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Dax-Stimmung: Der Pessimismus nimmt immer mehr zu! Warum nur?

FMW-Redaktion

Die Stimmung der heimischen Dax-Investoren wird immer pessimistischer – das zeigt die jüngste Umfrage der Deutschen Börse. Das gilt vor allem für die Privatanleger, bei denen sich das Bullen-Lager um 9% auf nun nur noch 39% reduziert, die Bären gewinnen 3% und liegen mit 38% nur noch knapp hinter den Bullen – so knapp war der Abstand beider Lager schon lange nicht mehr! Neutral sind nun 23%, das ist ein Zuwachs von 6%. Mithin wechselten also die meisten Bullen an die Seitenlinie.

Bei den Profi-Ivestoren liegen die Bären nun sogar in Führung (auch das schon sehr lange her, dass das zu beobachten war!) mit einem Zuwachs von 4% auf nun 43%, die Bullen verlieren 2% auf nun 36%, neutral sind 21% (-4% zur Vorwoche). Bei den Profi-Investoren wechseln also die fahnenflüchtigen Bullen mehrheitlich ins Lager der Bären, und nicht wie bei den Privatanlegern vorwiegend an die Seitenlinie.

Was ist da los? Joachim Goldberg hat dafür eine plausible Erklärung:


„Dieser Pessimismus ist durchaus verständlich, da mittlerweile auch internationale Investoren für die Zukunft Handelskriege, Protektionismus und allgemein Fehler der US-Politik befürchten. Diese im Dezember noch nicht in dieser Schärfe wahrgenommenen Risiken treten in der jüngsten BofA Merrill Lynch Umfrage bei Fondsmanagern, die gestern publiziert wurde, deutlich zu Tage.

Mit anderen Worten: Das Vertrauen in die Trump-Rallye scheint seit Jahresanfang zunehmend zu schwinden. Stattdessen scheinen die Investoren zunehmend beunruhigt zu sein, wie sich die Politik der neuen US-Regierung tatsächlich auf den Welthandel und auf die Finanzmärkte auswirken wird. Dennoch gaben immerhin netto 39 Prozent der Investoren an, dass sie – und dies ist der höchste Stand seit 13 Monaten – in Aktien übergewichtet seien. Interessanterweise waren zuletzt jedoch nicht US-Werte am beliebtesten. Vielmehr zeigten sich netto immerhin 17 Prozent der Fondsmanager zuletzt in Euroland-Aktien übergewichtet, im Dezember waren noch netto 1 Prozent der Befragten untergewichtet.“

Mit anderen Worten: man hält die Trump-Rally für ausgereizt und kauft nun eher die ohnehin viel billigeren europäischen Aktien statt den sehr hoch bewerteten US-Aktien. Die Skepsis gegenüber der Trump-Rally scheint sich also mit der verstärkten Investition in Europas Aktien auszubalancieren, was erklären würde, warum der Dax sich kaum von der Stelle bewegt.

In den USA zeiegn sich ähnliche Muster, wie die neueste AAII-Umfrage zeigt: so verliert das Bullen-Lager bei den amerikanischen Privatinvestoren 6,6% auf nun nur noch 37,0% – gleichwohl bleiben die Optimisten damit das führende Lager vor den Bären mit 32,7% und einem Zugewinn zur Vorwoche von 5,7%. Damit wechselten also in den USA die Bullen fast komplett ins Bärenlager, während die lange dominanten Neutralen nur +0,9% gewinnen konnten auf nun 30,3%.



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