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Dax Sentiment: Extreme Angst und Panik ermöglicht Bodenbildung

Ist das der Boden für den DAX?

Dax Panik und Angst

Halten Sie sich fest: Der DAX ist in der abgelaufenen Woche um 2% angesprungen, dennoch notiert das Anlegersentiment im extrem negativen Bereich.

DAX Sentiment: Panik und extreme Angst

Zweimal gab es Panik in der abgelaufenen Woche. Einmal am Montag, als alle Probleme der Welt zusammen kamen und dazu führten, jegliche Hoffnung auf Lösungen als Phantasterei abzutun. Und ein zweites Mal am Donnerstag, als der Stablecoin Luna implodierte. Am Dienstag und am heutigen Freitag erholte sich der Aktienmarkt leicht. Doch die Erholung kommt bei den Anlegern noch nicht an, wie das vorläufige Ergebnis unserer Umfrage zeigt.

Das Anlegersentiment im DAX ist mit einem Wert von -5,2 weiterhin im extrem negativen Bereich (Vorwoche -5,8). Es ist die 18. Woche in Folge mit einer negativen Anlegerstimmung, die mit Abstand längste Phase der Niedergeschlagenheit am Markt in den vergangenen acht Jahren. Die Stimmung unter den Anlegern ist niedergeschlagen und resigniert. Auch die Verunsicherung bleibt mit einem Wert von -5,6 weiterhin groß (Vorwoche -8,1).

Die Erwartung unserer Umfrageteilnehmer an die Aktienmarktentwicklung der kommenden drei Monate ist immerhin leicht ins Positive gedreht: +0,4 nach -0,6 in der Vorwoche. Das könnte ein Fünkchen Hoffnung für den DAX sein.

Die Investitionsbereitschaft bleibt mit einem Wert von 1,6 (Vorwoche 2,0) moderat.

Das Euwax Sentiment der Privatanleger ist auf einen Wert von -3 leicht angestiegen. Der Absicherungsbedarf ist auf dem aktuellen Niveau offensichtlich nicht mehr so groß.

Institutionelle Anleger hingegen sichern sich derzeit kräftig mit Puts ab, das Put/Call-Verhältnis der Eurex ist auf 2,3% angestiegen.

Auch US-Anleger greifen zu Puts, wie das Put/Call-Verhältnis der CBOE zeigt. Sowohl in Deutschland als auch in den USA werden extrem viele Put-Absicherungen gekauft.

Boah, US-Fondsanleger haben ihre Investitionsquote auf 24% reduziert (Vorwoche 32%). Coronacrash, Eurokrise 2011 und Finanzkrise 2008 fallen mir da ein, nur in diesen Extremsituationen war die Investitionsquote der US-Fondsmanager noch kleiner.

Das Bulle/Bär-Verhältnis ist mit einem Wert von -25% extrem bärisch, aber nicht mehr so pessimistisch wie vor zwei Wochen mit einem Extremwert von -40%. Der Anteil der Bären ist seither von 59% auf 49% zurück gegangen. Der Bullenanteil verharrt auf niedrigem Niveau bei 24%.

Der technische Angst und Gier Indikator des S&P500 ist auf 12 gerutscht und signalisiert extreme Angst im Markt. Auch der Short Range Oscillator notiert unter der Schwelle von -4 und deutet auf eine überverkaufte Marktsituation hin.

Interpretation der Stimmung im DAX

Angst und Panik sind Anzeichen dafür, dass nun auch die letzten Verkaufswilligen ihre Aktien verkauft haben.

– Längste Phase negativer Stimmung in unserer Umfrage seit 8 Jahren
– Niedrigste Bullenquote in US-Stimmungsumfrage seit 40 Jahren
– Extrem niedrige Investitionsquote der US-Fondsanleger

Und noch viele andere Indikatoren sprechen dafür, dass wir zumindest vorläufig einen Boden beim DAX gefunden haben. Die hohe Put-Absicherung der institutionellen Anleger in Deutschland sowie der Anleger in den USA zieht einen Boden unter dem aktuellen Kursniveau ein. Sollten die Kurse tiefer fallen, werden Put-Absicherungen aufgelöst, was zu einer Nachfrage führt, die ein weiteres Abrutschen verhindert.

Wie jede Woche so gilt auch dieses Mal: Negative Ereignisse können die Aussage der Sentiment-Umfrage zunichte machen. Der Kollaps des Luna und die vermeintlich zu zaghafte Vorgehensweise der US-Notenbank haben diese Woche zu einer weiteren Eskalation des Ausverkaufs geführt.

Nehmen wir mal an, es passiert für die kommenden Tage mal nichts, was noch schlimmer ist als das, was wir ohnehin bereits in den vergangenen Monaten erleben mussten. Die Kurse würden weiter steigen.

Doch die Liste der Probleme ist lang und es fällt nicht schwer, sich noch Schlimmeres vorzustellen. Insbesondere lastet aber weiterhin die Perspektivlosigkeit auf der Stimmung der DAX-Anleger.

Hinweis: Bei aktiver Beteiligung (https://www.animusx.de/) an den wöchentlichen Umfragen erhalten Sie die Ergebnisse (Grafiken nebst schriftlicher Auswertung) kostenlos.



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