Kursfeuerwerk haben die Anleger im DAX zunächst Gewinne mitgenommen. Der deutsche Leitindex konnte die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten nicht überwinden und ging stattdessen in eine erwartete Konsolidierungsphase über. Trotz der starken Vorgaben aus den USA, wo KI-Aktien den Nasdaq 100 und den S&P 500 auf neue Rekordstände trieben, ging dem DAX am Donnerstag die Puste aus. Hauptgrund dafür bleibt die hohe Abhängigkeit des deutschen Aktienmarktes von klassischen Industrie- und Old-Economy-Werten, während der vergleichsweise geringe Anteil großer Tech- und KI-Unternehmen den Index deutlich weniger vom aktuellen KI-Boom profitieren lässt.

Im kurzfristigen DAX-Ausblick bleibt die Marke von 25.000 Punkten entscheidend. Erst ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das Chartbild weiter aufhellen und Raum für neue Wochenhochs schaffen. Zunächst richtet sich der Blick aber wieder nach unten.

Welche Marken jetzt die Richtung vorgeben


Werbung



Auf der Unterseite hat der DAX das 38er-Retracement bei rund 24.700 Punkten bereits zum Börsenschluss unterschritten. Den Handelstag beendete der Index mit einem Minus von rund einem Prozent bei 24.663 Punkten. Nachbörslich beschleunigte sich der Rücklauf weiter, sodass der DAX zeitweise unter die Marke von 24.400 Punkten fiel. Da bislang eine klare Stabilisierung ausblieb, dürfte der Index mit einem deutlichen Abwärtsgap (24.663) in den Freitagshandel starten.

Damit rückt nun das 61,8er-Retracement bei 24.424 Punkten in den Fokus. Sollte diese Marke nicht halten und der DAX unter das Ausbruchsniveau bei 24.380/400 Punkten zurückfallen, würde sich das Chartbild wieder deutlich eintrüben. Die Zone gilt nach dem jüngsten Ausbruch derzeit als entscheidende kurzfristige Stabilisierungslinie. Fällt der DAX nachhaltig darunter, dürfte die runde Marke von 24.000 Punkten wieder ins Visier rücken.

Szenarien für den DAX

Im etwas bullischeren Szenario A könnte der Rücklauf bis an das 61er-Fibonacci-Retracement bereits ausgereicht haben, um die kurzfristig überkaufte Marktlage abzubauen. In diesem Fall dürfte der DAX ausgehend vom Supportbereich um 24.400 Punkte erneut Kurs auf die Marke von 25.000 Punkten nehmen. Zuvor muss der Index allerdings wichtige Widerstände bei 24.673, 24.764 und 24.850 Punkten überwinden. Erst danach würde die runde Marke wieder in den Fokus rücken.

Im aktuell präferierten Szenario B könnte der DAX seine Konsolidierung dagegen in einer breiten Handelsspanne fortsetzen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Unterstützung bei 24.380 Punkten verteidigt wird. In diesem Fall könnte der Index zunächst zwischen 24.380 und 24.760 Punkten pendeln. Hält der Support jedoch nicht, dürfte sich der Rücklauf in Richtung der 200-Tage-Linie bei 24.116 sowie der 24.000 Punkte ausweiten, wo anschließend der nächste Anstiegsversuch starten könnte.

DAX-Index mit Rückschlag trotz Wall-Street-Rally - Iran-Konflikt belastet

Marktumfeld und Einflussfaktoren

Die Anleger beobachten weiterhin aufmerksam die geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Zwar bleibt die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Spannungen zwischen den USA und Iran bestehen, konkrete Fortschritte in den Verhandlungen lassen bislang jedoch auf sich warten. Zudem gibt es Meldungen, dass der Iran US-Schiffe angreift, während die USA Anlagen im Iran zerstören. Dennoch sagt Trump, die Waffenruhe gelte weiter.

Besonders im Fokus steht weiterhin die Straße von Hormus. Trotz der angespannten Lage wirkten zuletzt sinkende Ölpreise stabilisierend auf die Aktienmärkte. Hintergrund sind Spekulationen über eine mögliche Vereinbarung zwischen den USA und Iran. Laut einer US-Absichtserklärung könnte eine schrittweise Wiederöffnung der wichtigen Handelsroute mit einem Ende der US-Blockade iranischer Häfen verbunden werden.

Allerdings deutet genau dieser Plan darauf hin, dass eine vollständige Normalisierung der Lage noch Zeit benötigen dürfte. Entsprechend vorsichtig bleiben viele Investoren derzeit positioniert.

Fazit: Der DAX befindet sich nach der starken Aufwärtsbewegung weiterhin in einer entscheidenden Konsolidierungsphase. Solange die Unterstützung bei 24.380 Punkten verteidigt wird, bleibt das kurzfristige Chartbild konstruktiv. Für neue Aufwärtsdynamik benötigt der Markt allerdings einen nachhaltigen Ausbruch über die Marke von 25.000 Punkten. Dafür braucht es jedoch frische Impulse – insbesondere mit Blick auf den Nahostkonflikt. Neben der Charttechnik bleibt daher vor allem die geopolitische Nachrichtenlage rund um den Iran-Konflikt und die Straße von Hormus der wichtigste Impulsgeber für den weiteren Kursverlauf.



Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

2 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Der DAX Performance Index liegt zu 55 Prozent in ausländischer Hand..vielleicht ist dort des Rätsels Lösung zu suchen…die Zeiten wo der deutsche Kleinanleger im DAX investiert ist …sind lange vorbei…nur um die Jahrtausendwende gab’s ein kleines Plus von 51 Prozent…

    Die Deutschen schaffen ihr Geld lieber in fast niedrig verzinste Anleihen…das sieht man ja an der deutschen Umlaufrendite… die mit ihren knapp 3 Prozent nun wirklich keine Bäume ausreißt…

  2. Hallo Herr Jäger, ich lese normalerweise jeden Morgen Ihren Beitrag und fand vor allen Dingen die verschiedenen Zahlenwerte interessant, die Sie in einer tabellarischen Form sowohl für steigende als auch für fallende Kurse angegeben haben. Für mich persönlich wurden mit diesen Angaben gewisse Anhaltspunkte vermittelt, wonach ich mich häufig gerichtet habe. Seit einigen Tagen vermisse ich diese Daten, was ich wirklich schade finde. Es wäre toll, wenn Sie wieder zu der vorherigen Darstellungsform zurück kommen würden.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung


Meist gelesen 7 Tage

Die mobile Version verlassen
Place this code at the end of your tag:
Place this code at the end of your tag:
Capital.com CFD Handels App
Kostenfrei
Jetzt handeln Jetzt handeln

76% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld.