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Dax-Stimmung: Die Angst geht um!

Die Stimmung vor allem der Profi-Investoren ist deutlich gekippt, die Angst geht um. Ist das doch eigentlich ein gutes Zeichen für den Dax, wenn der Pessismus so groß ist?

Redaktion

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am

FMW-Redaktion

Seit Jahresbeginn herrschte seitens der Dax-Investoren eine sehr optimistische, jedoch nicht unbedingt euphorische Stimmung vor. Diese begann sich leciht einzutrüben nach dem letzten EZB-Protokoll, das eine Art hawkishe Wende signalisierte bei der europäischen Notenbank, und diese Befürchtungen konnte mario Draghi dann bei seiner Pressekonferenz nach der letzten Sitzung nicht wirklich zerstreuen. Vor allem für Profi-Investoren scheint das zu bedeuten: die Party des ultrabilligen Geldes nähert sich absehbar dem Ende, was den Appetit auf Aktien minderte.

Nun aber ist die Stimmung doch deutlich gekippt, wie die jüngste Umfrage der Deutschen Börse zeigt: demnach ist das Lager der Bären erstmals seit langer Zeit bei den Profi-Investoren größer als das Bullen-Lager: die Bären kommen derzeit auf 40% (+6% zur Vorwoche), während die Bullen nur noch 33% stellen und im Vergleich zur Vorwoch stattliche -10% verlieren.

Optmistischer sind da noch die Privatanleger gestimmt, aber auch da zeigt sich eine Abwanderung der Bullen ins Bären-Lager: die Bullen kommen zwar auf 43% und stellen damit nach wie vor das stärkste Lager, aber sie verlieren -9% zur Vorwoche, während das Bären-Lager um eben diese 9% auf nun 36% zulegen kann.

Was ist da los? Joachim Goldberg hat folgende Erklärung:

„Die Motive für diese Neuorientierung dürften vor allen Dingen in den USA liegen, wo sich etwa die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen über die Vorjahreshochs hinweg auf zuletzt maximal 2,73 Prozent befestigte. Ein Umstand, den Aktienanleger offensichtlich als bedrohlich wahrnehmen. Zum anderen mag es auch dem Umstand zu verdanken sein, dass sich die Pessimisten womöglich sowieso am bisherigen Allzeithoch des DAX vom November 2017 orientieren und dieses Niveau gerne als Referenzpunkt für Absicherungen wahrgenommen haben.“

Sieht man den neuen Pessimismus eher als Kontraindikator, muß das für den Dax also gar kein so schlechtes Zeichen sein, meint Goldberg:


„Dabei fällt auf, dass die Pessimisten, die bereits dem DAX bei der vergangenen Umfrage den Rücken kehrten, bislang offensichtlich nicht auf ihre Kosten gekommen sind. Denn Gewinnmitnahmen in Form von Rückkäufen nach den gefallenen Kursen hat es bislang nicht gegeben. Und so gehen wir davon aus, dass diese Rückkäufe möglicherweise erst auf niedrigerem Niveau greifen werden. Allerdings, und vor allem, solange keine langfristigen Kapitalabflüsse in Richtung USA auf dem DAX lasten – dagegen spricht der derzeit recht hohe Eurokurs -, sehen wir das Börsenbarometer allenfalls im Korrekturmodus, der relativ leicht beendet werden kann. Das gilt insbesondere, sofern die Pessimisten von heute entweder ihre Gewinne mitnehmen oder einem steigenden Aktienmarkt hinterherrennen müssen.“

In den USA übrigens ist das Bild bei den dortigen amerikanischen Privatanelgern sehr viel optimistischer, wie die jüngste AAII-Umfrage zeigt: die Bullen bleiben mit 44,7% dominant und verlieren nur ganz leicht zur Vorwoche (-0,7%), während das Bären-Lager um +4,7% zulegen kann, das auf Kosten der Neutralen, die -4,0% auf nun 26,5% verlieren. Es sind also diejenigen, die zuvor an der Seitenlinie standen, die nun an fallende Kurse glauben, während die Bullen an ihren Positionen festhalten..

Abschließend noch einmal Joachim Goldberg im Video:


Die Bären sind wieder da!
Foto: Jean-noël Lafargue – Eigenes Werk, FAL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=262708

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    burberg

    1. Februar 2018 13:15 at 13:15

    Im März ist Wahl in Italien. Was mit dem Euro passiert, wenn die 5 Sterne und die Lega Nord eine Regierung bilden könnten, können sich vielleicht einige ausmalen. Für mich wäre das der Auslöser für eine echte Eurokriese. Deshalb werden vielleicht einige schon mal Positionen abbauen. Wahrscheinlich gibt es in der Woche vorher wieder keine Short`s auf EUR/USD und EUR/CHF zu kaufen.

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      Columbo

      1. Februar 2018 13:44 at 13:44

      @burberg,
      Fehleinschätzung! Mit dem Euro passiert nach der Italienwahl genau nichts. Es wird einfach einen Rechtsruck geben, wie sonst halt auch überall. Glauben Sie wirklich, daß Lega Nord, 5 Sterne und Berlusconi so dumm sind und dem Beispiel Englands folgen, welches sich jetzt schon tausendmal in den Hintern beißt, weil es ausgetreten ist? Man sah es in Katalonien, nicht die Politik entscheidet, wer in der Eurozone bleibt, sondern die Wirtschaft. Und die will bleiben, glauben Sie mir.

  2. Avatar

    burberg

    1. Februar 2018 15:24 at 15:24

    Colombo. Das wäre rational, aber irgend etwas sagt mir, dass da nich viel rationales dahinter steckt. Ja, da mag nachher eine Reue eintreten, aber dann ist es zu spät. Berluskoni kann man nicht nit normalen Maßstäben messen. Aber kein Problem, ist ja nicht mehr lange hin. Die Märkte werden auf jeden Fall erst mal überreagieren.

    • Avatar

      PK

      1. Februar 2018 16:21 at 16:21

      Berluskoni + 5 Sterne wäre für Europa schon schlimm, für das Verhältnis Deutschland Italien auch mies, man erinnere sich an die Beleidigungen, die sich Berlusconi und Schulz im EU Parlament schon zugeworfen haben. Und auch Beppe Grillo wurde von Schulz schon persönlich angegangen.
      Wenn ich so den Italienischen „Bundfuture“ BTP anschau, dann wundert mich das alles sehr, der Spread zwischen Italien und DE wird aktuell kleiner, nicht größer.
      Sehen wir da etwas falsch oder wird der Markt von der Italienwahl doch überrascht ?

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        Columbo

        1. Februar 2018 17:26 at 17:26

        Wer immer auch gewinnt, aus dem Euro oder der Eurozone auszutreten, traut sich seit dem Brexitunfall und dem Kataloniendebakel keiner mehr. Die Italiener sind eher konservative Wähler mit im Durchschnitt beachtlichem Privatbesitz, die wollen keine Experimente.

        • Avatar

          Lausi

          1. Februar 2018 18:52 at 18:52

          Man sollte die Unzufriedenheit der Italiener über diese ewig andauernde Krise, wo kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, nicht unterschätzen. Und wenn Berlusconi – diese wandelnde Mumie – wieder an die Macht kommen sollte, na dann Gute Nacht! Italien ist einfach zu groß um gerettet werden zu können. Selbst Draghi wird da nichts ausrichten können.

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Aktuell: Lufthansa veröffentlicht Maßnahmen für weiteren Kahlschlag

Claudio Kummerfeld

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am

Der Lufthansa A380 wird wohl nicht mehr fliegen

Die Lufthansa hatte bereits Maßnahmen zum Kahlschlag angekündigt. Aber es ist wie es ist. Die Fluggastzahlen erholen sich nicht V-förmig wie (auf den ersten Blick) die Gesamtkonjunktur. Weltweit gibt es ständig neue Corona-Restriktionen und viele Unklarheiten. Und offenkundig haben zu viele potenzielle Flugreisende wohl einfach keine Lust auf diese ganze Unsicherheit und dazu noch auf stundenlanges Maskentragen an Flughäfen und im Flugzeug. Jetzt hat die Lufthansa vor wenigen Minuten die nächsten Maßnahmen zum Kahlschlag verkündet. Weiter Runter-Schrumpfen, um nicht in den Kosten zu versinken, so könnte man es ausdrücken. Hier drucken wir die wichtigsten Infos von der Lufthansa im Wortlaut ab. Die Headline-Aussagen:

– Erholung des Luftverkehrs deutlich langsamer als noch im Sommer erwartet
– Tiefere Einschnitte bei Flottengröße und für Personal
– Langfristig geparkte sowie zur Ausflottung vorgesehene Flugzeuge werden im dritten Quartal mit bis zu 1,1 Mrd. EUR wertberichtigt
– Operative Mittelabflüsse sollen um 100 Mio. EUR pro Monat reduziert werden

Details:

Der Kapazitätsausblick für die Passagierairlines wird deutlich nach unten korrigiert; die bisherige Annahme, im vierten Quartal des Jahres ein durchschnittliches Produktionsniveau von 50 Prozent des Vorjahreswertes zu erreichen, erscheint nicht mehr realistisch. Bei Fortsetzung des aktuellen Trends werden die angebotenen Sitzkilometer im Vorjahres-vergleich voraussichtlich nur noch in einer Spanne zwischen 20 und 30 Prozent liegen.

Die mittelfristige Flottenplanung wird angepasst und sieht aktuell ab Mitte des Jahrzehnts eine dauerhafte, konzernweite Kapazitätsreduktion von 150 Flugzeugen vor .

In Ergänzung der bereits kommunizierten Flottenentscheidungen wurde folgendes beschlossen: Nachdem bereits im Frühjahr sechs Airbus A380 endgültig außer Dienst gestellt worden sind, werden die verbleibenden acht Flugzeuge vom Typ A380 sowie zehn Flugzeuge vom Typ A340-600, die bislang noch für den Flugdienst vorgesehen waren, in einen sogenannten Langzeitparkmodus (long-term storage) überführt und aus der Planung genommen.

Aus den vorgenannten Flottenentscheidungen werden sich weitere Wertberichtigungen in einer Größenordnung von bis zu 1,1 Mrd. EUR ergeben. Der Betrag soll noch im dritten Quartal des laufenden Jahres verbucht werden.

Der bisher avisierte rechnerische Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen erhöht sich in Folge der Entscheidungen für das dritte Paket des Restrukturierungsprogramms. Die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst.

Die überarbeitete Finanzplanung sieht trotz des eingetrübten Ausblicks vor, die Mittelabflüsse durch striktes Kostenmanagement weiter zu senken. Der Liquiditätsabfluss soll von aktuell rund 500 Mio. EUR pro Monat auf durchschnittlich 400 Mio. EUR pro Monat im Winter 2020/21 gesenkt werden. Das kommunizierte Konzernziel, im Jahresverlauf 2021 wieder operativ positive Mittelzuflüsse zu erwirtschaften, wird bekräftigt.

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Markus Koch vor dem Handelsstart in New York – Abverkauf bei Tech geht weiter

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video vor dem Handelsstart in New York. Der Abverkauf bei Tech geht weiter, und der Value-Bereich profitiert.

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Deutsche Bank: Übernahme durch UBS? Geldwäsche in Russland? Aktie dick im Minus

Claudio Kummerfeld

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Deutsche Bank Hochhäuser in Frankfurt

Die Deutsche Bank könnte heute mit einem kräftigen Plus in den Handel gehen. Würde man meinen, wenn man die Nachricht betrachtet, dass die große Schweizer UBS womöglich die Deutsche Bank kaufen will. So zumindest sagte es am Samstag die Schweizer „Sonntagszeitung“. Aber beim zweiten Blick weiß man: Die UBS wollte ja auch mit der Credit Suisse fusionieren – diese Idee sll offenbar schon gescheitert sein. Und auch die Commerzbank wie die Lloyds Banking Group sollen für die UBS interessante Kaufkandidaten sein. Also ist dies doch eher eine ziemlich unklare Lage. Außerdem wären die Hürden, die größte Bank Deutschlands kaufen zu können, wohl ziemlich groß. Aber dennoch, die Deutsche Bank-Aktie könnte heute aufgrund dieser Meldung gut im Plus eröffnen.

Deutsche Bank mit neuem Geldwäsche-Horror in Moskau?

Aber sie geht mit minus 3,6 Prozent in den Handel. Denn gestern gab es neue konkrete Berichte zu möglichen Geldwäsche-Vorgängen in Russland. Konkrete Auswertungen (hier die Details) sollen zeigen, dass die Deutsche Bank-Filiale in Moskau wohl eine Art Wild-West-Filiale gewesen sein soll, und dass trotz Aufsehern in Sachen Geldwäsche wohl kaum Kontrolle stattfand. Man wollte wohl nicht hinsehen und ließ viel womöglich mehr zweifelhafte Transaktionen zu als bislang bekannt. Pikant dabei ist, dass im betreffenden Zeitraum auch der heutige Deutsche Bank-Chef Sewing als Chef der Revision für die Kontrolle zuständig war, aber dass trotz Prüfungen sogenannte Mirror Trades nicht entdeckt wurden. Dabei wurden für Kunden Aktien in Rubel gekauft, und danach gleich wieder in US-Dollar verkauft.

Drohen der Deutschen Bank nach diesen neuen Enthüllungen weitere Geldstrafen? Fängt auch der Stuhl vom angeblich so sauberen Herrn Sewing an zu wackeln? Auf jeden Fall könnte der geneigte Börsianer das Grausen kriegen, dass diese jahrelange Horror-Show mit nicht enden wollenden Geldstrafen, Verfahren und Prüfungen weiter geht. Die Deutsche Bank-Aktie jedenfalls, die notiert heute wie gesagt mit mit minus 3,6 Prozent bei 7,41 Euro. Die Deutsche Bank hat dazu folgendes Statement veröffentlicht. Zitat:

„Die Bekämpfung von Finanzkriminalität, Geldwäsche und Kapitalflucht hat für die Ermittlungsbehörden und Finanzinstitute gleichermaßen Priorität. Die weltweit führenden Finanzinstitute, einschließlich der Deutschen Bank, haben Milliarden von Dollar investiert, um die Behörden bei diesen Bemühungen effektiver zu unterstützen. Dies führt natürlich zu einer höheren Zahl von Feststellungen.

Wir bei der Deutschen Bank haben in den letzten Jahren massiv in die Verbesserung der Kontrollen investiert, und wir konzentrieren uns mit Nachdruck darauf, unseren Verantwortlichkeiten und Verpflichtungen nachzukommen. Dazu gehört auch, dass wir Maßnahmen ergreifen, um Risiken zu minimieren, und Beziehungen zu Kunden oder Korrespondenzbanken beenden, wenn dies angezeigt ist.

Das ICIJ hat über eine Reihe historischer Themen berichtet. Soweit sie sich auf die Deutsche Bank beziehen, sind sie den Aufsichtsbehörden bekannt. Die Themen wurden bereits untersucht und führten zu Einigungen mit den Behörden, in denen die Zusammenarbeit und die Mängelbeseitigung der Bank öffentlich anerkannt wurden. Wo nötig und angemessen, haben wir Konsequenzen gezogen. Soweit die vom ICIJ verwendeten Informationen aus Verdachtsmeldungen (sogenannten SARs) stammen, wurden diese Informationen von einer Bank gemäß der gesetzlichen Regelung aktiv identifiziert und den Behörden mitgeteilt. SARs enthalten Warnungen vor möglichen Probleme, können aber nicht mit einer Tatsachenbehauptung gleichgesetzt werden.“

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