Devisen

Dax: Später Schub

FMW-Redaktion

Der Dax hat heute einen späten Schub bekommen: nachdem die Wall Street gestern uneinheitlich geschlossen hatte und auch die asiatischen Märkte keine klare Richtung aufweisen, sah lange alles danach aus, als würde der X-Dax bei 12600 Punkten starten. Aber dann, wie an der Schnur gezogen kurz vor 08.00Uhr, ein Sprung der US-Futures nach oben, und der X-Dax springt mit und eröffnet knapp 30 Punkte höher (was angesichts der derzeitigen Handelsspanne schon fast ein Quantensprung ist):

Im größeren Chartbild (Stundenchart) sieht man, wie neuralgisch diese Zone 12600 bis 12645 ist, in der der Dax sich jetzt seit vielen Tagen aufhält:

Gelingt der Sprung über die 12645, ist das nächste logische Ziel die Zone um 12670/75. Und sollte auch dieser wichtige Bereich überwunden werden (Doppel-Top im Juli, von dem aus es dann scharf nach unten ging; wichtige Zone auch im Mai und Juni), dann ist Luft zunächst bis 12840 Punkte – selbst das Allzeithoch bei 12954 könnte dann schnell ins Blickfeld geraten!

Was den Indizes hilft ist, dass das Thema Nordkorea derzit ein bißchen heruntergekocht ist: China macht wohl Ernst mit den Sanktionen, die USA sind voll des Lobes über die Führung in Peking. Aber wie lange wird es dauern, bis aus der Ruhe wieder Unruhe oder gar Panik wird? Glaubt jemand ernsthaft, dass Nordkorea jetzt klein beigeben wird? Wir glauben das jedenfalls nicht..

Heute im Fokus das Thema Steuern: die Trump-Administration will einen detaillierten Plan vorlegen. Pläne sind ja schön, aber wichtig wäre eben auch, dass sie dann auch realisiert werden. Man sieht anhand der Ersetzung von Obamacare, wie schwierig das ist – und eine Gesundheitsreform ist zwar ein Riesen-Projekt, aber Steuerreformen sind noch riesiger, weil da viele sehr viel zu gewinnen oder eben zu verlieren haben – die Lobbyisten in Washington haben dann absolute Vollauslastung..

Im Fokus weiterhin das, was Yellen gestern gesagt hat: und die Botschaft hatte es durchaus in sich! Denn sie hat durch die Blume klar gemacht, dass die Finanzstabilität (gemeint ist damit das Verhindern von Blasen-Bildungen) wichtiger ist als Inflation – faktisch hat Yellen die Inflationserwartung der Fed damit gesenkt und die Inflationsfrage von der Zinsfrage gelöst – ein immens wichtiger Schritt.

Gleichzeitig aber hat sie auch – und nur diesen Teil der Botschaft wollen die Märkte offenkundig wahrnehmen – eingestanden, den Arbeitsmarkt und die Inflation überschätzt zu haben. Das wiederum bedeutet: wenn die Dinge schlechter laufen, werden wir die Zügel wieder lockern!

Mal sehen, was die Märkte daraus heute machen – und ob dem Dax der nachhaltige Sprung über 12645 und 12670/75 wirklich gelingt..



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage