„Das Risiko liegt auf der Oberseite“ schrieb ich vor einer Woche mit Blick auf den Dax. Tatsächlich startete die Woche mit einem kleinen, kurzen Rücksetzer. Doch schon am Dienstag legten die Aktienbörsen wieder den Vorwärtsgang ein. Der Dax ist nicht mehr weit entfernt von seinem Allzeithoch.
Dax: Stimmung weiter euphorisch
Wir haben das fünfte Wochenplus im Dax in Folge. Entsprechend ist die Stimmung zum dritten Mal in Folge euphorisch und die Selbstzufriedenheit steigt auf das höchste Niveau seit zwei Jahren. Mit steigenden Kursen nimmt die Erwartungshaltung für weitere Kursanstiege des Dax kontinuierlich ab. Inzwischen halten sich Bullen und Bären die Waage. Auch die Investitionsbereitschaft ist deutlich zurück gegangen.
Das Euwax Sentiment der Privatanleger ist auf -13 eingebrochen. Buchgewinne werden mit Put-Optionen abgesichert.
Institutionelle Anleger hingegen setzen auf eine Fortsetzung der Rally, das Put/Call-Verhältnis an der Eurex steht bei 1,0 und zeigt ein gestiegenes Interesse an Call-Optionen. An der CBOE sieht es ganz ähnlich aus.
US-Fondsmanager haben ihre Anlagequote auf 81% angehoben. Damit sind US-Fondsmanager nun überdurchschnittlich stark investiert. Die Bulle/Bär-Differenz der US-Privatanleger steht bei +29%-Punkten. 49% Bullen stehen nur noch 19,6% Bären gegenüber.
Der technische Angst und Gier Index des S&P 500 zeigt mit einem Wert von 67% moderate Gier an. Der wesentlich stärker schwankende Short Range Oscillator befindet sich mit einem Wert von 7% deutlich im überkauften Bereich.
Interpretation der Dax-Stimmung
Es fällt schwer, nach der fulminanten Rallye an eine Fortsetzung zu glauben. Doch es ist nicht unmöglich. Insbesondere, wenn, wie wir in der abgelaufenen Woche bereits ansatzweise gesehen haben, weiter Aktien nachgefragt werden, die in den vergangenen Monaten vergessen wurden.
Wir haben nun drei Wochen in Folge Euphorie bei den Anlegern gemessen. Der Short Range Oscillator ist im stark überkauften Bereich. Zumindest kurzfristig sollten wir von einer Verschnaufpause oder kleinen Korrekturen des Dax nicht überrascht sein. Ob eine solche Korrektur dann der Anfang vom Ende der Rally ist, oder aber wirklich nur eine kurze Unterbrechung, können wir erst dann beurteilen, wenn es soweit ist. Aus den Sentimentdaten lässt sich ein Boden wunderbar ableiten, beim Top geht’s aber leider nicht so leicht.
Tatsächlich ist die Erwartungshaltung sehr selten so verhalten wie heute. In den vergangenen 16 Jahren gab es nur zehn Wochen mit vergleichbar niedriger Erwartungshaltung. Doch die sich daran anschließende Aktienmarktentwicklung schwankte dann für sechs Monate um die Nulllinie.
Auch eine ganze Reihe weiterer Indikatoren, die wir mit unserer animusX-Umfrage erheben, zeigen Extremwerte. Doch die Auswertung dieser Extremwerte gibt ebenfalls keine signifikante Richtung vor, die wir nun zu erwarten hätten. Somit bleibt uns die nüchterne Erkenntnis, dass es für Käufe, wie schon in der Vorwoche, weiterhin zu spät ist. Gewinnmitnahmen in spekulativen Positionen sind angeraten. Mit dem Aufbau neuer Positionen sollten Sie sich noch ein wenig gedulden.
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