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Dax-Stimmung: Keine Entwarnung! Zu viel Optimismus, während Ausländer Geld abziehen!

FMW-Redaktion

Die Stimmung der Dax-Investoren ist nach wie vor optimistisch – vielleicht zu optimistisch angesichts der Tatsache, dass Ausländer Geld abgezogen haben aus Europa, wie Daten der Bank of America Merrill Lynch zeigen. Das aber ficht vor allem die heimischen Profi-Investoren offenkundig nicht an: mit 54% sind mehr als die Hälfte der Profi-Investoren bullisch eingestellt, wenn auch damit -6% weniger als in der Vorwoche. Diese abgewanderten -6% sind nicht etwa ins Bärenlager gewechselt, denn die Pessimisten verlieren ebenfalls -6% zur Vorwoche und stellen nur noch 21% der Befragten. Das Lager der Neutralen dagegen legt dementsprechend +12% auf nun 25% zu.

Bei den Privatinvestoren ist man weniger euphorisch: so haben sich -13% aus dem Bullen-Lager verabschiedet, das nun nur noch 46% stellt. Die Bären gewinnen +3% auf nun 29%, und auch bei den Privatanlegern legt das Lager der Neutralen deutlich zu (+10% zur Vorwoche) auf nun 25%.

Wie sind die Zahlen einzuordnen? Dazu eine Einschätzung von Joachim Goldberg:


„Wie auch schon in der Vorwoche ist der hohe Optimismus, der vor allen Dingen bei den institutionellen Anlegern zu finden ist, besorgniserregend. Vor allen Dingen in Hinblick darauf, dass die von BofA Merrill Lynch befragten Investoren ihre Aktienallokation in der Eurozone zurückgefahren haben. Die Übergewichtung für diese Region wird zwar immer noch mit 41 Prozent angegeben, ist aber auf dem niedrigsten Stand seit einem Jahr gesunken. Damit wird deutlich, dass es offenbar Kapitalabflüsse aus der Eurozone gegeben hat – ein Indiz dafür ist der in der Vorwoche um 1,8 Prozent gefallene Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar.

Für den DAX bedeutet dies leider nicht viel Gutes. Sollte er steigen, stünden auf höherem Niveau die möglichen Abgaben der Optimisten von heute im Wege – 12.650 DAX-Zähler waren übrigens in der vergangenen Woche nicht genug, um die Bullen zufriedenzustellen. Immerhin wäre aufgrund des wachsenden Lagers der neutral eingestellten Akteure im Falle eines neuerlichen Abverkaufs des DAX etwas mehr stützende Nachfrage als in der Vorwoche vorhanden. Aber letztlich nur um den Preis, zu den dann bereits bestehenden Verlustpositionen noch einmal in fallende Kurse hinzu zu kaufen. Sollte gleichzeitig weiterhin internationales Kapital abfließen, blieben die heimischen Akteure mit einer ziemlich explosiven Mischung und dem Risiko eines Sell-off des DAX alleine auf dem Parkett zurück.“

Dazu Goldberg auch im Video:

In den USA sind die in der AAII-Umfrage befragten Privatinevstoren nach wie optimistisch: 44,7% sind im Lager der Bullen (-3,9% zur Vorwoche), während die Bären nur auf 22,8% kommen (+1,4% zur Vorwoche). Weitere Kursverluste könnten also viele auf dem falschen Fuß erwischen!


Statue von Arturo Di Modica nahe der Wall Street in New York City
Foto von Andreas Horstmann/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)



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