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Dax-Stimmung: die Privatanleger hat´s erwischt

Und es hat bums gemacht: Deutschlands Privatanleger haben offensichtlich einen Preis zahlen müssen für ihren extrem hohen Optimismus..

Redaktion

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FMW-Redaktion

Und es hat bums gemacht: Deutschlands Privatanleger haben offensichtlich einen Preis zahlen müssen für ihren extrem hohen Optimismus – und dabei bestehende Long-Positionen (mit Verlusten?) geschlossen. Das legt die Umfrage der Deutschen Börse nahe, die einen sehr heftigen Einbruch im Lager der optimistischen Privatanleger zeigt: lag das Lager der Bullen in der Vorwoche noch bei satten 63%, haben 22% nun offenkundig die Reißleine gezogen: nun sind nur noch 41% optimistisch – der Rückgang von 22% ist einer der stärksten der letzten Jahre innerhalb nur einer Woche. Dabei gewinnt das Bärenlager 13% auf nun 37%, die Neutralen legen 9% auf nun 22% zu.

Ander das Bild bei den Profis: hier hat sich der Anteil der Bullen um 3% auf nun 50% erhöht, allerdings können auch die Bären 3% zulegen auf nun 29%, das Lager der Neutralen lichtet sich um 7% auf nun 21%.

Woher aber kommt dieser standhafte Optimismus der Profis? Joachim Goldberg hat hierzu eine erhellende Analyse:


„Offensichtlich scheint es einen grundsätzlichen Unterschied zwischen der Wahrnehmung der Entscheider und der der Kommentatoren zu geben. Natürlich haben es all diejenigen, die nicht im Aktienmarkt engagiert sind, etwas leichter. Sie können den Finger unbefangener auf die Brexit-Wunden legen. Auch wurden viele in ihrer Skepsis durch die außergewöhnliche Konstellation, dass zuletzt sowohl Anleihekurse als auch Aktienkurse angezogen hatten, zusätzlich bestärkt. Aber nicht nur der flache Verlauf der US-Renditekurve bereitet einigen Analysten große Sorge, denn dieser signalisiert für viele Ökonomen die gestiegene Wahrscheinlichkeit einer Rezession. Auch die Probleme in Europas Bankensektor, allen voran die fortgesetzte Schwäche italienischer Banken, sollten eigentlich bei den Entscheidern an den Aktienmärkten zu mehr Bedenken führen. Aber das so genannte „Commitment“, die starke psychische Bindung an ihre bullishen Engagements, dürfte bei Optimisten zu einer selektiven Wahrnehmung der Realität und damit zum Ausblenden einiger negativer Nachrichten geführt haben.“

Selektive Wahrnehmung der Optimisten also – da ist wohl was dran! Faktisch ist etwa der italienische Banken-Sektor eine tickende Zeitbombe, ebenso die Deutsche Bank (dazu später mehr). Und welche Folgen der Brexit und die mögliche Implosion Großbritanniens haben wird, ist völlig unklar. Es sind jedenfalls gigiantische Risiken, so viel scheint klar!

Blicken wir über den Teich: anders als bei den deutschen Privatanleger sind die amerikanischen Privatinvestoren wieder etwas besser gestimmt: die Optimisten gewinnen, wie die AAII-Umfrage zeigt, 2,1% auf nun 31,1% hinzu, am stärksten aber gewinnt einmal mehr das Lager der Neutralen mit einem Zuwachs von 4,6% auf nun 42,3%. Die Bären hingegen wurden offenkundig von der Rally der US-Indizes kalt erwischt und verlieren 6,8% auf nun nur noch 26,7%.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    leser

    8. Juli 2016 11:55 at 11:55

    Im Chart sind alle diese Informationen enthalten. Und zwar in Echtzeit. Was nutzt es dem Trader, wenn Herr Goldberg im Nachhinein erklärt, woran es seiner Ansicht nach gelegen hat?

  2. Avatar

    Hans

    8. Juli 2016 12:36 at 12:36

    Die Geschichten von Herrn Fugmann mit kraftvollen Verbildlichungen wie Zeitbombe, erschütterte Architektur des Finanzsystems oder Tsunamiwellen sind aus meiner Sicht eher abenteuerlich. Wer so formuliert läuft selbst Gefahr, unter selektiver Wahrnehmung zu leiden.

    Sehr hilfreich hingegen finde ich seine Würdigung der anstehenden Termine des Tages.

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Aktien

Indiz für die jüngste Zocker-Orgie in US-Aktien und Bitcoin – man schaue auf die Such-Trends

Claudio Kummerfeld

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Bunte Kurstafel

Markus Fugmann hatte die letzten Tage darüber berichtet, so auch heute früh (siehe hier). Vor allem über einen gigantischen großen Zocker-Blog auf Reddit (siehe hier) formiert sich quasi täglich neu eine gigantische Crowd aus gierigen Jung-Zockern, um sich auf einzelne US-Aktien zu stürzen. Besonders interessant waren die letzten Tage kräftige Kursanstiege Aktien wie „Gamestop“, bei denen es hohe Short-Volumina gab. Profi-Spekulanten wie Hedgefonds hatten große Wetten auf fallende Kurse aufgebaut. Steigt der Aktienkurs nun aber kräftig, kann der Verlust dieser Profis ins Unendliche steigen.

Und die Banken und Broker, die solchen Hedgefonds oft Kredite für ihre Spekulationen gewähren, könnten kalte Füße kriegen und mehr Sicherheiten verlangen – oder die Short-Positionen zwangsweise schließen, wodurch der Aufwärtssog der Aktien noch mehr verstärkt wird. Auf genau diese Bewegung hofften die Zocker wohl bei Gamestop und anderen Aktien. Man schaue in der folgenden Grafik, wie die Beliebtheit für den Google-Suchbegriff „Short Squeeze“ in den USA in den letzten fünf Jahren aussah. Erst in den letzten Tagen explodierte die Beliebtheit dieses Suchbegriffs extrem. Mit Short Squeeze bezeichnen Börsianer einen stark steigenden Aktienkurs, der durch das Schließen von Short-Positionen verursacht wird. Der Wert 100 in der Grafik steht für die höchste Beliebtheit des jeweiligen Suchbegriffs.

Im folgenden Chart sehen wie in den Google Trends für die letzten fünf Jahre die weltweite Beliebtheit des Suchbegriffs „Bitcoin“. Man sieht, dass bei der ersten großen Hausse Ende 2017 die maximale Beliebtheit von 100 Punkten erreicht wurde, und Anfang diesen Jahres nur ein Wert von 69 – jetzt nur noch 42 Punkte. Die Gier der Internet-Gemeinde nach dem Thema war damals also wohl noch größer als heute. Offenbar scheint sich ganz aktuell die „Meute“ auf die kleinen US-Aktien zu stürzen – weil die wohl von einer Meute Klein-Zocker leichter kräftig im Kurs zu bewegen sind?

Chart zeigt Beliebtheit der Suche nach Bitcoin

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Robuste Ergebnisse auf breiter Front

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die gemeldeten und heute Abend anstehenden Quartalszahlen sind heute ein wichtiges Thema.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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SAP in der Krise: Ist das eine Chance für uns? – Werbung

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Lieber Börsianer,

das war ganz harte Kost, die der europäische Software-Riese SAP am 26. Oktober für seine Aktionäre hatte. Die Cloud-Sparte blieb überraschend deutlich hinter den Erwartungen zurück. Einzelne Anwendungen wie die Software Concur (Verwaltung und Organisation von Geschäftsreisen) floppten völlig. Und noch mehr: Die Walldorfer kassierten auch gleich die Gewinnschätzungen für die nächsten Jahre, wie wir aus dem Quartalsbericht entnehmen mussten.

So kam es wie es kommen musste. Die Aktie des DAX-Schwergewichts kollabierte an jenem Tag binnen weniger Sekunden und verlor 20 % ihres ursprünglichen Marktwertes. Per saldo sank die SAP-Aktie von über 140 Euro unter 100 Euro ab. Milliarden Euro waren plötzlich durch den Schornstein.

Ungefähr im gleichen Zeitraum meldete die US-Konkurrenz bestes Zahlenwerk. Oracle und Salesforce nutzten die Dollarschwäche des vergangenen Jahres und griffen den deutschen Software-Riesen in seinem europäischen Heimatmarkt an. Die Analysten hängten wie üblich ihr Mäntelchen in den Wind und urteilten vernichtend über das Software-Unternehmen. Der Tenor: Eine Wachstumsgeschichte geht zu Ende. SAP bringt es nicht mehr.

In der Tat befindet sich die Walldorfer Software-Schmiede in einer veritablen Krise. So wird der Umsatz 2021 kaum noch wachsen, der Gewinn wird großer Wahrscheinlichkeit sogar rückläufig sein.

Das sind die Stärken der SAP

Aber gemach! SAP ist unverändert ein großartiges Unternehmen, dessen Software-Anwendungen weltweit in rund 25 Branchen genutzt werden. Bei Großunternehmen sind die Deutschen immer noch das Maß aller Dinge. 9 von 10 Playern nutzen mindestens eine kleine SAP-Anwendung. Die Kundenkartei der Walldorfer liest sich imposant. Dort finden Sie typische Traditionsunternehmen wie Chevron, Ford oder AT&T. Aber auch die…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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