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Dax-Stimmung: Im Optimismus baden!

Bei den Dax-Investoren ist mit Wucht der Optimismus zurück gekehrt - ein Kontraindikator?

Während der amerikanische Leitindex S&P 500 intraday ein neues Allzeithoch erreicht hat, ist der Dax davon noch weit entfernt – scheinbar leben die Aktienmärkte der USA und Deutschlands also in getrennten Welten! Aber gleichwohl ist, vielleicht ermutigt durch die Stärke der Wall Street, bei den Dax-Investoren der Optimismus zurück gekehrt – und das mit Wucht!

So zeigt die jüngste Umfrage der Deutschen Börse, dass nun gerade die Profis weiter steigende Kurse erwarten bzw. auf der Long-Seite positioniert sind: 54% der Profis und damit 11% mehr als noch in der Vorwoche sind im Lager der Bullen, während die Bären -8% zur Vorwoche verlieren und nur noch auf 29% kommen.

Bei den Privatanlegern dagegen ist die Stimmung etwas weniger euphorisch: hier sind „nur“ 43% der Befragten (+6% zur Vorwoche) bullisch, die Bären dagegen erleiden einen Verlust von -10% zur Vorwoche und kommen nun nur noch auf 32%.

Insgesamt also viel Optimismus, vor allem bei den Profis. Ist das ein Kontrakindikator – weil die Mehrheit schon auf der Long-Seite investiert ist und bei Anstiegen dann verkauft oder gar bei fallenden Kursen unter Druck kommt? Dazu meint Joachim Goldberg:

„Obgleich der Optimismus bei den Privatanlegern und bei den institutionellen Investoren gestiegen ist, hat sich der Abstand zwischen beiden Panels weiter vergrößert. Ganz einfach, weil die institutionellen Investoren unter dem Strich viel bullisher als ihre privaten Pendants sind. Der Optimismus des Börse Frankfurt Sentiment-Index befindet sich bei jener Gruppierung mit +25 Punkten absolut betrachtet dennoch nur auf dem bislang vierthöchsten Stand seit Jahresbeginn.

In der relativen Betrachtung scheinen sich diese Investoren jedoch fast ein wenig im Optimismus zu baden. Denn in der sechsmonatigen relativen Betrachtung befindet sich der Index auf dem höchsten Stand dieses Jahres! Damit ist der Optimismus für unseren Geschmack zuletzt etwas zu hoch ausgefallen. Nicht nur, weil die jüngsten Käufer dem DAX ohnehin nicht allzu lange die Treue halten und sich wahrscheinlich spätestens 2 Prozent höher (ausgehend von 12.490 Zählern) in Form von Gewinnmitnahmen wohl wieder vom DAX verabschieden werden. Auf der anderen Seite hat sich die verbleibende Nachfrage heimischer Akteure deutlich verringert und müsste im Falle eines größeren Rückschlags des Börsenbarometers durch ausländisches oder frisches langfristiges Kapital verstärkt werden. Deswegen hat sich die Sentiment-technische Position des DAX gegenüber der Vorwoche deutlich verschlechtert.“

Dazu Goldberg auch im Video (mit leider bescheidener Tonqualität):


Foto: Deutsche Börse AG



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