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Dax-Stimmung: Das Mißtrauen ist stark! Aber die Amerikaner werden deutlich bullischer..

Die Stimmung der Anleger hierzulande ist überraschenderweise ziemlich negativ - man hat Angst, auf sehr hoch empfundenen Kursniveaus noch einzusteigen und das dann später vielleicht bereuen zu müssen. Ganz anders dagegen die Stimmung bei den Amerikanern..

FMW-Redaktion

Wer sich die Stimmungslage der Investoren hier in Deutschland mit der Stimmung in den USA vergleicht, der entdeckt einen elementaren Unterschied: hierzulande reagiert man nach dem heftigen Kursanstieg vom Montag nach den Frankreich-Wahlen skeptisch auf das neue Allzeithoch, während in den USA der Anstieg der Kurse zu einem Anstieg der Stimmung geführt hat.

Doch der Reihe nach, also startend mit der Dax-Stimmung: laut der jüngsten Umfrage der Deutschen Börse stellen nun die Bären sowohl bei den Profi-Anlegern als auch bei den Privatanlegern mit jeweils 42% das stärkste Lager (bei den Profis +4% zur Vorwoche, bei den Privaten +1%). Dagegen fallen die Bullen bei den Profis auf 41% zurück (-3%), bei den Privaten auf 38% (-5%). Neutral sind 17% bei den Profis (-1%), 20% bei den Privatanlegern (+4%).

Was ist da passiert? Joachim Goldberg hat dafür einen interessanten Begriff, nämlich „Regretaversion“, also die Angst davor, später etwas bereuen zu müssen, wenn man auf dem als sehr hoch empfundenen Dax-Niveau noch einsteigt. So meint Goldberg, dass „die DAX-Rallye nicht zu Käufen gereizt (hat), was angesichts des jüngsten Rekord-Hochs des DAX verständlich ist. Denn ein Einstieg in dieser Woche würde für viele Marktteilnehmer mit dem unangenehmen Gefühl einhergehen, nicht nur zu spät an der Party teilgenommen, sondern womöglich auch noch das höchste DAX-Niveau aller Zeiten erwischt zu haben. Daher hat es die Mehrheit dieses Panels wohl vorgezogen, eine etwaige spätere Reue lieber zu vermeiden. Regretaversion wird dieses Verhalten genannt. Stattdessen hat ein Teil der Bullen seine Gewinne eingestrichen..“.

Und Goldberg weiter:

„Per Saldo zeigt die heutige Stimmungserhebung, dass viele Anleger hierzulande den DAX offenbar für überbewertet halten und daher nicht bereit sind, die derzeitigen Preise zu bezahlen. Allerdings ist vorstellbar, dass diese Akteure im Falle eines Rücksetzers des DAX (3 bis 4 Prozent tiefer vom heutigen Erhebungskurs von 12.460 Punkte gerechnet) für frische Nachfrage sorgen. Diese Nachfrage würde auch entstehen, wenn der DAX etwa durch zusätzliche langfristige Kapitalzuflüsse aus dem Inland weiter nach oben getrieben würde.“

Sieht man die Stimmung als Kontrakindikator, wäre also durchaus noch Luft nach oben für den Dax – Kurse steigen ja meist, wenn die Anleger eher skeptisch sind.

Ganz anders dagegen das Bild bei den amerikanischen Privatinvestoren gemäß neuester AAII-Umfrage: hier können die Bullen, die noch in der Vorwoche das schwächste Lager stellten, satte +12,3% zulegen auf nun 38,0% – aus dem Stand ein Sprung auf Platz eins. Die Bären mussten Federn lassen (bei der Stimmung – aber wohl auch real mit ihren Investments) und verloren -7,0% auf nun nur noch 31,7%. Das Lager der Neutralen verliert mit -5,2% ebenfalls deutlich und stellt nun mit 30,2% das schwächste Lager.



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