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Dax: Schwerer Rückschlag! Über ein Geschäftsmodell mit begrenzten Aussichten..

Der Dax hat sich im Vorfeld der zentralen Ereignisse in der nächsten Woche in eine charttechnisch schlechte Ausgangsposition gebracht..

Markus Fugmann

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am

Gestern lautete unser Titel zum morgendlichen Dax-Ausblick: „Jetzt muß er liefern“! Aber er hat eben nicht geliefert, sondern ist ziemlich bombastisch gescheitert! Statt die wichtige Zone bei 12920/25 Punkten zu überwinden, fiel der Dax nach dem Scheitern an diesem Widerstand gestern kontinuierlich zurück. Auf X-Dax-Basis ging es runter bis in die Zone bei 12650 Punkten:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Warum? Nicht so ganz klar – der Abstand des Dax zur Wall Street wird jedenfalls immer größer:


(Dax orange, S&P 500 schwarz; Chart durch anklicken vergrößern)

Klar ist: der Dax hat viel zu verlieren, wenn die Sache mit den Trumpschen Zöllen aus dem Ruder läuft. China hat inzwischen schon zu viel Power und kann daher den USA richtig weh tun – aber hat diese Power auch Deutschland mit seinem Geschäftsmodell? Einem Geschäftsmodell, das einer Monokultur gleicht und daher besonders anfällig ist, wenn jemand wie Trump die Spieregeln ändern will.

Dazu die Verwundbarkeit Deutschlands in Europa und der Eurozone, wo sich mit der neuen Regierung in Rom die Gewichte mehr und mehr zu ungunsten Deutschlands verschieben: erst der Austritt der Briten aus der EU, nun auch Italien neben den Ostmitteleuropäern im Club der Brüssel-Skeptiker – all das bringt den wirtschaftlichen Hegemon Deutschland, der gleichzeitig ein militärischer Zwerg ist, in eine schwierige Lage. Aufgrund dieser Gemengelage erscheint also eine Skepsis gegenüber dem Dax, erscheint die Skepsis über die Zukunftsaussichten für das deutsche Geschäftsmodell insgesamt, durchaus angebracht!

Tatsächlich konnte die gutgläubige Naivität, die der Dax noch kürzlich an den Tag gelegt hatte, nicht gut gehen – und das ging dann ja auch nicht gut. Aus sich heraus hat der Dax derzeit wohl kaum die Kraft für eine saftige Gegenbwegung, er kann sich also kaum an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen. Also braucht er die Unterstützung der Wall Street, die gestern wieder einmal Bäumchen-wechsel-dich spielte mit nun schwächeren Tech-Werten und stärkeren Banken-Werten.

In der nächsten Woche steht so viel an, was die Märkte nach oben oder nach unten bringen kann: Trump in Singapur, die Fed und die EZB – sowie der Verfall am Freitag. Der Dax jedenfalls hat sich im Vorfeld dieser zentralen Ereignisse in eine charttechnisch schlechte Ausgangsposition gebracht – das läßt erahnen, das es ziemlch übel kommen könnte für den deutschen Leitindex. Vielleicht hilft die sich abzeichnende Pause in der Euro-Rally dem deutschen AKtienmarkt – vermutlich wird der Euro aber nach dieser Pause wieder steigen (nach der Fed-Zinsanhebung), wenn die EZB wirklich das Ende des QE verkündet, dürfte dann aber auch von dieser Seite heftiger Gegenwind für den Dax zu erwarten sein!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    permabear

    8. Juni 2018 09:15 at 09:15

    Ich würde sagen das liegt am Konjunkturoptimismus

  2. Avatar

    Columbo

    8. Juni 2018 09:41 at 09:41

    Wie soll denn die EZB in einer derart kritischen Lage(unter anderem wieder steigende italienische Bondrenditen)das Ende des QE verkünden? Ich kann mir das nicht vorstellen. Draghi wird halt was Geheimnisvolles von sich geben wie zum Beispiel: „Möglicherweise, vielleicht…falls… unter der Bedingung…wir behalten uns vor, alle Möglichkeiten offen zu halten“.

  3. Avatar

    Wolfgang M.

    8. Juni 2018 10:47 at 10:47

    Markus, Sie haben zwar ein paar wunde Punkte Deutschlands angesprochen, aber gleich das ganze deutsche Modell in Frage stellen? Der Export funktioniert u.a. deshalb so gut, weil wir höherwertige Produkte herstellen, die im Ausland begehrt sind. Nicht nur Autos (jeder 7. Arbeitsplatz hat mit dem Automobil zu tun), sondern es ist vor allem der Maschinenbau, getragen von unserem Mittelstand. 60% unserer Ausfuhren von 1,27 Bio. € gingen 2017 nach Europa, 111 Mrd. in die USA und 86 Mrd. nach China. Deshalb derzeit auch die Dax-Schwäche, weil sich die Exporte nach Europa stark abgeschwächt haben. Selbst wenn der 71-jährige Trump die Handesbeziehungen weiter in seinem Sinne durcheinander bringt, könnte das Ganze als Boomerang auf ihn zurückfallen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es in den nächsten 2 1/2 -Jahren seiner ersten Wahlperiode zu einer Rezession kommt (im 11. und 12. Jahr des Aufschwungs). Die Chancen auf eine Wiederwahl in einer Rezession sind erfahrungsgemäß nicht so groß.
    Was Italien angeht, wurde heute im HB gemutmaßt, dass im Mai bereits 50 Mrd. € das Land verlassen haben, wohin? „You can make an educated guess!“ Ich habe schon darüber geschrieben, dass die Märkte Italien vor sich her treiben werden. Sollte die neue Regierung unfinanzierbare Programme vorantreiben, werden die Zinsen derartig schnell ansteigen und es wird eine Kapitalflucht einsetzen (ohne Kapitalverkehrskontrollen), so dass derartige Vorhaben schnell eingestampft werden (müssen). Sie haben schon recht, die Sommermonate könnten ruppig werden, aber die deutsche Ingenieurskunst wird so schnell nicht redundant. Nichtsdestotrotz sollte Deutschland die Exportquote angehen, im Sinne von Investitionen in die inländische marode Infrastruktur.
    Gruß

  4. Avatar

    K Wohmann

    11. Juni 2018 10:54 at 10:54

    Der Markt klettert weiter, egal welche Problem anstehen. Denn die Käufer sind vornehmlich aus dem Bereich der Gelddruck-Nationalbanken und es geht nur noch darum, in den Besitz wichtiger Unternehmen und Technologien zu kommnen – egal zu welchem Preis. Und Gläubiger kennen Nationalbanken beim Gelddrucken ja nicht.

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Rüdiger Born: Dynamik im Nasdaq – was tun?

Rüdiger Born

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Aktienmärkte: Großbritanniens FTSE 100, vor einer Aufholjagd?

Wolfgang Müller

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Stehen die Aktienmärkte Großbritanniens, vor allem der FTSE 100, vor einer Aufholjagd? Knapp viereinhalb Jahre dauert das Gezerre um den EU-Austritt Großbritanniens schon, der Brexit, der mit dem Referendum vom 23. Juni 2016 eingeleitet wurde. Jetzt ist es nur noch ein Monat bis zum letzten Datum. Entsprechend gelitten haben die britischen Aktienmärkte, weil Anleger eine starke Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen auf der Insel erwarten. Eine Chance für ein Comeback international aufgestellter Titel?

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Aktienmärkte in Großbritannien: Die Einpreisung der Schwierigkeiten

Betrachtet man sich die Performance der Leitindizes verschiedener Länder, so kann man feststellen, dass die Investoren aufgrund des britischen Sonderweges einen kleinen Bogen um die Insel gemacht haben. Seit dem Referendum sahen die Entwicklungen der internationalen Aktienmärkte wie folgt aus (bis Ende November):

S&P 500 pus 73 Prozent
Dax plus 32 Prozent
CAC 40 plus 27 Prozent
FTSE 100 minus 14 Prozent

Auch die britische Währung hat unter dem Sonderweg stark gelitten, von 0,76 zum Euro auf aktuell 0,90 EUR/GBP.

Großbritanniens Schwäche ist auch ein relativ hohes Leistungsbilanzdefizit, also der Handel von Waren und Dienstleistungen mit dem Ausland. 2019 lag dieses Defizit bei 4,0 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die britische Volkswirtschaft ist auf Kapitalzuflüsse aus dem Ausland angewiesen –  aber würde eine Abwertung des britischen Pfunds nicht auch Vorteile für die Exportwirtschaft generieren?

Gibt es ein Comeback britischer Aktien?

Die ersten Fondsmanager rechnen mit einem Aufschwung des britischen „Footsies“, denn britische Aktien haben im Vergleich zu den internationalen Märkten ein 50-Jahrestief erreicht. Es gibt viele Aktien, die in der Skepsis gegenüber der eigensinnigen Politik von Premier Boris Johnson über Gebühr verloren haben. Ob aus dem Pharmasektor – es gibt auch noch andere Werte als AstraZenecca -, dem Bankensektor (mit niedrigsten Kurs/Buchverhältnissen) oder aus dem Energiebereich, der an der Wall Street gerade so ein gewaltiges Comeback gefeiert hat. BP und Shell sind Energieriesen, die aber sehr von der Entwicklung des Ölpreises abhängen.

Für 2021 sind Fondsmanager der Hoffnung, dass die Bewertungslücke zu Europa wieder etwas geschlossen wird. Vor allem wenn es zu einem Handelsabkommen mit der EU kommen sollte. Außerdem darben derzeit viele britische Aktien im Sammelindex FTSE 100, die als Global Player ihre Gewinne außerhalb Großbritanniens einfahren. Mitgefangen, mitgehangen – aber wie schnell sich die Aktienmärkte umorientieren können, haben wir in letzter Zeit bei der Branchenrotation zwischen Growth und Value beobachten können. Auf der anderen Seite gilt es zu bedenken, dass Empfehlungen von Investmentbanken wie Morgan Stanley eigentlich nur bedeuten können: man hat schon einen Fuß in der Tür.

Fazit

Die Aktienmärkte und damit zahllose Investoren hatten Zeit genug, um die wirtschaftlichen Konsequenzen des britischen Sonderwegs in die Kursentwicklung einfließen zu lassen.

Was ist also, wenn es doch nicht so schlimm kommt, wie man es vorsorglich bedacht hat? Oder wenn es doch noch eine Lösung auf den letzten Drücker gibt? So oder so dürfte der 31. Dezember nicht mehr viel an großen negativen Überraschungen liefern, die Zeit bis zum Jahresende bleibt aber spannend. Beim Kampf um die Impfstoffzulassung, beim Fight um eine Jahresendrally für die Aktienmärkte – und um die Jahresperformance in der aktiven Fondsbranche und beim ersten Vortasten auf aussichtsreiche Investments für das Jahr 2021.

Die Aktienmärkte Großbritanniens: Potential für den FTSE 100 nach dem Brexit?

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