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Europa

Dax steigt, aber Industrie weiter in Krise

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Der Dax kann am ersten Handelstag des Jahres 2020 deutlich zulegen – aber die Industrie hierzulande bleibt weiter in der Krise. Der heute veröffentlichte finale Einkaufsmanagerindex der Industrie (Markit PMI) stieg zwar von 43,4 (Erstveröffentlichung) auf nun 43,7 – aber damit bleibt die deutsche Industrie dennoch tief in der Rezession.

Dazu schreibt Markit, das die Daten erhebt:

„Das verarbeitende Gewerbe in Deutschland beendet das Jahr 2019 tief im roten Bereich. Wie die jüngsten Zahlen von IHS Markit und dem BME zum Einkaufsmanagerindex zeigen, schrumpften Produktion und Beschäftigung abermals deutlich. Der Abbau von Lagerbeständen setzte sich ebenfalls fort und die anhaltende Abkühlung der Industrie schlug sich weiterhin vor allem in niedrigeren Preisen nieder. Positiver Lichtblick waren die Neuaufträge, die so gering schrumpften wie im gesamten Jahr nicht. Außerdem verbesserten sich die Geschäftsaussichten, wenngleich nur geringfügig.“

Und Markit weiter:

„Angesichts der Tatsache, dass sich die Neuaufträge fast stabilisiert haben und vorsichtigen Hoffnungen auf eine Konjunkturbelebung in 2020, kletterten die Geschäftserwartungen auf den höchsten Wert seit 15 Monaten.Die Industrieunternehmen setzten sowohl die Reduzierung der Auftragsbestände als auch die Kürzungen beim Personal weiter fort. Das Minus bei der Beschäftigung fiel größer aus als im November und war damit eines der stärksten der letzten zehn Jahre.“

Die Industrie verliert auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung und steht nur noch für ca. 30% des deutschen BIP – aber gleichwohl hängen viele Millionen Arbeitsplätze an diesem Sektor der deutschen Wirtschaft.

Der Dax wie auch andere Aktienmärkte in Europa haben eine deutliche Erholung der Konjunktur längs eingepreist – aber wenn man sich die Zahlen aus der Eurozone ansieht, dann ist von dieser Erholung nicht viel zu sehen! Schwach sind vor allem die Werte aus Italien und den Niederlanden:

Die Zahlen zur Indsutrie in der Eurozone

Von einer Trendwende kann jedenfalls nicht die Rede sein:

Keine Trendwende bei der Industrie -- aber der Dax hat diese bereits eingepreist

Grafik: IHS Markit

Für die Eurozone faßt Chris Williamson, Chefökonom bei Markit, die Lage so zusammen:

“Angesichts des stärksten Produktionsrückgangs seit 2012 fällt das Jahresende 2019 für die Eurozone-Industrieunternehmen miserabel aus. Die aktuellen Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass die Produktion im vierten Quartal 2019 um 1,5% sinkt, was die Konjunktur erheblich belasten dürfte. Obwohl der Jahresausblick wieder etwas optimistischer ausgefallen ist, dürfte die Rückkehr auf den Wachstumspfad vor dem Hintergrund eines der stärksten Auftragsrückgänge seit sieben Jahren noch ein langer Weg sein. Aktuell waren die Unternehmen jedenfalls bestrebt, die Lager zu räumen und Personal abzubauen, um Kapazitäten und Kosten zu reduzieren. Bei der stark rückläufigen Nachfrage nach Maschinen, Ausrüstungs-gegenständen und Produktionsmaterialienhandelte es sich genauso um reine Kostensenkungsmaßnahmen. Intakt blieb im Dezember lediglich die Nachfrage von den privaten Haushalten, was unterstreicht, dass in den letzten Monaten einzig und allein der Konsumsektor die Wirtschaft vor einem Abgleiten in die Rezession bewahrt hat. Auch 2020 bleibt die größte Herausforderung für die Eurozone, die Wirtschaft vor dem Hintergrund der rasanten Talfahrt der Industrie vor der Rezession zu bewahren.“

Die Rückkehr zu Wachstum beim Industriesektor ist also, wie Williamson formuliert, „ein langer Weg“. Dax und andere Indizes in Europa aber setzen bereits voraus, dass es zu diesem Wachstum im Jahr 2020 kommen wird. Stellt sich die Frage, ob die Aktienmärkte sich nicht – zumindest was die konjunkturelle Erwartung betrifft – zu weit von der Realität entfernt haben..

Der Dax steigt, aber über der Industrie bleiben die Wolken dunkel

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Europa

Verbraucherpreise im Februar: Erstaunlich stabil

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Soeben hat das Statistische Bundesamt die deutschen Verbraucherpreise für den Monat Februar veröffentlicht. Im Jahresvergleich steigen sie um 1,7%, bei Erwartungen von 1,7% und einem Januar-Wert von ebenfalls 1,7%. Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel ziehen mit +3,3% den Schnitt am Stärksten nach oben. Waren die Energiepreise im Januar noch um 3,4% gestiegen, so hatten wir bei FMW für Februar einen deutlich schlechteren Wert erwartet. Denn ein Blick auf den massiven Absturz im Ölpreis hätte genügt, um das anzunehmen. Aber nein, im Februar steigen die Energiepreise sogar noch an um 2,0%. Fangen steigende Gas- oder Strompreise die Schwäche bei Öl auf? Oder wirkt der Ölpreis-Absturz erst mit mehreren Wochen Verzögerung auf die Verbraucherpreise wie zum Beispiel für Benzin an der Tankstelle? Details dazu erfahren wir in den ausführlichen Daten, die von den Statistikern in ca zwei Wochen präsentiert werden.

Februar Verbraucherpreise im Detail

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Europa

Importpreise den neunten Monat in Folge deflationär!

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Die deutschen Importpreise für den Monat Januar wurden soeben mit -0,9% im Vergleich zu Januar 2019 veröffentlicht. Damit sind sie im Jahresvergleich den neunten Monat in Folge in der Deflation. Im Monatsvergleich zu Dezember 2019 ist es ein Minus von 0,4%. Wie wir es immer wieder betonen: Nicht die EZB mit ihrer Geldpolitik, sondern die Energiepreise (speziell der Ölpreis) beeinflussen Importpreise, Großhandelspreise, Erzeugerpreise und Verbraucherpreise! Wichtig: Heute um 14 Uhr vermeldet das Statistische Bundesamt die Verbraucherpreise für Februar. Seit Wochen erwähnen wir den zuletzt extrem stark gefallenen Ölpreis, und dass die Verbraucherpreise für Februar daher deutlich schwächer ausfallen könnten. Heute um 14 Uhr sind wir alle schlauer!

Zitat von den Statistikern zu den Importpreisen heute, auszugsweise:

Der Rückgang der Importpreise gegenüber Januar 2019 war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im Januar 2020 um 6,9 % billiger als im Januar 2019 (-4,8 % gegenüber Dezember 2019). Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Minus von 32,2 %. Dagegen lagen die Preise für Erdöl mit +12,5 % und für Mineralölerzeugnisse mit +3,8 % über denen von Januar 2019.

Importpreise Januar Tabelle

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Europa

ifo Beschäftigungsbarometer: „Optimismus verflogen“, größter Rückgang seit 2008

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Während andere Stimmen für den Arbeitsmarkt etwas zurückhaltender und optimistischer sind, zeigt das heute früh vom Münchner ifo-Institut veröffentlichte Beschäftigungsbarometer eine ziemlich pessimistische Sicht (es basiert auf 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen). Denn der aktuelle Rückgang ist der größte seit dem Jahr 2008, also dem Zeitpunkt der Finanzkrise! Das Beschäftigungsbarometer ist im Februar auf 98,1 Punkte gefallen, von 99,6 Punkten im Januar. Der zu Jahresbeginn herrschende Optimismus auf dem deutschen Arbeitsmarkt sei nun verflogen, so ifo. Die Grafik zeigt den Verlauf des Barometers seit fünf Jahren. Hier einige Details im Wortlaut von ifo:

Waren die Dienstleister noch im Januar die positiven Treiber des Barometers, so sind sie jetzt eher die Bremser: Der Indikator fiel auf den niedrigsten Stand seit einem halben Jahr. Auch im Verarbeitenden Gewerbe zeigte das Barometer nach unten. Die Beschäftigtenzahlen sind weiter rückläufig. Im Bauhauptgewerbe wird trotz eines Rückgangs des Barometers weiterhin Personal gesucht. Im Handel zeigt sich, wie auch in den Vormonaten, wenig Bewegung bei der Beschäftigung.

Das Beschäftigungsbarometer des ifo-Instituts

Die folgenden Detailgrafiken zeigen es recht anschaulich. Die Industrie-Rezession ist auch am Arbeitsmarkt seit geraumer Zeit voll im Gange. Dienstleistungen und Bau schwenken nun auch gen Süden. Nur der Handel sieht noch positiv aus.

ifo Beschäftigungsbarometer im Detail

Hier die Erklärung von ifo, wie dieses Beschäftigungsbarometer erstellt wird:

Das ifo Beschäftigungsbarometer basiert auf ca. 9.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Groß- und Einzelhandels und des Dienstleistungssektors. Die Unternehmen werden gebeten ihre Beschäftigtenplanungen für die nächsten drei Monate mitzuteilen. Sie können ihre Planungen für die Zahl der Beschäftigten für die nächsten drei Monate als „zunehmen“, „gleich bleiben“ oder „abnehmen“ kennzeichnen. Der Saldowert der Planungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „zunehmen“ und „abnehmen“. Zur Berechnung der Indexwerte werden die Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2015 normiert.

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