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Dax Sentiment: Crash führt zu Panik!

Stimmung ist im Keller

Dax Crash Panik

Der DAX hat in der vergangenen Woche einen herben Rücksetzer verkraften müssen – das kann man schon als Crash bezeichnen. Der hohe Ölpreis ist der Haupttreiber der Inflation. Doch eine grüne Politik in Europa und den USA verhindert jegliche Investitionen in den Ausbau der Ölförderung. Die Notenbankchefs, sowohl Jay Powell in den USA als auch Christine Lagarde in Europa, sehen die Dramatik dieser Entwicklung nicht, im Gegenteil: Lagarde hat nochmals bestärkt, in Europa nur grüne Investitionen zuzulassen.

DAX: die Märkte stürzen ab

So stürzt der DAX und andere Märkte nun ab. Ein Ende der Inflation kann nur durch Kaufzurückhaltung bei zu hohen Priesen, und damit aber auch gleichzeitig durch eine heftige Rezession erreicht werden.

Das Anlegersentiment reagiert entsprechend: Um 5,2%-Punkte ist die Anlegerstimmung auf -5,3% eingebrochen. Einen vergleichbar heftigen Stimmungseinbruch gab es zuletzt im vergangenen November, als die Aktienmärkte ihr Allzeithoch erreicht hatten und in den Sinkflug übergingen.

Anleger sind stark verunsichert, unsere Umfrage ermittelt einen Wert von -4,9, nachdem in der Vorwoche die Verunsicherung kurzzeitig verflogen schien.

Die Zukunftserwartung für den DAX wird weiterhin von Pessimisten dominiert, sie ist auf den Wert von -1,0 gefallen. Wir müssen über ein Jahr zurückgehen, um einen ähnlich großen Bärenüberhang zu finden.

Komischerweise bleibt die Investitionsbereitschaft im DAX mit einem Wert von +1,2 stabil auf moderatem Niveau. Entweder es wird im aktuellen Ausverkauf schon wieder eine Gelegenheit gesehen, oder aber viele Anleger haben sich Short positioniert, wollen also von einem Crash des DAX profitieren.

Das Euwax-Sentiment der Privatanleger war diese Woche schon auf -10 gerutscht, notiert derzeit jedoch nur noch bei -6,5. Man hat sich also rechtzeitig vor dem aktuellen Ausverkauf abgesichert.

Ganz anders als bei den Privatanlegern sieht es bei den institutionellen Anlegern aus. Das Put/Call-Verhältnis der Eurex, über die sich die Profis absichern, zeigt mit einem Wert von 1,3 ein durchschnittliches Niveau von Absicherungskäufen. Auch in den USA zeigt das Put/Call-Verhältnis der CBOE ein rückläufiges Absicherungsverhalten.

Und auch US-Fondsmanager haben nun in der dritten Woche in Folge ihre vormals extrem niedrige Investitionsquote wieder etwas aufgestockt, diese Woche von 34% auf 50%. Zu früh?

Das Bulle/Bär-Verhältnis der US-Privatanleger steht bei -26%, die Bären haben diese Woche wieder Zulauf bekommen. Mit 47% Bären sind mehr als doppelt so viele Anleger pessimistisch gestimmt wie optimistisch.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 28% moderate Angst an.

Interpretation der Stimmung im DAX

In der Vergangenheit folgte auf einen so heftigen Stimmungseinbruch, wie wir ihn diese Woche erleben, stets eine nennenswerte Gegenbewegung von 2-4% innerhalb der folgenden zwei Wochen … außer im März 2020, im Coronacrash: Damals folgte auf einen DAX-Einbruch von 12% eine Woche mit -3% und dann nochmals ein Minus von 20%!

Ich denke, diese kurze Übersicht zeigt, dass wir uns in einer Extremsituation befinden. Anleger müssen nun entscheiden, ob die Welt ins Chaos stürzt, oder aber noch gerettet werden kann. Die jüngsten Entscheidungen der Notenbanken haben Benzin ins Feuer gegossen. Je später die Notenbanken die geldpolitischen Zügel anziehen, desto stärker müssen sie daran ziehen. Anleger fürchten, dass die Kraft irgendwann nicht mehr ausreichen könnte.

Aktuell werden jedoch die Marktkräfte übersehen: Mit Target hat der erste US-Einzelhändler angekündigt, seinen zu hohen Lagerbestand mit Preisnachlässen zu verkaufen. Vielleicht sehen wir in den kommenden Wochen ja weitere Anzeichen dafür, dass der Markt auch ohne Notenbank die Inflation in den Griff bekommt.

Doch vorerst ist Panik im Markt zu spüren: Panik vor einer ausufernden Inflation, vor einer Rezession, vor einem langen Krieg in der Ukraine, vor einer erneuten Verschärfung des Lockdowns in China, …

Häufig genug war es eine gute Idee, in Angst und Panik hinein zu kaufen. Wenn eine Gegenbewegung erfolgt, kann man später noch immer beurteilen, ob die Angst berechtigt ist … und gegebenenfalls wieder aussteigen. Das einzige Mal, als dieses Verhalten falsch war, war mitten im Coronacrash.

Doch der Coronacrash war etwas Unbekanntes, für das es damals keine Lösung gab. Der heutige Crash ist durch Fehlentscheidungen erzeugt: Eine zu zögerliche EZB, eine zu zögerliche US-Notenbank sowie eine Klimapolitik, die in der aktuellen Marktphase für viele Wirtschaftszweige schädlich ist. Das sind Dinge, für die Lösungen bekannt sind. Es fehlt nur noch der Rückhalt in der Bevölkerung, um solche unpopulären Schritte zu gehen.

Damit ist jedoch in meinen Augen ein Ausverkauf, wie im Coronacrash, derzeit nicht zu fürchten.

Hinweis: Bei aktiver Beteiligung (https://www.animusx.de/) an den wöchentlichen Umfragen erhalten Sie die Ergebnisse (Grafiken nebst schriftlicher Auswertung) kostenlos



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