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Giovannie Cicivelli Tradingchancen

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Dax: Stimmt was nicht mit den Zahlen aus China?

Warum China etwas tat, was man sonst unbedingt vermeiden will im Reich der Mitte..

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Na, haben die Optimisten nicht recht gehabt mit ihrer These, dass sich China erholen werde und damit dann auch die Weltwirtschaft?

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Die Unglückszahl

Die heutigen Zahlen zum BIP Chinas sowie der Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen waren allesamt besser als prognostiziert.

Fangen wir einmal mit dem BIP Chinas an, eigentlich eine eminent politisch-symbolische Zahl in China. Zum Vorquartal betrug das Wachstum 1,4%, zum Vorjahresquartal +6,4% (statt 6,3%) erwartet. Dass sich China Statistiker entschlossen haben, mit der „4“ (also 6,4%) eine Unglückszahl zu wählen, ist durchaus erstaunlich – und zeigt, dass man hier unbedingt ein Zeichen der Stärke setzen wollte. Denn im Reich der Mitte vermeidet man wenn es irgend geht die Unglückszahl 4:

„Während im europäischen Kulturraum die Vier eine ordnende Größe ist, schon allein wegen der vier Himmelsrichtungen, fehlt diese Zuordnung in China, denn man hatte fünf Weltrichtungen, nämlich noch die Mitte dazu. Die negative Belastung der Zahl vier (Si) beruht auf dem Gleichklang mit Tod (Si). Deshalb wird sie vermieden, wenn es geht (..). Die Zahl Vier wird so sehr als Unglückszahl empfunden, daß man möglichst in der Gästezahl bei Feiern keine Vier hat, daß man wichtige Unternehmungen nicht an einem Datum mit einer Vier in der Tages- oder Monatszahl hat etc. Produktreihen oder Serienreihen vermeiden die Anfangsziffer 4, nachzuweisen z.B. bei Nokia-Handys und bei der Canon Power Shot G-Serie, und die chinesischen Kampfflugzeuge beginnen entsprechend mit der Zählung „Shenyang J-5″.“

 

Die Erwartung war 6,3% – der Sprung auf 6,5% wäre zu groß, also wählte man schweren Herzens die 6,4% unter Inkaufnahme der Unglückszahl, Hauptsache besser als prognostiziert, schon weil Peking nicht gerade begeistert ist von den Aussagen vor allem aus den USA über die schwache Konjunktur im Reich der Mitte..

 

Exporte nach China als Indikator

Interessanterweise sind, wie Japan heute bekannt gab, die japanischen Exporte zum vierten (!) Mal in Folge rückläufig, sie fielen um -2,4(!) % – auch und besonders die Exporte nach China. Taiwans Exporte nach China und Hongkong waren übrigens im März um -14,4(!)% rückläufig zum Vorjahresmonat etc. etc.

Gleichzeitig heißt es, dass vor allem der Konusm in China die Zahlen positiv beeinflußt habe – aber gleichzeitig wissen wir, dass vor allem weniger Autos verkauft werden im Reich der Mitte (was sich nun durch die Senkung der Mehrwertsteuer für den Kauf bestimmmter Autotypen wieder ändern soll) – und das ist nicht gerade ein Zeichen für die Stärke der Konsumenten. So oder so: die heutigen Daten aus China sind noch lange kein Beleg, dass die chinesische Konjunktur wirklich nachhaltig wieder nach oben geht – das können wir erst in einigen Monaten wissen mit den nächsten Daten..

 

US-Berichtssaison

Und sonst? Die US-Berichtssaison hat nun bei den Tech-Werten begonnen – und Netflix und vor allem IBM waren nun nicht gerade herausragend. Ist IBM mit sinkenden Umsätzen eine Art „bellwether“ für die Tech-Werte? Bezeichnenderweise hat IBM bilanziell wieder alles rausgeholt, was gerade noch möglich ist an legaler Augenwischerei.

Nach den Banken und Versicherungen/Pharma kommt nun langsam die entscheidende Tech-Berichtssaison in Fahrt..

 


Die Großstadt Chongqing

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Markus Koch LIVE zum Wall Street-Start: Gute Quartalszahlen

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Markus Koch meldet sich aktuell im LIVE-Video von der Wall Street. Im Fokus sind heute die guten Quartalszahlen, die frisch reingekommen sind.

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S&P 500 und Nasdaq: Jetzt noch kaufen?

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S&P 500

Im Verlauf der zurückliegenden Woche konnte sich der S&P 500 bedingt durch den weiteren kleinen Anstieg, meine jüngste Analyse sehr genau nachvollziehen. Aktuell steht der marktbreite Aktienindex unmittelbar vor dem 1.00 Retracement (2.923 Punkte) und damit vor einer wegweisenden Widerstandslinie. Die sehr positive Performance sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß sich der Index im Rahmen einer sehr großen Korrektur bewegt. Der obere Chart zeigt meine diesbezügliche Sichtweise auf. Demnach wird sich die Korrektur (4) noch geraume Zeit hinziehen.

Ausblick:

Momentan bildet sich noch die kleine Welle (v) des Diagonalimpulses (i-ii-iii-iv-v) aus. Auch wenn dieser Schritt nicht zwingend nötig ist, ist an den folgenden Tagen vom Anlaufen an das 1.00 Retracement (2.923 Punkte) auszugehen. Selbst ein leichtes Überschreiten dieser massiven Barriere würde noch keine grundlegende Veränderung der Ausgangslage bewirken. Maximal kann sich dann der Trend noch bis zur 1.62-Linie (3.008 Punkte) schrauben. Wie im Chart dargestellt sehe ich den Trend indes in der finalen Phase. Für die nächsten 2-3 Wochen erwarte ich daher den Abschluß des Diagonals und verbunden damit den der großen Welle (D).

Die regeltechnische Bestätigung wird allerdings erst durch einen Bruch des 0.62 Retracements bei aktuell 2.835 Punkten geliefert. In der Folge wird der sich dann sehr stark aufbauende Verkaufsdruck den Index bis zur 0.62-Unterstützung (2.550 Zähler) fallen lassen. Wesentlich tiefer sollte der Trend indes nicht verlaufen. Mit dieser Performance verfolgt der S&P 500 die Ausbildung des großen Triangles (A-B-C-D-E), welches sich als übergeordnete Welle (4) (oberer Chart) ausbildet. Größere Gefahren kann ich für den Index nicht erkennen.

Fazit:

Der seit Dezember´18 laufende Aufwärtstrend neigt sich seinem Ende zu. Das noch abzuarbeitende Potenzial nimmt sich moderat aus und eignet sich nicht für eine erneute Positionierung. Ein sehr kleines Signal entsteht über dem 1.00 Retracement (2.923 Punkte). Sichern Sie Ihre Positionen auf dem 0.62 Retracement bei aktuell 2.835 Punkten ab.

 

Nasdaq

Durch den Anlauf an das 0.76 Retracement (7.698 Punkte) konnte der Nasdaq 100 meine jüngste Sichtweise exakt nachvollziehen. Dennoch habe ich meine Wellenzählung, dem aktuellen Geschehen Rechnung tragend, etwas umgestellt. Mit dieser Performance unterstreicht der Index einmal mehr den korrektiven Charakter der seit Dezember´18 währenden Rallye. Entgegen der allgemeinen Wahrnehmung eignet sich diese Bewegung eben nicht als Abschluß der größeren seit weit über einem Jahr laufenden Korrektur.

Ausblick:

Bedingt durch den Lauf bis zur 0.76-Linie (7.698 Punkte) konnte der Trend Welle (3) des Diagonalimpulses (1-2-3-4-5) ausbilden. Die sich daran anschließende Welle (4) bedingt die Ausbildung einer kleinen Korrektur. Über wesentliches Potenzial verfügt diese Welle nicht. Das maximal zur Verfügung stehende Ausmaß reicht bis zur 0.62-Unterstützung bei aktuell 7.425 Punkten. Erst ein eventueller Bruch dieser äußerst wichtigen Unterstützungslinie würde den Aufwärtstrend abschließen. Aktuell sehe ich dieses Szenario noch nicht, auch wenn die Uhr bereits läuft. Meiner Ansicht nach wird sich an den folgenden Tagen ein kleiner Aufwärtstrend einstellen.

Diese Bewegung dient dann der Ausbildung von Welle (5) und damit der letzten Etappe der größeren Welle (v). Nach Abschluß dieser Welle wird sich eine in der ersten Phase sehr dynamische Korrektur einstellen. Die erste größere Unterstützung findet der Index dann auf dem 0.62 Retracement bei simulierten 7.292 Punkten. Den unvermittelten Bruch dieser Linie sehe ich nicht. Auch kann ich, abgesehen vom beschriebenen Szenario, keine größeren Gefahren für den Index erkennen. Erst der Bruch des in sicherer Entfernung liegenden 2.62 Retracements (5.848 Punkte) würde Dramatisches bewirken.

Fazit:

Der seit Ende´18 laufende Aufwärtstrend ist sehr weit gereift und befindet sich aktuell in der finalen Phase. Daher rate ich von einer erneuten Positionierung ab. Das bisherige Signal bleibt auch weiterhin bestehen. Sichern Sie Ihre Positionen auf dem 0.62 Retracement (7.292 Punkte) ab.

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Manipulationsskandale als Kurstreiber der Aktienmärkte, Teil 3: Zinsmanipulation der Notenbanken

Wenn Notenbanken und Regierungen weiterhin keine tiefgreifende Schuldenbereinigung zulassen, bleibt in diesem System keine andere Wahl als weiterzumachen

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Von „Bullennörgler“

Vereinfacht zusammengefasst erklären die Notenbanken die Niedrigzinsen damit, dass der Sparüberschuss nicht komplett von Investitionen absorbiert wird und behaupten, dass dies die Hauptursache für die extrem tiefen Zinsen sei. Dies ist die sogenannte Badewannen-Theorie, bei der es letztendlich nur um Zu- und Abfluss von Geldströmen geht. In der nachfolgenden Grafik ist z.B. die Sichtweise der Bank of England dargestellt. In der Praxis hingegen gelingt es nur sehr selten, alle Faktoren so zu berücksichtigen, dass gute Zinsprognosen entstehen.

 

Insbesondere in der jetzigen Wirtschaftsphase greift die Badewannen-Theorie natürlich viel zu kurz, da wir es weltweit mit einem gigantischen und für Friedenszeiten einmaligen Schuldenüberhang bei Staaten, Unternehmen und Privatleuten zu tun haben. In dieser Situation führt die normative Kraft des Faktischen dazu, dass Zinsen nicht mehr steigen dürfen, da sonst nicht mehr beherrschbare Konkurswellen über die Weltwirtschaft hereinbrechen.

 

Keine andere Wahl als weiterzumachen

Die Notenbanken bekämpfen jede potentielle Erkältung an den Finanzmärkten und in der Wirtschaft mit immer niedrigeren Zinsen und Gelddrucken, so dass selbst die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich diagnostiziert, dass die tiefen Zinsen von heute noch tiefere Zinsen morgen erforderlich machen, die dann noch tiefere Zinsen übermorgen bedingen. Ein Teufelskreislauf, der in erster Linie dem Finanzsektor sowie vermögenden Aktien- und Immobilenbesitzern nutzt.

Wenn Notenbanken und Regierungen weiterhin keine tiefgreifende Schuldenbereinigung zulassen wollen, bleibt in diesem System keine andere Wahl als weiterzumachen. Die Verbrauerpreisinflation wird dann erst am Ende richtig anziehen, was angesichts des massiven deflationären Drucks aus geringen Produktivitätswachstum, Überschuldung, Überkapazitäten, Fehlinvestitionen und ausgeschöpfter Verschuldungskapazität durchaus noch dauern kann. Vieles spricht dafür, dass es danach zu einer sogenannten Ketchup-Inflation kommt, die dann sprunghaft innerhalb weniger Monate sehr stark ansteigt.

Notenbank-Maßnahmen wie Quantitative Easing, Monetarisierung der Staatsverschuldung (Notenbank kauft Staatsschulden auf, um sie danach zu streichen), Helikoptergeld (Notenbank verschenkt bedingungslos Geld an die Bevölkerung) und Modern Monetary Therory (Notenbank finanziert kontinuierlich den überwiegenden Teil des Staatshaushalts) werden uns noch lange begleiten.

Die letzte Hoffnung der Notenbanken und Regierungen ist, durch massiv negative Zinsen und eine wahre Explosion des nominalen BIP, was angesichts von Demografie und schwachen Produktivitätsfortschritten nur durch Inflation passieren kann, die Schulden in den Griff zu bekommen.

Negative Zinsen in relevanten Größenordnungen bedeuten aber, dass eine Besteuerung und Einschränkung von Bargeld erfolgen muss, da sonst ins Bargeld geflohen wird. Die entscheidende Frage ist dann, ob die Bevölkerung dem Geldsystem das Vertrauen entzieht und nicht mehr beherrschbare Kettenreaktionen die Welt in eine Katastrophe schicken.

 

Sorgen die Notenbanken dafür, dass Karl Marx Recht bekommt?

Vielleicht dauert es aber noch länger und die Menschen werden erst skeptisch, dass irgendetwas nicht stimmt, wenn sie für das Aufnehmen eines Hauskredites mehr Geld durch negativ Zinsen bekommen als für ihre tägliche Arbeit.

Karl Marx sagte mit seiner Krisentheorie sinngemäß voraus, dass der Kapitalismus spätestens am Ende ist, wenn der Zins in der Nähe von Null ankommt, da dem Unternehmer dann der Profit zu gering sei, um noch Investitionen zu wagen. An diesem Punkt kommt es nach Marx zu einem Investitionsstreik, der den Kapitalismus beendet.

Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn Marx mit der Prognose Recht behielte, aber der Grund in den krisenvermeidendem Maßnahmen der planwirtschaftlich handelnden Notenbanken liegt. Negative Zinsen waren jedenfalls auch für einen so phantasiebegabten Denker wie Marx weit außerhalb seines Vorstellungsvermögens.

Was bedeutet dies aber alles für die Aktienbörsen, wenn die Notenbanken weiter Zinsmanipulation betreiben und auf dem Gaspedal bleiben bis der Ketchup spritzt? Vermutlich werden Aktien auch weiterhin als alternativlos betrachtet und weiter dynamisch steigen. Aber auch Aktiencrashs werden häufiger. Immer dann, wenn der Glaube an die Allmacht der Notenbanken Risse bekommt, wird es sehr dynamisch nach unten gehen bis die nächste Beruhigungspille von den Notenbanken und Regierungen verabreicht wird.

 

Hinweis zum Autor: Der Bullennörgler ist ausgebildeter Wirtschaftsingenieure sowie selbständiger Unternehmer und als solcher ein unabhängiger Beobachter der Weltwirtschaft. Sein Vermögen verwaltet der Bullennörgler erfolgreich seit mehr als zwei Jahrzehnten selbst. Als aktiver Anleger hat er den Japan-Boom und Crash, die Flash Crashs 1987 und 1989, den Dotcom Boom und Crash, die Finanzkrise und die Eurokrise miterlebt. Nur bei einem dieser Crashs war er mit einer hohen Aktienquote investiert. Sein Credo ist unabhängiges Selberdenken und Rumnörgeln an intransparenten oder interessengesteuerten Wirtschaftsstrukturen, Nachrichten und Medien.

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