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Dax: Sentimentanalyse zeigt: die Zuversicht ist im Keller!

Nicht nur Profianleger und Ökonomen tappen im Dunkeln..

Seit knapp drei Wochen pendeln die Aktienkurse in Deutschland, pendelt der Dax um die 10500 Punkte-Marke. Gleichzeitig verschlechtern sich die Konjunktur- und Wirtschaftsdaten im Tagesrhythmus. Auf der anderen Seite gibt es zaghafte Hoffnungen mit den ersten Lockerungen des Lockdowns. Was macht diese Gemengelage mit der Psyche der Anleger?

Dax: Das Fazit der wöchentlichen Umfrage

Stephan Heibel, der Leiter der wöchentlichen Umfrage des Handelsblatts bei Anlegern, bringt es so auf den Punkt: Die Stimmung der Anleger ist auf das tiefste Niveau seit Beginn der Coronakrise gefallen. Eigentlich ein gutes Zeichen, wenn da nicht ein ungewöhnlich starker Zukunftspessimismus vorherrschen würde.

Die erhobenen Werte im Einzelnen

Die aktuelle Stimmung der Anleger ist auf minus 2,4 Punkte gefallen, ein neuer Tiefstwert seit Ausbreitung von Covid-19. Was eigentlich eine gute Basis für Kursanstiege beim Dax wäre (Kurse klettern an einer „Wall of Worries“), allerdings gibt der geschwundene Zukunftoptimismus, oder die fehlende Investitionsbereitschaft zu denken. Diese hat sich weiter eingetrübt, von plus 1,1 auf minus 0,1 Punkte. Vor vier Wochen hatte die Zuversicht noch den Rekordstand von 5,8 Punkten erreicht. Damit scheinen sich in den nächsten beiden Wochen mehr Anleger von ihren Aktien trennen zu wollen, beziehungsweise zu beabsichtigen, ihre Positionierung zurückzuschrauben.

Stephan Heibel gewinnt aus diesen Daten folgende Erkenntnis:

„Ich glaube, dass noch viele Anleger Aktienpositionen gerade In den Verliererwerten der Coronakrise in ihren Depots haben und diese gerne loswerden möchten. Der Verlust des DAX in der abgelaufenen Woche mit minus 2,7 Prozent, könnte diese Absicht noch bestärkt haben.“

Was machen die Spekulanten?

An der Euwax in Stuttgart zeigt das Sentiment der Privaten mit minus 10 Punkten einen sehr großen Pessimismus der Anleger an. Es besteht ein großes Interesse der Absicherung oder der Spekulation auf fallende Kurse.

Die Profis an der Eurex in Frankfurt haben ihre Zuversicht (zu Wochenauftakt) verloren und ihre letztwöchige Spekulation auf steigende Notierungen beim Dax aufgelöst, man ist inzwischen neutral aufgestellt.

Ein Blick nach Amerika: Dort zeigt sich nach Heibels Erkenntnissen ein ähnliches Bild wie hierzulande.

Das Bull/Bear-Ratio ist auf pessimistische minus 25 gefallen und auch die Profianleger sind derzeit neutral positioniert.

Die Fondsmanager haben in der letzten Woche ihre Investitionsquote von 29 auf 45 Prozent angehoben. Der vielbeachtete Fear&Greed-Index, der sich aus mehreren Einzelfaktoren zusammensetzt, ist von seinen März-Tiefen langsam nach oben geklettert und hat neutrale 43 Punkte erreicht. Ebenso wie der stark schwankende Short-Range Oscillator des S&P 500, der zu Wochenbeginn eine neutrale Marktverfassung aufwies.

Fazit

Es wäre schon verwunderlich, wenn sich bei der Umfrage unter Anlegern eindeutige Signale für eine Positionierung ergeben hätten. Nicht nur Profianleger und Ökonomen tappen im Dunkeln angesichts einer Gemengelage aus einem von medizinischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägten Umfeld. Alle Anleger, ob private oder professionelle lesen die täglichen Wasserstandsmeldungen von der Infektionsfront, die Wirtschaftsmeldungen mit ihrem Ausnahmecharakter (in ihrer Tiefe), die Spekulationen um eine langsame Aufhebung der Lockdown-Maßnahmen sowie die vermeintlichen Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung. Wer kann sich aus alledem derzeit einen Reim machen?

Der Dax steigt, aber das Sentiment ist pessimistisch



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