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Dax-Stimmung: Das Boot ist voll!

"Das Investoren-Boot ist bildlich gesprochen fast voll. Insofern schätzen wir das Risiko, dass der jüngste Ausbruch an der Oberseite in einem Fehlsignal, verbunden mit anschließenden Abwärtsbewegungen endet größer ein als die Chance einer ausgeprägten Jahresschlussrallye.."

FMW-Redaktion

Gestern hatte uns ein Leser geschrieben: die Stimmung beim Dax sei doch gar nicht euphorisch, wie man am Euwax Sentiment der Börse Stuttgart ablesen könne. Nun ist das Problem der Euwax, dass hier ausschließlich Privatanleger im Fokus stehen, und zwar solche, die Hebelprodukte, also vorwiegend Optionsscheine und Zertifikate handeln. Nur muß man sagen: das spielt keine wirkliche Rolle, wie deren Stimmung ist. Viel wichitger dagegen ist die Umfrage der Deutschen Börse, die sowohl Privatanleger als auch Profi-Investoren umfaßt – letztere sind es bekanntlich, die die „große Kugel“ schieben und daher den Dax deutlich mehr beeinflussen können als etwa Lischen Müller mit einem Optionsschein!

Und die Profiinvestoren sind „bis über beide Ohren“ bullisch! So gewinnt das Lager der Bullen bei den institutionellen Investoren weiter 6% auf nun 67% hinzu, etwas mehr als zwei Drittel der Profis sind als wahrscheinlich bereits im Markt investiert! Bleiben also noch 33% übrig, die nicht investiert sind, 20% davon sind Bären (-4% zur Vorwoche), die Neutralen stellen lediglich 13% (-2% zur Vorwoche). Man kann also sagen: die Jahresend-Rally ist schon fest eingepreist.

Bei den Privatinvestoren ist der Optimismus nicht ganz so hoch, aber immer noch sehr hoch: 57% sind bullisch (+3% zur Vorwoche), 23% im Lager der Bären (-2% zur Vorwoche), neutral sind 20% (-1% zur Vorwoche). Insgesamt also, sowohl bei Privaten als auch bei den Profis, sind die Pessimisten nicht gerade sehr zahlreich.

Was aber bedeutet das für den Dax?

Dazu bemerkt Joachim Goldberg:

„Der erneut gestiegene Optimismus der institutionellen Investoren legt den Schluss nahe, dass der jüngste Aufwärtsimpuls des DAX aus seiner Konsolidierungszone heraus wahrscheinlich in erster Linie durch heimische Quellen erzeugt wurde. Doch gehen wir gleichzeitig ebenfalls wegen des relativ hohen Standes des Sentiment-Index davon aus, dass zusätzliche Aufwärtsbewegungen durch Gewinnmitnahmen gestört werden, zumal es nach wie vor fraglich ist, ob die jüngste Entwicklung beim DAX durch ausländische Kapitalzuflüsse unterstützt wurde.

Die eigentliche Gefahr droht jedoch im Falle von Korrekturen des Börsenbarometers, sofern es tief zurück in die frühere Konsolidierungszone, also mindestens unter 10.600 Zähler, zurückfällt, weil stützende Nachfrage heimischer institutioneller Investoren dann so gut wie verbraucht sein dürfte. Denn das Investoren-Boot ist bildlich gesprochen fast voll. Insofern schätzen wir das Risiko, dass der jüngste Ausbruch an der Oberseite vorgenannter Konsolidierung in einem Fehlsignal, verbunden mit anschließenden Abwärtsbewegungen endet größer ein als die Chance einer ausgeprägten Jahresschlussrallye.“

In den USA, das zeigt die neueste AAII-Umfrage, dominieren ebenfalls die Bullen. So liegt der Anteil der Optimisten bei 43,1% (-0,7% zur Vorwoche), die Bären bei 26,5% (+1,4% zur Vorwoche), die Neutralen bei 30,4% (-0,7% zur Vorwoche). Damit hat sich die Stimmung der Privat-Investoren, die monatelang sehr pessimistisch waren (wobei die Neutralen fast immer dominierten), seit dem Sieg Trumps gedreht – ein Prozess, der sich derzeit verstetigt.



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7 Kommentare

  1. Hier auch ein schönes Stimmungsbarometer zur Wall Street:
    http://money.cnn.com/data/fear-and-greed/

  2. Hallo,

    „BANKEN IM AUFWIND – DEUTSCHE WIE PHÖNIX AUS DER ASCHE

    … Am europäischen Aktienmarkt führt momentan kein Weg an den Aktien von Banken vorbei. So konsequent, wie die Papiere der Geldinstitute angesichts ihrer massiven Probleme mit niedrigen Zinsen, hohen Auflagen und teuren Rechtsstreitigkeiten bis zum Sommer diesen Jahres gemieden wurden, so klar avancieren sie seither zu Börsenlieblingen…
    Wie Phönix aus der Asche kommen vor allem die Aktien der Deutschen Bank, die zwar etwas länger brauchten, bis sie eine lange Durststrecke beenden konnten. Seit sie im September auf ein Rekordtief von unter 10 Euro abgesackt waren, fällt ihr rund 75-prozentiges Kursplus umso imposanter aus. Damit wurden die Aktien zum besten Dax-Wert der vergangenen drei Monate – ein lange kaum für möglich gehaltenes Ergebnis. Die Papiere der Commerzbank verteuerten sich seither „nur“ um 37 Prozent…
    Die DZ Bank strich nach dem guten Lauf am Mittwoch bereits ihre bisherige Kaufempfehlung für die Deutsche-Bank-Aktien. Auch wenn er den fairen Wert wegen des aufgehellten gesamtwirtschaftlichen Umfeldes leicht nach oben anpasste, hält Analyst Christian Koch den deutlichen Kursanstieg um rund ein Drittel in nur einem Monat und die damit deutlich bessere Kursentwicklung im Vergleich zu den US-Banken für übertrieben…“

    Soso, die DZ spielt mal wieder den Spielverderber, was hat eigentlich die Skandalnudel mit den US-Banken zu tun ? DZ-Logik…

    Aber: darum gehts doch:

    manchmal kann man mit einer Aktie schon ein bisserl Geld verdienen (und das alles ohne dieses CFD, Hebelproduktegedöhns).

    Klar : greife nicht in ein fallendes Messer,jaja, aber wenn ich die Deutsche Bank für eine Kiste Bier erhalte, lass ich das Bier doch lieber stehen – Sonderangebote beim Bier gibts doch fast jede Woche… „signifikantes Tief“, die FED , der Donald und ihre Folgen… :D

    VG ;)

  3. Man kann also sagen: die Jahresend-Rally ist schon fest eingepreist.

    Ja, aber : was defintiv nicht eingepreist sein kann, ist eine Zinserhöhung der FED, mit bekannten Folgen. Euphorie ? Ja, aber doch eher im Amiland. Wo sind sie , Rekordstände beim Aktienmarkt in Europa ? Der EUR ist übrigens erstaunlich stark…

    „Denn das Investoren-Boot ist bildlich gesprochen fast voll.“

    Das kann man wohl sagen, und zwar für den maßlos überteuerten Rentenmarkt.. ;)

    Wenn da alle durch eine Tür herauswollen ? Der Bufu ist zum Abschuss freigegeben…

    VG
    Marko

  4. Hallo Markus Fugmann,

    ob die Umfrage-Ergebnisse von Herrn Goldberg mehr Aussagekraft haben, als das Euwax-Sentiment, ich habe da so meine Zweifel. Ich kenne die Goldberg-Analysen seit über 15 Jahren. Der Stein des Weisen sind sie nicht!!!! Denn, wer sagt denn bitte, wer da befragt wird????

    Da finden meiner Meinung nach die wichtigsten Anleger, nämlich die US-Hedgefonds gar nicht statt. Und warum sollten Profianleger die Wahrheit sagen??? Das könnte ja je nach Positionierung kontraproduktiv sein…..

    Und nicht zuletzt wird dieser „Markt“ (der Begriff Markt ist nur noch lächerlich) doch heute einzig und allein von den Zentralbanken (FED, BoJ, EZB, BoE…usw. ) bestimmt. Und glauben Sie mir, die mischen alle längst am Aktienmarkt kräftig mit, auch, wenn Sie mir da immer wieder widersprechen….

    Ich beobachte die Märkte seit 1995….sicher da hat sich auch technisch viel verändert. Aber so bis zur großen Finanzkrise 2007-2009 (bis heute nicht gelöst) konnte man die Märkte recht gut prognostizieren und handeln. Das ist so seit 2012 fast nur noch unter Ausschaltung jeglicher Logik und Analyse möglich….

    Sehen Sie sich doch mal den Wahnsinn in den US-Indizes von gestern an…….das habe ich nicht einmal 1999/2000 so erlebt. Da gab es immer auch Korrekturen, wodurch der Markt auch handelbarer war. Jetzt zieht man, wie von Ihnen völlig richtig analysiert, bei Rekordverschuldung, ungelösten Zukunftsfragen, massiver Verarmung usw. die Indizes von einem Rekord zum anderen. Und das nur, um dem unmündigen Michel zu zeigen: Es ist alles bestens……und die Mehrheit glaubt diesen Schwachsinn ja….

    Nun, sei es wie es ist, ich erspare mir mittlerweile das große Nachdenken, weil es meist anders kommt………schauen Sie sich mal die klugen Analysen der Saxo-Bank-Experten an. Nicht eine davon ist aufgegangen!!!! Lt. Herrn Jakobsen sollte es doch ein fürchterlicher November werden. Nichts davon ist eingetroffen……

    VG

  5. Selbst wenn alle schon drin sein sollten, kann ich mir nicht vorstellen, dass es dieses Jahr noch merkliche Rücksetzer gibt. Ich geh eher davon aus, dass man die Stände jetzt über die Zeit bis Weihnachten hin rettet, um dann im neuen Jahr (erstmals) wieder kräftig zu fallen.

    1. …….so sehe ich das auch!!!! Die Fondsindustrie braucht doch ihre Einnahmequelle und da muß man halt zeigen, daß man profitabel ist…..zu glauben, daß der Markt jetzt kurzfristig wieder auf die 10.200 geht, kann recht teuer werden……

  6. ……das wichtigste Mittel, um in diesen „Märkten“ erfolgreich zu sein: „Unbedingt Gehirn abschalten“…..:-)

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