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Indizes

Dax: Stimmt was nicht mit den Zahlen aus China?

Warum China etwas tat, was man sonst unbedingt vermeiden will im Reich der Mitte..

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Na, haben die Optimisten nicht recht gehabt mit ihrer These, dass sich China erholen werde und damit dann auch die Weltwirtschaft?

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Die Unglückszahl

Die heutigen Zahlen zum BIP Chinas sowie der Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen waren allesamt besser als prognostiziert.

Fangen wir einmal mit dem BIP Chinas an, eigentlich eine eminent politisch-symbolische Zahl in China. Zum Vorquartal betrug das Wachstum 1,4%, zum Vorjahresquartal +6,4% (statt 6,3%) erwartet. Dass sich China Statistiker entschlossen haben, mit der „4“ (also 6,4%) eine Unglückszahl zu wählen, ist durchaus erstaunlich – und zeigt, dass man hier unbedingt ein Zeichen der Stärke setzen wollte. Denn im Reich der Mitte vermeidet man wenn es irgend geht die Unglückszahl 4:

„Während im europäischen Kulturraum die Vier eine ordnende Größe ist, schon allein wegen der vier Himmelsrichtungen, fehlt diese Zuordnung in China, denn man hatte fünf Weltrichtungen, nämlich noch die Mitte dazu. Die negative Belastung der Zahl vier (Si) beruht auf dem Gleichklang mit Tod (Si). Deshalb wird sie vermieden, wenn es geht (..). Die Zahl Vier wird so sehr als Unglückszahl empfunden, daß man möglichst in der Gästezahl bei Feiern keine Vier hat, daß man wichtige Unternehmungen nicht an einem Datum mit einer Vier in der Tages- oder Monatszahl hat etc. Produktreihen oder Serienreihen vermeiden die Anfangsziffer 4, nachzuweisen z.B. bei Nokia-Handys und bei der Canon Power Shot G-Serie, und die chinesischen Kampfflugzeuge beginnen entsprechend mit der Zählung „Shenyang J-5″.“

 

Die Erwartung war 6,3% – der Sprung auf 6,5% wäre zu groß, also wählte man schweren Herzens die 6,4% unter Inkaufnahme der Unglückszahl, Hauptsache besser als prognostiziert, schon weil Peking nicht gerade begeistert ist von den Aussagen vor allem aus den USA über die schwache Konjunktur im Reich der Mitte..

 

Exporte nach China als Indikator

Interessanterweise sind, wie Japan heute bekannt gab, die japanischen Exporte zum vierten (!) Mal in Folge rückläufig, sie fielen um -2,4(!) % – auch und besonders die Exporte nach China. Taiwans Exporte nach China und Hongkong waren übrigens im März um -14,4(!)% rückläufig zum Vorjahresmonat etc. etc.

Gleichzeitig heißt es, dass vor allem der Konusm in China die Zahlen positiv beeinflußt habe – aber gleichzeitig wissen wir, dass vor allem weniger Autos verkauft werden im Reich der Mitte (was sich nun durch die Senkung der Mehrwertsteuer für den Kauf bestimmmter Autotypen wieder ändern soll) – und das ist nicht gerade ein Zeichen für die Stärke der Konsumenten. So oder so: die heutigen Daten aus China sind noch lange kein Beleg, dass die chinesische Konjunktur wirklich nachhaltig wieder nach oben geht – das können wir erst in einigen Monaten wissen mit den nächsten Daten..

 

US-Berichtssaison

Und sonst? Die US-Berichtssaison hat nun bei den Tech-Werten begonnen – und Netflix und vor allem IBM waren nun nicht gerade herausragend. Ist IBM mit sinkenden Umsätzen eine Art „bellwether“ für die Tech-Werte? Bezeichnenderweise hat IBM bilanziell wieder alles rausgeholt, was gerade noch möglich ist an legaler Augenwischerei.

Nach den Banken und Versicherungen/Pharma kommt nun langsam die entscheidende Tech-Berichtssaison in Fahrt..

 


Die Großstadt Chongqing

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