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Dax-Stimmung: die Profis ziehen die Reißleine!

FMW-Redaktion

Was ist da los? Die deutschen Profi-Anleger waren in der Vorwoche noch extrem optimistisch gewesen – im Lager der Bullen wurde es mit 56% geradezu eng. Aber die neueste Umfrage der Deutschen Börse zeigt, dass sich die Profis von dieser Haltung wieder verabschiedet haben: so sank der Anteil der Bullen um kräftige 12% bei den Profis auf nun nur noch 44%. Diese Abwanderer aus dem Bullen-Camp haben fast vollständig die Seiten gewechselt: 11% liefen direkt über ins Lager der Bären, das nun auf 36% kommt. Die Neutralen stellen mit einem Zuwachs von 1% nun insgesamt 20% der Profi-Anleger.

Joachim Goldberg macht für diese heftige Sinnesänderung der Profis zwei Motive geltend:

„Dieser deutliche Umschwung vermittelt zweierlei: Zum einen wurden die teils stattlichen Gewinne der Vortage festgeschrieben, wofür es eigentlich keiner zusätzlichen fundamentalen Motive bedarf. Der Gewinn selbst, aber auch das Gefühl recht gehabt zu haben, reichen dafür vollkommen aus. Andererseits lässt der massive Schwung hin zur Bärenseite vermuten, dass der Stimmungswandel in Sachen Brexit doch eine ziemlich große Rolle gespielt haben könnte.“

Die Privatanleger hingegen, die in der letzten Woche skeptischer gewesen waren als die Profis (und daher weniger Grund zu Gewinnmitnahmen hatten), bleiben komplett unverändert bei ihrer Haltung: 37% sind bullisch, 36% bärisch, neutral sind 27% – alles exakt wie in der Vorwoche.

Damit nähern sich die Privaten und die Profis wieder aneinander an, was die Größe der jeweiligen Lager betrifft. Joachim Goldberg konstatiert jedoch, dass es vor allem heimische Käufer waren, die den Dax nach oben getrieben haben, nicht Ausländer, ohne deren Unterstützung sich kein nachhaltiger Aufwärtstrend entwickeln könne. Manches spricht für eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung, weil es am Markt kaum schiefliegende Positionen gebe, so Goldberg.

Anders das Bild in den USA: hier werden, wie die neueste AAII-Umfrage zeigt, die amerikanischen Privatinvestoren wieder deutlich optimistischer. Bislang war das Lager der Neutralen und Ratlosen klar dominant – nun aber wechselten 12% der Neutralen direkt ins Lager der Bullen, die nun auf 30,2% kommen. Damit ist das Lager der Bullen knapp größer als das der Bären, die 29% stellen. Das Camp der Neutralen bleibt, trotz der starken Abgänge, mit knapp 41% in Führung.



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