Nicht nur für S&P 500 und Nasdaq, sondern auch für den Dax kann das mit Sicht auf die nächsten Wochen ein Game Changer werden. Ist die Zinseuphorie der Märkte völlig übertrieben? Die rekordverdächtige Rally der US-Aktienmärkte macht diese laut Strategen der Bank of America anfällig für Gewinnmitnahmen, sollten die Signale der US-Notenbank auf dem Wirtschaftssymposium in Jackson Hole zurückhaltend ausfallen.
Dax, S&P 500, Nasdaq: Rally-Gefahr durch Fed-Treffen
Das BofA-Team um Michael Hartnett erklärte, dass Anleger aufgrund der Zuversicht, dass die Zentralbank die Zinsen senken werde, um den schwächelnden Arbeitsmarkt zu stützen und die Schuldenlast der USA zu verringern, in risikoreiche Anlagen wie Aktien, Kryptowährungen und Unternehmensanleihen gestürzt seien.
Ein zurückhaltender Ton von Fed-Chef Jerome Powell auf der Konferenz in Wyoming nächste Woche Donnerstag bis Samstag (21. bis 23. August) könnte zu einem Rückgang der Aktienkurse führen, da Investoren „Gerüchte kaufen und Fakten verkaufen”, so schreibt es Hartnett laut Bloomberg in einer Mitteilung. Er bekräftigte seine Präferenz für internationale Aktien gegenüber US-Aktien. Eine Einschätzung, die sich in diesem Jahr als richtig erwiesen hat. (FMW: Dennoch können Dax und Co mit runtergezogen werden, wenn S&P 500 und Nasdaq stürzen).
Der S&P 500 Index ist dank der Technologie-Schwergewichte auf ein Allzeithoch gestiegen, da die milden US-Verbraucherpreisdaten Anfang dieser Woche die Wetten auf eine Zinssenkung der Fed im September erhöhten. Diese Wetten wurden gestern zurückgenommen, als die Zahlen zeigten, dass die Produzentenpreise in den USA viel höher ausfielen als erwartet. Aber Swap-Händler sehen immer noch eine Wahrscheinlichkeit von 92 % für eine Senkung.
Investoren haben in der Woche bis zum 13. August rund 21 Milliarden US-Dollar in US-Aktienfonds investiert, nachdem sie in der Vorwoche laut Angaben von EPFR Global fast 28 Milliarden US-Dollar abgezogen hatten. Globale Aktienfonds zogen über 26 Milliarden US-Dollar an und sind auf dem besten Weg zum drittgrößten Jahreszufluss.
Michael Hartnett hat kürzlich vor einer möglichen Blase am Aktienmarkt gewarnt. Er sieht Gold, Rohstoffe, Kryptowährungen und Vermögenswerte aus Schwellenländern als die größten Gewinner, da Anleger Schutz vor Inflation und Absicherung gegen einen schwächeren Dollar suchen.
Kommentar
FMW: Sollten die US-Märkte ab übernächster Woche in Folge der Fed-Aussagen in Jackson Hole absacken, gibt es eine doch hohe Wahrscheinlichkeit, dass auch der Dax und andere europäische Märkte beeinträchtigt werden.
FMW/Bloomberg
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Zinseuphorie? Aktuell steigen die Zinsen für 30jährige US-Staatsanleihen im rasenden Tempo auf 5% zu, während der US-Dollar gegenüber dem Euro fast schon wieder den Tiefpunkt erreicht hat.
Bei 10jährigen deutschen Stastsanleihen sieht man ebenfalls Bewegung, aber von einem deutlich niedrigerem Niveau aus.
Ich erwarte, dass 30 jährige US-Anleihen in wenigen Tagen die 5% Marke überschreiten werden. 10jährige US-Staatsanleihen sind dagegen noch deutlich von 4,5 % entfernt.
Ich habe zur Zinskurve gegoogelt. Leider konnte ich nicht ermitteln wie man das nennt, was wir haben. Aus den Texten würde ich sagen – super für Banken – aber steigende langfristige Zinsen werden zu Kreditausfällen führen. Positiv ist das nicht, wenn es auch zu steigenden Zinsmargen führt. Irgendwie sieht das nach einer kommenden Stagflation aus. Da das nur so in der USA ist, dürfte Trump die Ursache sein. Nachdem was ich gelesen laufen dann Gold und Immobilien sehr gut. Fragt sich nur welche Immobilien, sicher keine Bürohäuser und Einkaufszentren.