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Dax-Stimmung: „Doppelte Bestrafung“

FMW-Redaktion

Die Stimmung der Dax-Investoren zeigt ein eher seltenes Phänomen: das Bärenlager legt sowohl bei Profis als auch bei Privatinvestoren deutlich zu, ohne dasss das verstärkt auf Kosten des Bullen-Lagers gehen würde. So gewinnen die Bären bei institutionellen Investoren +7% auf nun 40%, bei den Privatanlegern sind es sogar +11% auf nun 44%. Aber die Bullen verlieren bei den Privaten nur -2% auf nun 40%, bei den Profis legen zu zur Vorwoche sogar +1% zu auf nun 41%. Das bedeutet: es sind vorwiegend zuvor Neutrale ins Bärenlager gewechselt, während die Bullen-Fraktion trotz der Dax-Schwäche zuletzt hart geblieben ist! Die Neutralen verlieren bei den Profis -8% auf nun nur noch 19%, bei den Privaten -9% auf nun nur noch 16%.

Joachim Goldberg fasst die Stimmung so zusammen – bemerkenswert ist besonders ein Hinweis, dass ein Fall des Euro darauf deuten würde, dass internationale Investoren sich aus der Eurozone zurück ziehen würden:

„Gemessen an den negativen Kommentaren und Fakten zum Aktienmarkt, haben sich die heimischen Anleger aber nicht wirklich erschrecken lassen. Auch nicht durch die Tatsache, dass die runde 12.000er Marke gefallen und selbst die 200-Tage-Linie – ein immer noch unsterblicher Mythos – zumindest gestern unterschritten wurde.

Allerdings können wir fast keine Spur von Optimismus mehr entdecken, weder gemessen an den absoluten Sentiment-Indizes noch im relativen Sechs-Monats-Vergleich. Man könnte die derzeitige Stimmungslage indes durchaus als neutral bewerten, weswegen der DAX zumindest aus heimischen Positionierungen heraus keine großen Trends in die eine oder andere Richtung entwickeln dürfte und durch die jüngsten Engagements sogar eher ordentlich unterstützt zu sein scheint. Größere Bedrohungen für das Börsenbarometer können sich allenfalls aus Kapitalabflüssen langfristiger Anleger aus dem Ausland ergeben und zwar vor allem dann, wenn sich dort die Meinung durchsetzen sollte, der Aufwärtstrend des Euro – wegen dessen Stärke die Verluste ausländischer Investoren in Aktien der Eurozone bislang vergleichsweise gering ausgefallen sind – könnte eventuell demnächst zum Erliegen kommen“.

Hier Goldbergs Aussagen im Video:

In den USA dagegen – und das erklärt vielleicht kontraindikatorisch die Kursanstiege der letzten beiden Tage an der Wall Street – ist der Pessimismus bei den von der neuesten AAII-Umfrage befragten Privatinvestoren ziemlich groß! So ist das Bullen-Lager inzwischen das Schwächste mit nur noch 25,0% und einem Minus von 3,1% zur Vorwoche. In Führung liegen die Bären mit 39,9% und einem Anstieg zur Vorwoche von +1,6%, während die Neutralen auf 35,1% kommen und dabei +1,5% zur Vorwoche zulegen können.


Starke Bären – bald in der Bärenfalle?
Foto: Jean-noël Lafargue – Eigenes Werk, FAL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=262708



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