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Im Dax vor der Bundestagswahl noch mal schnell Short gehen?

Bei der Bundestagswahl am Sonntag wird ein neuer Bundestag gewählt

Kann oder sollte man jetzt noch mal schnell auf einen fallenden Dax setzen, zum Beispiel über Optionsscheine, CFDs oder Zertifikate? Denn am Sonntag ist Bundestagswahl. Es gibt das alte Börsianersprichwort „Politische Börsen haben kurze Beine“. Und das gilt seit Jahrzehnten. Immer wieder gibt es vor Wahlen große Ängste bei Börsianern, dass eine neue Regierung ganz schlimme Nachteile für Aktionäre und Unternehmen bedeuten könnte – und nach der Wahl tritt dann in der Regel ziemlich schnell Erleichterung ein, dass die Angst doch deutlich größer war als die harmlose Realität nach der Wahl.

Dax Short? Blick auf Olaf Scholz und den möglichen Links-Grün-Ruck

Denn keine neue Regierung kann es sich leisten, dass eine Massenflucht an Unternehmern und Facharbeitern ins Ausland einsetzt, weil die Steuerbelastung nun endgültig zu hoch ist. Aber: Sollte man als Börsianer diesmal doch auf einen ab Montag fallenden Dax setzen, weil diesmal alles anders sein könnte als in den letzten Jahrzehnten auf Bundesebene? Eine Koalition aus SPD, Grünen und Linken ist denkbar. Wie glanzvoll diese Kombination funktionieren kann, erkennt man bereits im „Failed State“ Berlin, also dem Bundesland Berlin. Dort sieht man die Auswirkungen so einer Koalition. Der Mietendeckel, der das Angebot an Mietwohnungen dramatisch schrumpfen ließ, und jetzt die Bemühungen für die Enteignung großer Wohnungsunternehmen sind nur die Spitze des Eisbergs aus der planwirtschaftlichen Weltanschauung.

Dass Grüne und Linke Steuern erhöhen wollen, ist kein Geheimnis. Auch Olaf Scholz als neuer Kanzler, der bekennende Sparbuch-Anleger, lässt klar durchblicken, dass er für die Geldanlage in Aktien nicht wirklich viel übrig hat. Sein Ministerium peitschte unlängst ein aberwitziges Gesetz durch, das seit Anfang dieses Jahres in Kraft ist. Es bewirkt, dass die jährliche Verlustverrechnung auf 20.000 Euro begrenzt wird. Dies kann real dazu führen, dass Privatanleger nach Steuern bei Termingeschäften Verluste machen, obwohl sie vor Steuern Gewinne machen.

Der breiten medialen Öffentlichkeit blieb ein Interview von Olaf Scholz mit einem YouTuber im März diesen Jahres wohl verborgen. Dort kam seine Geisteshaltung recht gut durch. Zum Beispiel kommt seiner Meinung nach Kritik an einer möglichen Finanztransaktionssteuer nur von reichen Leuten, die nicht zusätzliche Steuern zahlen wollen, und ihren Lobbyverbänden, gegen die er kämpfe. Dass auch Kleinanleger davon betroffen wären, auf den Gedanken kommt er gar nicht erst.

Einer muss bezahlen

Die große Klimawende der Grünen muss natürlich irgendwie bezahlt werden. Und seien wir mal ehrlich. Wer die Zeche bezahlen soll, da könnten sich Grüne, Linke und SPD doch recht schnell einig werden. Spitzenverdiener und Menschen, die Geld an der Börse investieren. Denn wer an der Börse Geld anlegt, muss ja ein reicher Kapitalist sein? Und beim Thema Spitzenverdiener: Jede Wette, man wird sich noch wundern, wie viele normale Bürger mit relativ normalen Gehältern plötzlich in diese Kategorie fallen, wenn die Steuerlast erstmal angehoben wird!

So oder so, ein Links-Grün-Ruck auf Bundesebene wäre wirklich etwas fundamental anderes, als früher mal eine Koalition aus SPD und Grünen, wo noch Gerhard Schröder und Joschka Fischer gemeinsam Realpolitik gemacht haben. Denn der nun vorherrschende Klima-Notstand, der braucht auch Notstands-Steuererhöhungen? Natürlich ist Rot-Rot-Grün das Worst Case-Szenario. Aber dass sich die Politik nach Links verschiebt, egal in welcher Konstellation, ist doch höchst wahrscheinlich. Die Tendenz geht zu höheren Steuern, und vor allem zu immer mehr Regulierung für Bürger und Unternehmen! Man könnte mit einer Dax-Short-Wette jetzt noch auf die Schnelle darauf setzen, dass die Börse am Montag erschrocken aufwacht – so wie auch praktisch alle Politik-Experten am Morgen nach der Trump-Wahl und der Brexit-Wahl total überrascht waren.

Angela Merkel bedeutete komatöse Verlässlichkeit

Aber wer weiß… macht die CDU doch noch ein paar Prozentpunkte gut, und/oder die FDP wird mal wieder das Zünglein an der Waage als entspannender Faktor gegen all zu schlimme Maßnahmen von Links-Grün? Dann könnten wieder die politischen Börsen mit den ganz kurzen Beinen schnell zugegen sein. Eines sollte man nicht vergessen: Seit gefühlt 50 Jahren (in Wirklichkeit seit 2005) war Angela Merkel Kanzlerin. Jetzt hört sie auf. Damit wird auch eine gewissen Form von Stabilität und Verlässlichkeit für die deutsche Wirtschaft beendet. Die einschläfernde, nichts sagende und passive Politik von Angela Merkel hatte da auch ihr Gutes: Man wusste, woran man war, große Veränderungen oder Überraschungen gab es nicht. Das brachte Planungssicherheit. Dies kann sich jetzt ändern. Am Montag kann es im Dax turbulent zugehen, oder der Wahlausgang wird für den Dax eine maue Nullnummer. Beides ist möglich.

Verlauf im Dax seit dem Jahr 2005
Im Chart sehen wir den Verlauf des Dax seit dem Jahr 2005, wo Angela Merkel Kanzlerin wurde. Seitdem stieg der Index von 5.000 auf jetzt über 15.000 Punkte. Mit Angela Merkel hatte das wohl kaum etwas zu tun. Aber wenn jetzt nach einer so ewig langen Zeit von Merkel-Regierungen ein kräftiger Linksruck Einzug hält auf Bundesebene, kann das den Dax negativ beeinflussen? Entscheiden Sie selbst. Am Montag sind wir alle schlauer.



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3 Kommentare

  1. „Man könnte mit einer Dax-Short-Wette jetzt noch auf die Schnelle darauf setzen, dass die Börse am Montag erschrocken aufwacht – so wie auch praktisch alle Politik-Experten am Morgen nach der Trump-Wahl und der Brexit-Wahl total überrascht waren.“

    Herr Kummerfeld, ich denke nicht ,das alle praktisch überrascht aufwachen, und am Montag sagen. Der Dax fällt um 200-500-1000Punkte ?
    Wen dem so wäre,, wäre der Dax weit vorher gefallen ?!? Solche Kursreaktionen sollten, sagen wir mal zu 50 %, eingepreist sein ? Das die das sehen, dass Laschet hinten liegt, ok …

    Das eine Links-Regierung natürlich der totale Müll ist, klar…

    Aber, was ist wenn die CDU vorne liegt ?

    „Eines sollte man nicht vergessen: Seit gefühlt 50 Jahren (in Wirklichkeit seit 2005) war Angela Merkel Kanzlerin. Jetzt hört sie auf. Damit wird auch eine gewissen Form von Stabilität und Verlässlichkeit für die deutsche Wirtschaft beendet. “

    Eines sollte man beachten, Sie unterstellen, dass Deutschland nur durch Frau Merkel regiert wurde, aber : Da gibt´s noch anderer Koaltionen, Stichwort „große Koalition“..

    Ja von mir aus könnt Ihr heftig short gehen.

    Nur dann…. :

  2. Aber wenn jetzt nach einer so ewig langen Zeit von Merkel-Regierungen ein kräftiger Linksruck Einzug hält auf Bundesebene, kann das den Dax negativ beeinflussen? Entscheiden Sie selbst. Am Montag sind wir alle schlauer.

    Ein heftiger Linksruck, würde folgendes beuteten, einen ROT-ROT-Grüne Regierung. Das würde automatisch bedeuten, dass die „Mega-Linken“ regieren, die „Mega-Linken“, sind die ehemalige PDS, heute die Linke, die zum Beipiel Deutschlands Nato-Austritt wollen, na dann…

    Wenn man die Kommunisten regieren lässt, fällt Europa auseinander., Reichensteuer, Verstaatlichung von Banken. also den Kommunismus reloded, wie wäre es denn dann, dass man die BRD abschafft und die DDR wieder „einführt“ ? Welcher Idiot macht das ?!??

    wieso nicht gleich die Mauer zur DDR wieder aufbauen ?

    „Zitat die Linke :
    Ein neuer Sozialstaat: Eine Gesellschaft, die Sicherheit schafft und Wandel ermöglicht, ist nur mit ausreichender und krisenfester sozialer Absicherung machbar. Die Pandemie hat gezeigt, dass Leistungen viel zu knapp bemessen sind. Wir wollen dafür sorgen, dass niemand im Monat weniger als 1.200 Euro zur Verfügung hat. Das ist unsere Grenze für ein gerechtes Mindesteinkommen. Wir wollen eine Versicherung gegen Erwerbslosigkeit, die auch Soloselbstständige absichert. Die Zeit von Hartz IV ist abgelaufen. Wir kämpfen für eine Mindestsicherung, die sanktionsfrei ist, also nicht gekürzt werden kann.“

    Und wer soll den ganzen Kram bezahlen, die aus „Linke-Sicht“ Superreichen ? Also „Normal-Verdiener“ mit einem Bruttoeinkommen von ca 3000 EuR ?

    Die „echten Superreichen“ sind dann schon längst in der Schweiz, Österreich oder sonstwo ?

    Und mehr gibt dazu nicht zu sagen.

    Wenn ROT-ROT-GRÜN „drankommt“, tja ja dann ist Deutschland im Eimer…

  3. Die Linke (PDS-SED)- Parteiprogramm

    Keine Rendite mit der Miete: Corona hat viele Menschen dazu gezwungen, zu Hause zu bleiben oder dort zu arbeiten. Aber immer weniger können sich ihre Wohnungen leisten. Die Mieten sind in den vergangenen Jahren explodiert, durch die Städte walzt das Immobilienkapital und verspricht Renditen. Wir wollen Mietendeckel im gesamten Bundesgebiet möglich machen. Unser Ziel: die Explosion der Mieten nicht nur bremsen, sondern beenden und rückgängig machen. Besonders hohe Mieten müssen abgesenkt werden. Immobilienkonzerne wollen wir von der Börse nehmen. Es ist notwendig, dass im Jahr mindestens 250.000 zusätzliche Wohnungen geschaffen werden, die dauerhaft bezahlbar sind.

    „Keine Rendite mit der Miete:“, also dann müssen große Immobilen Konzerne ihr gesamtes Geschäftsmodell aufgeben.

    wieso noch nicht auch die Tankstellen „stillegen“ ? Oder Energieversoger wie beispielweise RWE oder EON , werden aufgrund der hohen Engegriepreise stillgelegt. bzw Sie müssen alle Kosten zum Selbstkostenpreis an den privaten Verbraucher weiterleiten ? – wie funktioniert die „Wirtschaft“ dann, ich bezahle doch einen Stundenpreis an einen Handwerker von durchschnittlich 59-79 EUR, manchmal sogar mehr ?

    Der Handwerker arbeitet dann „kostenlos“ ? Weil ROT-ROT -Grün , Grün und „sozial“ ist ?

    Weil ROT-ROT-Grün garantiert nicht die CO2-Preise, garantiertt nicht…

    Da lach ich mich kaputt.!!!

    Wenn ein Politiker von denen „sozial und mega-links“ wäre, dann würde ich als „Linker“ meine Ditäten als Bundestagsabgeordneter freiwillig bis ca 3000 EUR Brutto abgeben.
    sowas ist „sozial“, von denen hört man, wenn es um deren eigenes Geld geht, schon mal gar nix !

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