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Indizes

Dax: Sehr weit aus dem Fenster gelehnt!

Der Dax hat sich gestern sehr weit aus dem Fenster gelehnt – wenn das mal gut geht!

Markus Fugmann

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Der Dax hat sich gestern sehr weit aus dem Fenster gelehnt und sich besser entwickelt alles andere europäische Indizes, vor allem aber als die Wall Street! Die Gründe dafür sind eigentlich nicht wirklich klar, der Euro schon länger schwach, warumalso gestern der Anstieg? Wegen der Apple-Zahlen wohl nicht – denn der Dax hat mit Apple rein gar nichts zu tun als ein Index, der mit Tech kaum etwas am Hut hat!

Aber der Unterschied zwischen dem S&P 500 und dem Dax ist enorm inzwischen, nachdem der deutsche Leiitndex lange hinterher gelaufen war:


(Chart durch anklicken vergrößern; Dax schwarz, S&P orange)

Da wird schon der Euro eine Rolle spielen – der Dax jedenfalls liegt nach langer Zeit im Chartvergleich mit dem Euro-Dollar jetzt obenauf:


(Chart durch anklicken vergrößern; Dax orange, Euro orange)

Damit der Dax da oben bleiben kann, darf die Wall Street nicht weiter absacken! Jene Wall Street, bei der die US-Indizes nun die Aufwärtstrendlinien seit Anfang April testen – fallen sie da durch, kann es schnell ungemütlich werden! Die gestrige Reaktion auf die Fed war dabei durchaus aufschlußreich: erst Freude mit einem Anstieg der Aktienmärkte, dann das Scheitern des S&P 500 an der 2660er-Widerstandsmarke, dann der Abverkauf mit einem Schlußkurs auf Tagestief. Nicht sehr bullisch, wenn man ehrlich ist!

Der Dax scheint sich darum nicht zu kümmern, nachdem gestern der lang ersehnte Durchbruch durch die 12650er-Widerstandsmarke gelungen war. Aber in der Vergangenheit war es stets so, dass der Hund zum Herrchen zurück kam, auch wenn er sich zwischenzeitlich einmal weiter von ihm enfernt – und der Hund ist der Dax, das Herrchen der S&P 500! Sehr unwahrscheinlich, dass es diesmal ganz anders kommt!

Klar: der starke Dollar wird langsam eine echte Belastng für die Wall Street. Er wird aber auch zur Belastung für die „Restwelt“, die in Dollar verschuldet ist. Starker Dollar heißt schlichtweg weniger Liquidität – insofern ist eine weitere Dollar-Aufwertung eben auch Gift für die Aktienmärkte!

Und man darf nicht vergessen: die Liquiditätsparty an den Aktienmärkten war flankiert durch einen schwachen Dollar – und wenn sich das jetzt umdreht, weil die Fed ernst macht mit der Straffung der Geldpolitik, ist das für die Aktienmärkte ingesamt und damit auch für den Dax (der viel auch von US-Investoren gekauft wird, die aber nun eine Abwertung des Euro fürchten müssen, was mögliche Dax-Gewinne für sie schmälert!) ein Problem!

Chsarttechnisch wäre für den Dax jetzt wichtig, die gestern überbotene 12650er-Marke zu halten:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Auf der Oberseite der nächste Wicderstand beim gestrigen Tageshoch im Bereich 12840 – erst ein Anstieg darüber würde die drohenden Gefahren durch die Wall Street für den Dax schmälern!

 


Fenster des Sony Centers in Berlin: die Fallhöhe ist hoch..
CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=14200

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Beobachter

    3. Mai 2018 09:43 at 09:43

    Vielleicht hat der Bridgewater DAX–Baissier seine letztenShorts eingedeckt u.den DAX gepusht.Anderseits ist es normal, wenn ein Ausbruch erst nach mehreren Versuchen gelingt, dass er dann umso kräftiger wird.
    Ich glaube, dass auch dieser Ausbruch wieder als einer der vielen Fehlausbrüchen der letzten Zeit endet.
    Es erstaunt mich übrigens ,dass der Donald sich nicht mehr gegen den starken Dollar wehrt.Es genügt eine Twittermeldung von Donald u.der Euro steigt u.den DAX sehen wir dann bei – 300 Punkten.

  2. Avatar

    Wolfgang M.

    3. Mai 2018 09:44 at 09:44

    Der starke Anstieg des Dax dürfte markttechnischer Natur gewesen sein. Wie oft war der Markt an der Zone 12600/50 gescheitert, wie oft haben wir von Charttechnikern gehört der Markt müsse über diese Zone gehen, an der auch die sehr beachtete 200-Tageslinie liegt? Und wie oft sind Anleger an dieser Zone erfolgreich ausgestiegen oder haben auf fallende Kurse gesetzt? Markus hat selbst davon gesprochen, dass der Dax „gefühlt 20 Jahre an dieser Zone gescheitert sei. Wie viele automatische Programme wurden hier bei Überschreiten auf Kaufen gestellt? Diese Konstellation gab es beim CAC 40 oder beim FTSE 100 nicht. Meine Interpretation.

  3. Avatar

    Kritisch

    3. Mai 2018 09:48 at 09:48

    Sehr, eigentlich wie (fast) immer, treffende und tiefgehende Analyse – Danke.
    Das neue Erscheinungsbild ist echt klasse!

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Finanznews

Aktien: Generation Z und die Spekulation! Marktgeflüster (Video)

Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht wieder Schlagzeilen und pusht auch heute wieder bestimme Aktien nach oben. Das böse Ende aber wird kommen..

Markus Fugmann

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Die Generation Z (ab 1995 Geborene) macht auch heute wieder Schlagzeilen und pusht wieder Aktien wie Gamestop oder Beyond Meat nach oben. Diese Generation Z wird nicht nur den Klimawandel ausbaden müssen, sondern ahnt auch, dass sie seit langer Zeit die erste Generation sein wird, für die der Kuchen nicht größer, sondern vermutlich kleiner sein wird. Und diese Generation Z wähnt sich nun durch die Fed und andere Notenbanken in einem Casino, in dem man ohne Risiko zocken könne – weil Aktien angeblich immer steigen. Aber an der Börse hat die Mehrheit schon immer verloren, und das wird diesmal nicht anders sein..

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Aktien

Wall Street: Kommen jetzt Regulierungen durch die Biden-Regierung?

Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Was passiert mit den Monopolen der großen Tech-Firmen?

Wolfgang Müller

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Wird es für die Wall Street unter Biden sehr viel schwieriger als unter Trump? Bereits seit Monaten wird darüber spekuliert, wie eine demokratische Regierung den großen Techfirmen mit ihren monopolartigen Stellungen zu Leibe rücken wird. Schon die Bildung der Regierung wird Hinweise darauf geben, viele designierte Minister haben bereits in der Regierung unter Barack Obama politische Posten bekleidet.

Die Wall Street und der Abbau der Regulierungen

Die Ära Trump war für die Wall Street geprägt von Deregulierungen, insbesondere im Finanzsektor, was natürlich den oberen Einkommensklassen zugute kam – trotz seiner Beteuerungen dem Establishment auf den Leib rücken zu wollen. Joe Biden hat bereits im Wahlkampf davon gesprochen, gegen die wachsende Ungleichheit im Lande vorgehen zu wollen, was zwangsläufig auf einen Machtkampf mit der Wall Street hinauslaufen würde. Jetzt hat er aber mit der neuen Finanzministerin Janet Yellen, der einstigen Notenbankchefin, eine Entscheidung gefällt, die eher Kontinuität als Radikalität in Finanzfragen erwarten lässt. Sie unterstützt natürlich das Corona-Hilfspaket von 1,9 Billionen Dollar, zu dem die Ministerin vor dem Senat betonte, dass diese Verschuldung mehr nutze, als dass sie schade. Ihre Zielstellung seien mehr und besser bezahlte Jobs und höherer Wohlstand für mehr Amerikaner.

Die letzten Personalentscheidungen deuten aber daraufhin, dass man die Wall Street doch in Teilbereichen stärker regulieren wolle.

Chef der Börsenaufsichtsbehörde SEC soll Gary Gensler werden, ein Mann, der schon von 2009 bis 2014, also unter der Präsidentschaft von Barrack Obama, die Aufsicht über die Derivate CFTC innehatte. Er hatte damals die Untersuchungen bei den Manipulationen des Zinssatzes Libor geleitet und die Finanzreform umgesetzt. Er gilt als harter Hund in der Szene, aber wie könnte es auch anders sein – er hatte zuvor schon 20 Jahre bei Goldman Sachs gearbeitet.

Die Aufgaben der SEC dürften gewaltig sein, im Stadium der derzeitigen Spekulationsauswüchse. Zum Beispiel bei den Special Purpose Acquisition Companies, kurz SPAC genannt. Firmen, die zunächst Kapital über einen Börsengang einsammeln, um das Geld in die Übernahme eines noch nicht feststehenden Unternehmens zu investieren. Ein kaum regulierter Bereich, bei dem es wieder auf Kosten der Kleinanleger gehen könnte. Bereits in den ersten drei Wochen wurden im Bereich der SPACS schon wieder 56 solcher Mantelfirmen an die Börse gebracht und 16 Milliarden Dollar an Geldern eingesammelt. Nach 300 Firmen im Jahr 2020.

Was Gensler auch besonders auszeichnet, sind seine Kenntnisse im Bereich der Kryptowährungen – einem Thema, über welches er auch an seiner Universität gelehrt hat. Er hat sich zur Szene schon sehr kritisch geäußert und wird sich ganz besonders mit Fintech-Unternehmen und Kryptowährungen befassen.

Unterstützt wird Gensler von Rohit Chopra, der Chef der Verbraucherschutzbehörde für Finanzprodukte (CFPB) werden soll, die nach der Finanzkrise gegründet wurde.

Der Mann hatte sich bereits in in seiner Zeit bei einer anderen Behörde gegen die Macht der großen Tech-Konzerne ausgesprochen. Er stimmte für die Klage der Behörde gegen Facebooks ungesetzliche Monopolisierung, der sich auch eine Gruppe von Generalstaatsanwälten angeschlossen. Unter Trump war der Einfluss der Verbraucherschutzbehörde deutlich zurückgefahren worden.

Chef der Bankenaufsicht (OCC) soll Michael Barr werden, ein Mann der auch schon im Finanzministerium zu Obamas Zeiten gearbeitet hatte und nun auf 1200 Banken ein Auge werfen soll.

Die Personalauswahl Bidens zeigt in jedem Fall, dass dem Schutz der Verbraucher zulasten der großen Firmen mehr Bedeutung zukommen wird – und das könnte ein Problem für die Wall Street werden.

Fazit

Wieder einmal stellt sich bei einer neuen Regierung die Frage, wie viel von den Programmpunkten aus dem Wahlkampf im politischen Kampf und vor allem gegen das mächtige Kapital der Wall Street in den USA umgesetzt werden kann. Wer glaubt, dass es jetzt zu einer größeren Umverteilung von Wall Street zu Main Street kommen würde, dürfte ein bisschen blauäugig sein. Bidens Mannschaft besteht aus vielen älteren Semestern, die schon unter Barrack Obama im Einsatz waren.

Außerdem spielen die Wall Street und die Kapitalmärkte in den USA eine viel dominantere Rolle als in allen anderen Industriestaaten der Welt. Es dürfte kaum Gouverneure, Senatoren und Politiker in führenden Positionen geben, die nicht auf einem großen Aktienpaket sitzen. Den Ast ansägen, auf dem man selbst sitzt? Das beste Beispiel ist doch die ehrwürdige Sprecherin der Demokraten, die bereits 80-jährige Nancy Pelosi. Wenn die Grande Dame der US-Demokraten sogar eine halbe Million Dollar für Optionen auf die Tesla-Aktie gesetzt hat, erst vor Kurzem und bereits in der Gewissheit in Regierungsverantwortung zu stehen, was werden wohl die anderen Abgeordneten in ihrem Vermögensdepots haben? Bestimmt kein gefülltes Girokonto, wie unser Finanzminister.

Ergo: Regulierungen an der Wall Street werden kommen, aber wohl immer noch mit Schonung des Aktien-Wunderlandes USA.

Wird die Biden-Regierung die Wall Street bald stärker regulieren?

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