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Indizes

Dax: Stimmung der Profi-Investoren extrem pessimistisch

Markus Fugmann

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Vier Tage in Folge ist der Dax nun gestiegen und hat dabei die 13.000er-Marke überspringen können. Herrscht jetzt eine Art „Hurra-Stimmung“ – oder gar siegestrunkene Euphorie? Mitnichten. Denn es sind scheinbar die starken Kursanstiege seit dem Corona-Crash (Tief am 22.03.2020), die vor allem die Profi-Investoren skeptisch zu machen scheinen.

Laut Umfrage der Deutschen Börse sind unter den Profi-Investoren lediglich 19% bullisch für den Dax – ein extrem niedriger Wert und ein Rückgang von -11% zur Vorwoche. Mit 48% ist fast jeder zweite Profi derzeit im Lager der Bären (+4% zur Vorwoche), während mit 33% ein Drittel sich nicht einem Lager zuordnen lassen will, ergo neutral ist (+7% zur Vorwoche).

Bei den befragten Privatinvestoren ist die Stimmung deutlich optimistischer: hier sind immerhin 33% bullisch und 41% bärisch, neutral 26%.

Übergeordnet ist das alles andere als Euophorie. Mißtraut man den Kursanstiegen beim Dax mit Blick auf die Realwirtschaft?

Joachim Goldberg schätzt die Lage für den Dax angesichts der pessmistischen Stimmung so ein:

„Der Anstieg des DAX, der allein im Wochenvergleich 1,9 Prozent betragen hatte, sorgte vielmehr für ein Wiederaufflammen des altbekannten Pessimismus. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index ist um 15 Punkte auf einen neuen Stand von -29 gefallen. Dabei ist das Bullenlager um ein Drittel geschrumpft, wovon sich allerdings zwei Drittel der Befragten mit Gewinnmitnahmen begnügten und sich nicht erneut zu den Pessimisten geschlagen haben. Damit ist – vielleicht auch der Jahreszeit angemessen – die Gruppe der neutral gestimmten Akteure auf den höchsten Stand seit dem 5. Februar angewachsen und ist jetzt so groß wie zwei Wochen vor Beginn des Corona-Crashs.

In jedem Fall bedeutet der wiederaufgeflammte, aber in der relativen Betrachtung nicht überbordende Pessimismus eine Verbesserung des DAX-Umfeldes. Denn im Falle von Rücksetzern wäre nunmehr im Gegensatz zur Vorwoche bereits zwischen 12.400 und 12.500 Zählern mit erster Nachfrage der jüngsten bearishen Investoren zu rechnen. Auch hat sich die Gefahr einer zusätzlichen Short-Squeeze, ausgelöst durch dieselben Akteure, aber frühestens oberhalb von 13.300 DAX-Zählern, deutlich erhöht.“

In den USA zeigt sich dagegen die US-Privatinvestoren in der AAII-Umfrage wieder optimistischer: so sind mit +30% immerhin 6,7% mehr als in der Vorwoche bullisch gestimmt, die Bären kommen auf immer noch im historischen Durchschnitt hohe 42,1%, verlieren dabei aber -5,5% zur Vorwoche.

Derzeit senken vor allem die Profiinvestoren den Daumen über den Dax

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Torsten

    13. August 2020 12:41 at 12:41

    Profi Investoren daa ist Old school, die jungen dynamischen Robin Hooder gehen ganz unvoreingenommen an die Sache. Die zeigen es den Loosern so richtig. Bewertung ist etwas aus dem letzten Jahrtausend, das braucht man nicht mehr.

  2. Avatar

    Roland

    13. August 2020 12:58 at 12:58

    Solche Qutschanalysen. Steht der DAX bald bei 14K, eine Frage der Zeit, sind die Profis weiter pessimistisch. Goldberg und Co. sagen dann wieder: beste Voraussetzung für weiter stark steigende Kurse. Fällt der DAX wirklich mal bis 12500 sagt die gleiche Schar, Investoren sind pessimistisch ob der sich eintrübenden Lage. Ergo: Kaufen, was das Zeug hält. Werden die Investoren optimistisch heißt es plötzlich, die Investoren glauben an eine bärenstarke Zukunft, also rein in die Märkte…:-D das ist so lächerlich. Dann lieber einen Satz von Dave „Warren“ Portnoy, Stocks only Go Up! Damit ist alles gesagt und dieses lächerliche Sentiment-Gedöns obsolet!

    • Avatar

      Lausi

      13. August 2020 19:49 at 19:49

      Ich glaube auch an eine bärenstarke Zukunft! Habe gerade noch mal den DAX geshortet…

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Finanznews

Dax schwächer als Wall Street – Rotation vorbei? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Der Dax ist wieder erkennbar schwächer als die großen Indizes der Wall Street: während der deutsche Leitindex noch nicht einmal den Stand kurz vor dem Corona-Crash erreicht hat, steigen S&P 500 und Nasdaq auf neue Allzeithochs. Bereits gestern liefen die Tech-Werte besser als die „Corona-Verlierer“, die ab 09.November (Meldung von Pfizer) so stark steigen konnten – heute setzt sich dieses Muster weiter fort. Ist die Rotation damit schon wieder vorbei, weil der Glaube an eine schnelle Wiederauferstehung von Value-Aktien schwindet? Der Dax jedenfalls tut sich schwer im Bereich der 13400er-Marke – langsam muß der Ausbruch auf der Oberseite erfolgen, denn was nicht steigt, tendiert dann zu fallen. Ist es der starke Euro, der bremst?

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Gold/Silber

Goldpreis: Abverkauf als Vorbote für Crash der Aktienmärkte?

Markus Fugmann

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Der Goldpreis ist zuletzt stark unter Druck gekommen – hat das auch etwas für die Aktienmärkte zu bedeuten? Derzeit herrscht an den Märkten bekanntlcih Impfstoff-Euphorie – die US-Indizes mit exztrem starker Performance im November, es waren vor allem die Aktien und Indizes, die in der Coronakrise am Stärksten verloren hatten, die massiv stiegen. Daher hatte etwa der US-Nebenwerte-Index Russell 2000 (wichtigstes ETF: IWM) seinen besten Monat der Geschichte, obwohl knapp die Hälfte der in diesem Index enthalenen Unternehmen Verluste schreiben und in der Coronakrise ihre Verschuldung massiv nach oben geschraubt hatten, um die Krise finanziell zu überstehen. Nicht zufällig ist daher der Russell 2000, der die breite Wirtschaft der USA abbildet, der mit Abstand „teuerste“ Index der Wall Street.

Goldpreis und Aktienmärkte: ein seltsamer Zusammenhang

Der Goldpreis ist bekanntlich nun zweistellig im Minus seit seinem Hoch im August knapp unter der 2100-Dollar-Marke, alleine im November verlor das gelbe Edelmetall 5%. Heute folgt eine kleien Gegen-Reaktion bei Gold mit einem Anstieg über die 1900er-Marke, aber eines ist doch auffällig: die Aktienmärkte erwarten durch die Impfstoffe eine baldige Lösung der Coronakrise nach dem Motto: im Jahr 2021 wird alles so wie früher, oder sogar besser (Allzeithoch vieler Aktien-Indizes). Mit anderen Worten: die Menschen leben wie früher, die Nachfrage zieht an, wodurch tendentiell Inflation entsteht. Das ist die Sicht der Aktienmärkte.

Aber einiges ist hier ungewöhnlich! Zunächst einmal, dass der Goldpreis fällt, obwohl der Dollar schwach ist. Weiterhin ist auffällig, dass die Anleihemärkte eine andere Botschaft senden: denn hier steigen die Renditen nicht, was ja eigentlich passieren müsste, wenn die Wirtschaft wieder stark anzieht nach Ende der Coronakrise (starke Wirtschaft geht tendentiell einher mit infaltionären Tendenzen). Die Anleihemärkte also sehen diese Rückkehr in die alte Welt also offenkundig nicht – und es ist kein Geheimnis, dass die Anleihemärkte als „smarter“ gelten als die Aktienmärkte. Jene Aktienmärkte, die lange die Dimension des Corona-Problems ignoriert und verdrängt hatten, um dann plötzlich in Panik zu verfallen.

Zurück zum Goldpreis: warum fällt Gold? Offenkundig gehen die Investoren nicht davon aus, dass eine von den Aktienmärkten bereits eingepreiste Rückkehr zur Vor-Corona-Realität bald eintreten wird  – sonst müsste Gold eigentlich als bewährter Schutz vor Inflation steigen. Auch die Anleihemärkte sehen das Positiv-Szenario der Aktienmärkte offenkundig nicht.

Wenn nun der Goldpreis deutlich fällt, ist darin eine Botschaft enthalten, wie in folgendem Video von „Game of Trade“ erklärt. Das Video beginnt mit einer Analyse der Aktienmärkte, zeigt dann die derzeit euphorische Stimmung der Investoren – und erklärt dann den zentralen Aspekt: dass der fallende Goldpreis ein Vorbote ist für fallende Renditen, was wiederum absehbar auf erheblichen Streß für die Aktienmärkte hindeutet:

 

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Fallender Goldpreis als Vorbote für einen Crash der Aktienmärkte?

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Tesla, Zoom, Salesforce

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Tech steht heute im Fokus der Börsianer, darunter, die Aktien von Tesla, Zoom, und Salesforce.

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