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Dax-Stimmung: Im Bullen-Fieber!

FMW-Redaktion

Wenn es nach der Stimmung der Dax-Investoren geht, dürfte es nur eine Richtung für den deutschen Leitindex geben: nach oben! Das nämlich zeigen die neuesten Daten der Deutschen Börse. So waren die Privatanleger ohnehin schon seit Wochen bullisch, und daran hat sich wenig geändert. Nun sind 65% im Lager der Bullen, ein Plus von 1% zur Vorwoche. Aber auffälliger ist, dass nun auch die Profi-Investoren offenkundig „all in“ gegangen sind: so stieg der Anteil der Optimisten um satte 9% auf nun 64%! Bei den Profis geht das vor allem zu Lasten der Neutralen, die 7% auf nun nur noch 12% verlieren. Man hat also eine Meinung, kaum jemand scheint an der Seitenlinie zu stehen – womit aber auch das Potential fehlt, etwa bei einer weiteren Aufwärtsewegung des Dax die Neutralen in den Markt zu zwingen! Auch bei den Privaten ist das Lager der Unentschlossenen nicht gerade üppig bestückt mit 13% (-2% zur Vorwoche). Und die Bären? Gehören auch eher zur aussterbenden Gattung! Bei den Profis stellen sie mit 24% knapp ein Viertel (-2% zur Vorwoche), bei den Privaten mit 22% noch etwas weniger (aber +1% zur Vorwoche).

Was das alles bedeuten könnte, bringt Joachim Goldberg gut auf den Punkt:

„Erwartungsgemäß hat sich der DAX bislang in der Nähe der von uns gedachten Obergrenze von 10.800 Zählern schwergetan, weitere Dynamik zu entfalten. Dass sich sogar ein kleiner Rücksetzer ereignete, ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht größeren Aktivitäten der von uns befragten Akteure zuzuschreiben. Im Gegensatz zu den kurzfristig orientierten Marktteilnehmern haben sowohl die mittelfristigen institutionellen als auch die Privatanleger bisher auf Gewinnmitnahmen verzichtet. Stattdessen mag es sogar den einen oder anderen kleinen Panikkauf gegeben haben, in der Angst, möglicherweise einen gerade einsetzenden Aufwärtstrend zu verpassen.

Uns bereitet das vergleichsweise hohe Niveau der Stimmungsindizes zunehmend Kopfschmerzen (Hervorhebung durch FMW). Denn damit einhergehend ist auch eine sinkende heimische Nachfrage verbunden. Letztere kann, wie wir bereits in den vergangenen Wochen mehrfach betont haben, nur durch frisches langfristiges Kapital, vornehmlich aus dem Ausland, ausgeglichen werden. Die heimischen Investoren alleine werden somit keinen dynamischen Aufwärtstrend auslösen können. Insbesondere wenn es in Richtung 11.000 DAX-Zähler gehen sollte, dürften Gewinnmitnahmen Bremsspuren hinterlassen. Gleichzeitig fehlt dem Markt im Falle von Rücksetzern nun eine wesentliche Stütze.“

Abschließend noch ein Blick in die USA, dort ist das Bild bekanntlich seit Monaten schon ganz anders! So sind laut neuester AAII-Umfrage dort nach wie vor die Neutralen dominierend mit 41,2% (+2,7% zur Vorwoche), die Bären folgen mit 34,1% (aber einem Verlust zur Vorwoche von -3,7%), und die Bullen stellen etwa so viele Anleger (24,8%, +1,0% zur Vorwoche) wie in Deutschland die Bären. Nach wie vor also verkehrte Welt: Optimistische Deutsche, skeptische Amerikaner! Wer hätte das noch vor ein paar Jahren geahnt!



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4 Kommentare

  1. Hallo Markus, schon wieder,

    bei den Amis vewundert mich die Skepsis nicht, die Märkte dort sind sehr gut gelaufen.

    Siehe den fear and greed indikator bei cnn ?

    Warum sollte bei uns in Europa die Angst genauso hoch sein ?
    Wir wissen doch alle, dass die Amis die Zinsen erhöhen werden/müssen ?
    Europa wird natürlich von einem fallenden EUR profitieren, eigentlich sind wir die ganze Zeit schon erstaunlich hoch bewertet, beim EUR/USD ?

    Vg

    Marko

  2. „ns bereitet das vergleichsweise hohe Niveau der Stimmungsindizes zunehmend Kopfschmerzen (Hervorhebung durch FMW). Denn damit einhergehend ist auch eine sinkende heimische Nachfrage verbunden. Letztere kann, wie wir bereits in den vergangenen Wochen mehrfach betont haben, nur durch frisches langfristiges Kapital, vornehmlich aus dem Ausland, ausgeglichen werden. Die heimischen Investoren alleine werden somit keinen dynamischen Aufwärtstrend auslösen können. Insbesondere wenn es in Richtung 11.000 DAX-Zähler gehen sollte, dürften Gewinnmitnahmen Bremsspuren hinterlassen. Gleichzeitig fehlt dem Markt im Falle von Rücksetzern nun eine wesentliche Stütze.“

    das ist wohl richtig, man bedenke, jedoch, dass es bei einem fallenden EUR (stärkeren USD) für den US-Investor immer attraktiver wird, sich im Ausland zu engagieren, haben wir doch – im extemsten Fall – bei GB (Brexit) gesehen ?

  3. Hallo,

    ein Blick auf den BUFU sollte hilfreich sein ?

    BG

    Marko

  4. Woher kommt eigentlich der Optimismus der letzten Tage, vielleicht 1,2 Wochen? Was ist eigentlich anders als in den letzten Monaten? Ist es vielleicht der Frust über eine monatelange Seitwärtsbewegung im Jahr 2016 ohne nennenswerte Gewinne (wir stehen bekanntlich ja da wie zu Jahresbeginn), so nach dem Motto „Jetzt ist es aber Zeit.“ Und das im Umfeld eines ständigen Geredes über die saisonal bedingte Jahresenrallye, die ja nun aber irgendwann anfangen muss. Und das alles wieder ohne eine nennenswerte Korrektur aufgrund nicht optimaler fundamentaler Daten. Vorübergehender Einbruch der Kurse und schon werden düse wie von Geisterhand wieder hochgezogen. Ja keine zu schlechte Stimmung aufkommen lassen. Wer da wohl dahintersteckt? Außer Aktienrückkäufen mit billigem Geld, Absenken der dann leicht zu überbietenden Gewinnerwartungen fallen reale Gewinn-/Umsatzsteigerungen, höhere Investitionen der Unternehmen nur vereinzelt als Grund der Bewertungssteigerung auf.

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