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Dax-Stimmung: Euphorie nimmt ab!

Ja ist denn heute schon Weihnachten?

FMW-Redaktion

In der Vorwoche hatte vor allem bei den Profi-Investoren noch eine selten gesehene Euphorie geherrscht – nun ist auf einmal die vorweihnachtliche Stimmung deutlich gedämpfter, wie die neuesten Daten der Deutschen Börse zeigen. So verzeichnete das zuvor so prall gefüllte Bullen-Lager deutliche Verluste mit -13% auf nun nur noch 54%. Dabei kam die Abwanderung aus dem Lager der Optimisten überwiegend den Skeptikern zugute – das Bärenlager gewinnt 10% hinzu auf nun immerhin 30%, die Neutralen gewinnen 3% auf nun immer noch kümmerliche 16%. All das ist noch weit entfernt von einem pessimistischen Sentiment, aber die große Euphorie-Welle, die sich Stück für Stück bei den Profis aufgetürmt hatte, ist erst einmal abgeebbt.

Das gilt auch in begrenztem Umfang für die Privatinvestoren. Sie waren schon in der Vorwoche deutlich weniger euphorisch als die Profis, und nun haben weitere 6% das Bullen-Lager verlassen, sodass derzeit noch 51% optimistisch sind für den deutschen Leitindex. Stark zulegen können die Bären mit +9% auf nun 32%, die Neutralen verlieren 3% auf nun 17%.

Der Dax hat im Zeitraum der Umfrage gut 300 Punkte gewonnen, das riecht also nach Gewinnmitnahmen allerorten. Man möchte offenkundig seine Schäfchen ins Trockene bringen vor dem Weihnachtsfest, vor allem die Profis.

Dazu bemerkt Joachim Goldberg:

Irgendetwas muss die mittelfristig orientierten institutionellen Investoren stark beunruhigt haben. Denn wie unsere heutige Umfrage ergab, ist deren Optimismus im Vergleich zur Vorwoche überraschend deutlich eingebrochen. So ist unser Börse Frankfurt Sentiment-Index um 23 Punkte auf einen Wert von nunmehr +24 Punkte also um fast die Hälfte zurückgefallen.

Betrachtet man indes die Gewinne derjenigen, die dem DAX nun den Rücken gekehrt haben, kann man indes durchaus verstehen, dass mancher Investor einem Profit von höchstwahrscheinlich durchschnittlich 5 Prozent im DAX innerhalb kürzester Zeit einfach nicht widerstehen konnte und diesen gegen die Regel, zum Jahresende Gewinne laufen zu lassen, doch noch unbedingt festschreiben wollte. Denn im Gegensatz zum übrigen Verlauf des Jahres, in dem Gewinne typischerweise (zu) früh realisiert werden, möchten die meisten Fondsmanager und Vermögensverwalter ihren Kunden beim Jahresabschluss nicht nur ihre Performance präsentieren, sondern auch zeigen, dass sie bei den Gewinneraktien bis zum letzten Tag dabei gewesen sind. Aber dieses Mal scheint Sicherheit vorzugehen.

Anders ist das Bild in den USA, wie die jüngste AAII-Umfrage zeigt: hier steigt der Anteil der Bullen um +1,5% auf nun 44,7%, die Bären gewinnen noch deutlich mehr hinzu mit +5,8% auf nun 32,3%, die Neutralen verlieren deutlich mit -7,4% auf nun nur noch 23,0%. Lange Zeit war das Lager der Neutralen in den USA führend, nun ist es das schwächste Lager. Anzumerken ist, dass die Daten vor der gestrigen Fed-Sitzung erhoben wurden – man darf gespannt sein, aber die hawkishe Drehung der Notenbank sich auf die Stimmung niederschlägt, die noch weitgehend von der Trump-Euphorie geprägt ist..



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1 Kommentar

  1. Gut, die Typen scheinen von Trump total begeistert zu sein. Das ist im Angesicht der realistischen US-Wirtschaftslage und ihrer Aussichten gewöhnungsbedürftig. Steigende Zinsen würde ich auch als Erholung der Wirtschaft deuten und feiern, aber nicht das, was der Trump da erbt. Der arme Hund hat wirklich Vorschusslorbeeren verdient. Wer weiß, wie lange noch. Die Inflation dürfte schon zum Februar 17 richtige Hochs erreichen. Die US-Konzerngewinne waren nicht ganz selten durch Aktienrückkäufe gepampert.

    Der DAX ist bedeutungslos, man braucht nur die Aktienkurse der Mitglieder Ende vergangenen Jahres ansehen. Die sind größtenteils im Verlust. Auch Aktien, deren Gesellschaften prima Gewinne machten. Das ist die Performance-Verarsche. Kurzzeitig wäre ich im Angesicht des Hexensabbats und RSI – Werten zwischen 85 bei den Amis und 75 hier auch alles andere, als begeistert. Das sind aber immer nur ein paar Monate. Man weiß ja nicht, welche Zeitfenster die Stimmungsbarometer betrachten.

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