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Dax steigt nach optimistischen Aussagen des griechischen Notenbankchefs

Von Markus Fugmann

Die derzeitigen Bewegungen an den Märkten sind nichts für schwache Nerven – es sind politische Börsen, die von einem Extrem ins andere fallen. Nachdem griechische Offizielle gegenüber Journalisten betont hatten, dass es ohne einen nahen Deal mit den Gläubigern keine Zahlungen den IWF gebe, kamen die Aktienmärkte, aber auch die Anleihemärkte insbesondere der Euro-Peripheire stark unter Druck (Spaniens 10-jährige erstmals seit November 2014 wieder über 2%).

Aber derzeit ändert sich nichts so schnell wie die Lage: auf einer Podiumsdiskussion in London äußerte sich der Chef der griechischen Notenbank, Yannis Stournaras, optimistisch, dass es keinen Grexit geben werde. Niemand könne das Land aus dem Euro drängen, so der Notenbanker:

„Deshalb bin ich sehr optimistisch, dass es nicht zum Grexit kommen wird“.

Wie soeben gemeldet wird, sind die Gläubiger einig über die Vorschläge an Athen, ebenso über die Reformforderungen an die griechische Regierung. Nicht einig aber seien der IWF und die Eurozone über die Frage der Schuldenerleichterung für Griechenland. Subtext: der IWF dürfte der Eurogruppe einen Schuldenschnitt vorgeschlagen haben, will aber selbst natürlich nicht auf seine Forderungen verzichten – schließlich ist das qua Statuten des IWF nicht möglich.

Während der deutsche Wirtchaftsminister Gabriel heute die Folgen eines Grexit für „gigantisch“ hält, geht der Chefvolkswirt der Allianz, Michael Heise, davon aus, dass die Folgen eines Grexit für die Konjunktur nur vorübergehend seien:

„Das würde keine Systemkrise hervorrufen (..). Wir betrachten die aktuellen Vorgänge als eine verhandlungstaktisch geprägte Spielsituation“.

Na wenn es nur eine „Spielsituation“ ist, kann die Lage ja nicht wirklich dramatisch sein, oder?



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1 Kommentar

  1. Erstaunlich finde ich es mittlerweile dass der Markt überhaupt auf eine positiv gewendete Aussage eines griechischen Politkers reagiert.

    Es hat sich ja gezeigt dass es vollkommen Schnurz ist was ein griechischer Politiker verbal absondert:
    Es hat keinerlei praktische Bewandnis.

    Das einzige was mittlerweile überhaupt noch zählt ist ein praktisches Ergebnis / Ereignis
    das von Gläubigerseite offiziell verkündet wird.

    Was zuvor von griechischer Seite verbal abgesetzt wird ist vollkommen irrelevant.
    Die Linke (Hand) weiß doch nicht mal was die Rechte (Hand) tut.

    Griechenland sollte sich den GEURO zulegen
    und dann damit die Beamtengehälter und Renten bezahlen
    plus alles andere wonach ihnen zumute ist.

    Den GEURO (= IOUs des griechischen Staates) könnte man ja über FX handeln,
    bei Bitcoins ist das ja auch möglich.
    Der Rest sortiert sich automatisch.

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