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Dax-Stimmung: Die Profis werden bärisch, Privatanleger dagegen bullisch

Die Profis sind ins Bärfenlager gewechselt – kommt da bald der nächste Short-Squeeze?

Redaktion

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FMW-Redaktion

Wie wir gestern berichteten, werden vor allem Hedgefonds skeptischer und reduzieren ihre Long-Positionierung – und das gilt auch für die Profis, die sich um den Dax kümmern, wie die neueste Umfrage der Deutschen Börse zeigt. Demnach haben die institutionellen Anleger ihrfe optimistische Einstellung der Vorwoche revidiert: das Bullen-Lager verliert -8%, sodass mit 33% nur noch jeder dritte Profianlager von weiter steigenden Kursen ausgeht. Dies ehemaligen Optimisten sind nicht an die Seitenlinie, sondern ins Lager der Bären gewechselt, das ein Plus von 9% auf nun 43% verzeichnen kann – womit nun die Bären klar dominant sind! Neutral sind 24%, ein Minus von 1% zur Vorwoche.

Anders dagegen das Bild bei den Privatanlegern: hier kann das Bullen-Lager +5% zulegen auf nun 45%, und das geht auf Kosten der Bären, die um -7% auf nun nur noch 37% verlieren und somit ihre dominante Stellung der Vorwoche verloren haben. Neutral sind nun 18% (+2% zur Vorwoche).

Also ein starkes Auseinanderklaffen der Einschätzungen zwischen Profis und Privatanlegern. Warum ist das so? Joachim Goldberg sieht darin bei den Profis die zunehmende Ungeduld, dass Trump seine Versprechen endlich wahr macht:

„Letztlich bleibt die stimmungsbezogene Ausgangsposition für den DAX günstig und hat sich gegenüber der Vorwoche sogar noch leicht verbessert. Dafür sorgen in erster Linie die institutionellen Akteure, die sich sowohl absolut als auch im mehrmonatigen Vergleich inmitten eines stabilen Marktumfelds pessimistisch zeigen. Ihre möglichen Motive: Warten auf konkrete fiskalpolitische Impulse aus den USA, was mit zunehmender Dauer jedoch als Unsicherheitsfaktor wahrgenommen wird. Aber auch die Angst vor einer größeren Korrektur am Aktienmarkt geht um, wie sich zunehmend an der Tendenz in den einschlägigen Kommentierungen nachlesen lässt.

Sollte es tatsächlich zu größeren Kursrückgängen kommen, würden Rückkäufe und die Auflösung von Absicherungen durch die institutionellen Marktteilnehmer dem DAX eine Stütze sein. Viel interessanter wäre jedoch ein derzeit vielerorts nicht erwarteter Angriff auf das Allzeithoch des DAX, der die Pessimisten von heute in Bedrängnis bringen und daher zu einer veritablen Short-Squeeze führen könnte.“

Bingo – wenn der Dax nun nach oben laufen würde, käme manch einer der Profis ins Schwitzen, wenn er nicht investiert ist. Vielleicht sorgt der baldige Verfall (Hexensabbat) dann noch für zusätzliches Momentum und squeezt die Shorties, wie kürzlich nach der Trump-Rede vor dem US-Kongress, aus dem Markt. Muss nicht so kommen, kann aber so kommen!

Nachdem die Stimmung auch in den USA weniger euphorisch geworden ist, wie eine Asuwertung der US-Börsenbriefe zeigt, erfasst der Virus der Skepsis auch die amerikanischen Privatanleger, wie die jüngste AAII-Umfrage zeigt: demnach haben 7,9% das Bullen-Lager verlassen, sodass die Optimisten nur noch 30,0% stellen (historischer Durchschnitt ist 38,5%). Jetzt klar in Führung liegen die Bären mit 46,5%, einem satten Anstieg von +10,9%. Neutral sind nun nur noch 23,5%, ein Minus von 3,0% zur Vorwoche. Auch hier gilt also: ein weiterer Anstieg würde viele auf dem falschen Fuß erwischen, ein Short-Squeeze ist möglich..

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    EnjoyLife

    9. März 2017 12:50 at 12:50

    Auf diese Analyse würde ich nicht wetten. Ich beobachte sie schon seit geraumer Zeit. Als die Profis bullisch waren, ging der Markt auch nach oben. Nun werden sie zunehmend skeptisch und die Privatanleger bullish. Könnte das nicht auch anzeigen, dass die Papiere von den starken in die schwache Hände wechseln?
    Hinzu kommt, dass scheinbar die Cashquote an der Seitenlinie und die Liquidität der Hedgefonds auf Rekordtiefständen notieren. Zumindest in den USA. Und die Wall Street ist der weltweite Taktgeber für die Finanzmärkte:

    http://www.zerohedge.com/news/2017-03-08/cash-sidelines-crashes-near-record-lows

    Ein weiteres Indiz könnte der von Raimund Brichta beobachtete Late-Day-Indikator an den US-Märkten geben. Scheinbar werden dort in der letzten Handelsstunde die größten Umsätze/Volumen gehandelt, was bedeutet, dass da die großen Jungs agieren. Und hier sind die Kurse innerhalb einer Woche nach der Trump-Rede, schon drei Mal gefallen. Das müßte bedeuten, dass sich die Big Player aus dem Markt verabschieden oder schon verabschiedet haben und auf diesem Level nicht mehr kaufen.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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