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Dax-Stimmung: „Es grenzt fast an ein Wunder!“

Trotz fallender Kurse ist die Stimmung nicht schlechter geworden – fast ein Wunder..

Redaktion

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Der Dax war zuletzt bekanntlich nicht gerade in strahlender Form in den letzten Wochen – seit Juni ist, mit Unterbrechungen, der „Wurm drin“. Das dürfte bei dem deutschen Leitindex vor allem an seiner Exportlastigkeit liegen – die Kapitalströme flossen aus dem Dax vermutlich in Richtung USA und sorgten damit dafür, dass die Wall Street in einer anderen Welt zu leben scheint mit US-Indizes, die nur knapp unter ihrem Allzeithoch notieren.

Nun könnte man meinen, dass das tiefe Spuren in der Psyche der Optimisten hinterlassen habe – normalerweise schaffen ja Kurse auch bei Stimmungen Fakten. Aber das scheint, das zeigt die jüngste Umfrage der Deutschen Börse zum Dax-Sentiment, nicht der Fall zu sein. Ganz im Gegenteil zeigen sich etwa die Privatinvestoren geradezu bullisch: 47% der befragten Privatinvestoren gehen von steigenden Kursen aus, das ist ein Plus zur Vorwoche von 4%. Und gleichzeitig reduziert sich das Lager der Bären um -5% zur Vorwoche auf nun nur noch 35%.

Nicht sehr viel anders die Lage bei den Profiinvestoren: auch hier sind die Bullen mit 42% das stärkste Lager (-2% zur Vorwoche), während die Bären mit -4% zur Vorwoche sogar mehr verlieren als die Bullen und nun auf 39% kommen. Damit sind die Neutralen bei den Profis von extrem niedrigen 13% in der Vorwoche auf nun 19% wieder leicht angewachsen.

Warum hat sich die Stimmung angesichts der doch eindeutigen Kurs-Fakten nicht so stark eingetrübt, wie eigentlich zu erwarten wäre? Grenzt das an ein Wunder? Ja, meint Joachim Goldberg:

„Mit anderen Worten: Negative Informationen haben deutliches Übergewicht. So gesehen grenzt es fast schon an ein Wunder, dass sich trotz des neuerlichen Rückgangs des Börsenbarometers um zeitweise 2,1 Prozent seit der vergangenen Sentiment-Erhebung die Stimmung nicht noch weiter verschlechtert hat. Vielleicht auch mangels guter Verkaufsgelegenheiten ist unser Börse Frankfurt Sentiment-Index unter den institutionellen mittelfristig orientierten Akteuren gegenüber der Vorwoche gerade einmal um zwei Punkte auf einen Stand von +3 gestiegen. Und zwar fast ausschließlich aufgrund einer gesunkenen Polarisierung zwischen Bullen und Bären – Letztere waren wegen möglicher Gewinnmitnahmen im fallenden Markt ein bisschen aktiver geworden.“

Und Goldberg schlußfolgernd:

„Per Saldo hat sich jedoch an der Gesamtlage des DAX gegenüber der Vorwoche wenig geändert. Zwar sind die Privatanleger moderat bullish, dürften sich aber auch relativ schnell wieder von diesen Engagements verabschieden, sofern sich nicht alsbald Gewinne einstellen. Bei den institutionellen Pendants ist indes eine solche Tendenz nicht festzustellen – der Börse Frankfurt Sentiment-Index bleibt mit +3 auch auf Sicht von sechs Monaten neutral. Damit ist zumindest von den heimischen Anlegern kein trendauslösender Impuls für den DAX zu erkennen.“

Bemerkenswert übrigens ist, dass die Stimmung ansonsten doch eher optimistischen US-Privatanleger, die wöchentlich in der AAII-Umfrage erfaßt ist, geradezu eingebrochen ist zuletzt: so fiel der Anteil der Bullen zur Vorwoche um satte -10,1% auf nun nur noch 32,1%. Damit rutschten die Bullen von Platz eins in den Tabellenkeller und liegen nun hinter den Bären, die mit einem Plus von 6,5% zur Vorwoche nun auf 32,8%. Das Lager der Neutralen führt mit 35,1% (+3,6% zur Vorwoche).

Abschließend noch einmal die Einschätzung zur Dax-Stimmung von Joachim Golberg im Video:


Foto: Deutsche Börse AG

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