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Dax-Stimmung: Massiver Lauf ins Bullenlager!

Die Stimmung der Dax-Investoren hat sich im Vergleich zur Vorwoche komplett verändert, die Bullen verzeichnen sowohl bei den Institutionellen als auch bei den Privatanlegern einen massiven Zulauf!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

FMW-Redakion

Die Stimmung der Dax-Investoren hat sich im Vergleich zur Vorwoche komplett verändert, die Bullen verzeichnen sowohl bei den Institutionellen als auch bei den Privatanlegern einen massiven Zulauf! So steigt das Lager der Bullen bei den Profis um massive 16% auf nun 51%, und dieser Zuwachs geht fast komplett auf Kosten der Neutralen, die 15% auf nun nur noch 16% verlieren, das Lager der Bären dagegen mit -1% auf nun 33% wenig verändert. Es sind also diejenigen, die zuvor an der Seitenlinie standen, ins Bullenlager gewechselt – die Profis schließen sich also dem Trump-Optimismus an und glauben an die große Versprechen des neuen US-Präsidenten!

Bei den Privaten lässt sich Ähnliches beobachten: auch hier steigt der Anteil der Bullen um +12% auf nun 49%, allerdings geht dieser Anstieg, anders als bei den Profis, nicht zu Lasten der Neutralen, sondern der Bären, die -9% auf nun 37% verlieren. Das Lager der Unentschlossenen verliert dagegen bei den Privaten nur -3% auf nun verschwindend geringe 14%.


Alles wieder bullisch! Statue nahe der Wall Street in New York City
Foto: Arturo Di Modica; Foto von Andreas Horstmann/Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Joachim Goldberg konstatiert, dass das Dax-Sentiment „den bislang größten Optimismus in diesem Jahr ausweist. Das Bullenlager ist um deutliche 16 Prozentpunkte angestiegen, wobei auffällt, dass sich dieser starke Zuwachs fast ausschließlich aus der Gruppe der vormals neutral eingestellten Akteure speist. Etwas Vergleichbares hat sich in unseren bis zum Jahr 2002 zurückreichenden Erhebungen äußerst selten ergeben, was den Schluss zulässt, dass es unter vormals anscheinend unbeteiligten Börsianern zu einem Umdenken gekommen sein muss. Offensichtlich hat man plötzlich eine dezidierte Meinung, nach dem Motto: Dieses Mal muss es (mit dem Aufwärtstrend) doch klappen!

Im Ergebnis können wir also sowohl bei institutionellen als auch bei privaten Investoren eine insgesamt positive und hoffnungsvolle Stimmung konstatieren. Doch gilt das nur in der absoluten Betrachtung. Der Sechsmonatsvergleich relativiert die jüngsten Zahlen: Selbst der deutlichere Optimismus der institutionellen Akteuren ist so gesehen nur durchschnittlich. Immerhin muss das Börsenbarometer – wenn auch nicht in allzu großem Maße – von internationalen Kapitalzuflüssen profitieren, was zumindest dafür sorgt, dass der DAX trotz aller Bedenken seit Jahresanfang nicht unter 11.400 Zähler gefallen ist. Für die heimischen Optimisten ist auf der anderen Seite das Niveau von knapp 11.900 Punkten an der Oberseite der nächste Referenzpunkt, an dem sich entscheiden wird, ob der DAX tatsächlich das Zeug für einen Aufwärtstrend hat oder nur die Obergrenze einer neuen Konsolidierungszone ausbilden wird. Zumindest dürften Gewinnmitnahmen hiesiger Akteure ein nicht unbeträchtliches Hindernis an der Oberseite darstellen.“

Es ist also der seit Jahresbeginn größte Optimismus, insgesamt jedoch noch lange kein Extremwert, so kann man Goldberg zusammen fassen. Man hofft schlicht, dass der Dax nun endlich das macht, was die US-Märkte machen: zumindest mal ein neues Jahreshoch soll der deutsche Leitindex erreichen, von einem Allzeithoch sind wir hierzulande bekanntlich noch recht weit entfernt, und das trotz der Tatsache, dass vor allem institutionelle Investoren, wie die jüngste Umfrage der Bank of Amerika Merrill Lynch unter Fondsmanagern zeigt, europäische Aktien immer stärker übergewichten (derzeit sind 23% übergwichtet, in der letzten Umfrage waren es noch nur 17%). Offenkundig halten immer mehr dieser Fondsmanager US-Aktien für zu teuer, und setzen – trotz aller Sorgen um die Eurozone wegen den Wahlen in Frankreich und den Niederlanden – auf ein Comeback europäischer Aktien.

In den USA dagegen ist die Stimmung der Privatanleger laut neuester AAII-Umfrage deutlich zurückhaltender: die verschiedenen Lager liegen hier ganz eng beieinander, die Bullen verlieren -2,7% auf nun 33,1%, dagegen legen die Bären +4,7% auf nun 32,4% zu, bleiben damit aber das Schlußlich, weil die Neutralen zwar -2,0% zur Vorwoche verlieren, mit nun 34,5% aber immer noch das größte Lager stellen.

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    columbo

    16. Februar 2017 11:20 at 11:20

    Im Hoch kaufen, im Tief verkaufen. Immer das Gleiche, die Dummheit stirbt nicht aus, besonders unter den Privatanlegern.
    Mir reicht meine eigene Blödheit, vor einem Jahr im Tief nicht gekauft zu haben. Ok, nichts gewonnen, nichts verloren. Aber jetzt einsteigen, um noch eine Kleinigkeit mitzunehmen, grenzt an Demenz.

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      daulini

      16. Februar 2017 12:31 at 12:31

      Woher wollten Sie wissen, ob es im letzten Jahr zu dem Zeitpunkt, an dem Sie gem. ihrer Worte wegen eigener Blödheit nicht gekauft haben, gerade das Tief war? Es hätte seinerzeit noch tiefer wie auch heute noch höher gehen können. Das sind ebenfalls solch sinnlose Worte, die man immer wählt bzw. wählen kann, wenn mit Abstand eine Entwicklung betrachtet wird. Genauso gut könnten Sie mir heute Abend den Wetterverlauf des heutigen Tages beschreiben.

      • Avatar

        columbo

        16. Februar 2017 13:39 at 13:39

        @daulini, natürlich kann man ein Tief nicht genau erraten und hinterher ist man immer gescheiter. Im Jänner 2016 war der Dax ordentlich gefallen, damals bei ca. 9.500 einzusteigen hatte eine gewisse Logik, auch wenn man nicht wußte, was nach Brexit, US Wahl und Italienreferendum geschehen würde.
        Wenn man damals aus verschiedenen Gründen nicht gekauft hatte, jetzt aber bei 11.800 ensteigt, entbehrt das schon einer gewissen Logik, oder? Zumindest finde ich es vernünftiger, sich an die Regel „im Einkauf liegt der Gewinn“ zu halten, als irgend welchen Wellen oder Formationen hinterher zu laufen.

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    Gerd

    16. Februar 2017 12:44 at 12:44

    Nichts ist, wie es mal war.
    Früher konnte man noch sagen, was nicht steigt – fällt.
    In den letzten Monaten ist es immer umgekehrt,
    was nicht fällt – steigt (wegen TINA)

    Mal sehen, ob es diese Woche doch noch mal anders kommt. Der DAX dümpelt ja schon wieder so lustlos vor sich hin.
    Ui, in dieser Sekunde geht er doch glatt mal 3 Punkte unter die 760. Kann ja nicht.

  3. Avatar

    Gerd

    16. Februar 2017 13:12 at 13:12

    @columbo
    So wie Sie stehen ja viele am Seitenrand und warten auf den Bus. Immerhin besser als diejenigen welche den Bus zwar gekriegt haben, aber auf der falschen Straßenseite eingestiegen sind und jetzt in die verkehrte Richtung fahren.

    Ich frage mal höflich, ob Sie uns nicht einen hilfreichen Tipp geben mögen? Der kann zwar überhaupt nicht repräsentativ sein kann, aber womöglich exemplarisch.

    Bei welchem DAX-Stand könnten Sie sich annähernd vorstellen, doch long zu gehen, falls der Index demnächst mal runterkäme?

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      columbo

      16. Februar 2017 14:03 at 14:03

      @gerd
      was den Dax angeht, würde ich erst wieder unter 10.000 long gehen. Darüber interessiert mich der Dax einfach nicht. Der nächste Dax-Zug kommt bestimmt, sagt mir mein Bauchgefühl und bis dahin mache ich was anderes.

      • Avatar

        Gerd

        16. Februar 2017 18:38 at 18:38

        Hey, columbo,
        Danke für die Antwort, aber jetzt werfen sie mir doch damit glatt meine schön zurecht gelegte Theorie über den Haufen.

        Ich hatte ungefähr so gedacht:
        Jemand wäre gerne bei, sagen wir mal 9500 eingestiegen, hat das aber irgendwie verpasst weil selbst 9500 gerade noch so eben akzeptabel gewesen wären.
        Bei 10000 steigt er dann auch nicht ein, weil er ja auf einen Rücksetzer bis ca. 9500 hofft. Nun kommt der aber nicht.
        Bei 10500, 11000,11500 mag er dann logischerweise auch nicht mehr zugreifen. Und jetzt bei 11750 kommt für einen Einstieg erst recht keine Begeisterung auf.
        So würde es mir gehen – und so sehen Sie das bis dahin ja wohl auch.

        Wo Sie mich überraschen, dass Sie konsequent sind und warten können bis wieder die 10000 greifbar ist.
        Das würde ich (unlogischerweise?) nicht.
        Komisch, aber auf dem „Rückweg“ nach unten würde ich schon viel eher anfangen einzusammeln. Obwohl mir die Marken auf dem Hinweg bereits alle zu teuer erschienen.

        Der Hintergrund meiner Frage war, ob nicht sehr sehr, viele am Straßenrand stehen und auf niedrigere Kurse zum Einstieg warten? Kurse, bei denen sie noch vor drei Monaten nie und nimmer gekauft haben würden.
        Und nur weil sich die Perspektive durch das jetzt höhere Kursniveau drastisch geändert hat, wird dann gekauft.
        Was würde das bedeuten? Das es gar nicht so einfach ist, den DAX mal wieder auf 10000 zu drücken. Weil ja an jeder Straßenecke die Leute dringend drauf warten, endlich auch drin zu sein.

        Abgewandelt verhalte mich bei meinen Puts genauso, nämlich:
        Ich selbst bin in meine ersten shorts bereits vor gut zwei Monaten geschlüpft, bei rund 10600..
        Ich käme aber per heute niemals auf den Gedanken, diese zu halten bis wir dort evtl mal wieder sein könnten, geschweige denn noch tiefer, um den Gewinn zu erzielen, weshalb ich sie damals ja kaufte.
        10600 sind mir viel zu weit weg. Die von Lossless erwähnten 10000 sind für mich utopisch viele Lichtjahre entfernt. Aus heutigem Blickwinkel werde ich bei 11300 nicht einen einzigen Put mehr haben.
        Auf dem „Hinweg“ vermeide ich Stops, aber auf dem „Rückweg“ heißt es, weg mit Schaden.
        Bei 10600, wo ich erstemal short ging, werde ich dann voraussichtlich sogar das Gegenteil sein, nämlich long. Vielleicht sogar schon bei 10000.
        Und sollte der DAX in Kürze sogar auf 13000 steigen, werden sich meine internen Marken bestimmt nochmal erneut um 1000 Punkte nach oben verschieben.

        Normal is des ned, was ich da mache, oder vielleicht doch?
        Denken womöglich sehr viele so wie ich? Und andererseits auch genau so viele wie Sie, columbo? Wahrscheinlich ist es wie im richtigen Leben – die einen so und die anderen so.

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          Gerd

          16. Februar 2017 18:52 at 18:52

          Beim nochmal lesen merkte ich einen Ziffernirrtum:

          Vielleicht sogar schon bei 11Tausend (elf)…
          werde ich wieder long sein. Obwohl ich vor kurzem noch der Meinung war, bei 10600 könnte man schon short sein

        • Avatar

          Petkov

          16. Februar 2017 19:50 at 19:50

          Hey Gerd, ich glaube, Sie erwarten von Lossless, Katamaransegler, KSchubert &Co. die Bestätigung Ihrer recht… alternativen Handelstrategie. Das wird nicht passieren, genauso wenig wie Ihnen der Arjen Robben bestätigen wird, dass Sie durch gnadenloses Draufhalten und zwar immer nur mit der Spitze erfolgreicher Stürmer werden können.

          ABER wenn Sie die Börse eher als Hobby sehen, mit dem man sich z.B. den Urlaub finanzieren kann, dann können Sie durchaus nach Bauchgefühl kaufen und dann den Griff ins Klo einfach aussitzen. Macht übrigens die merkel auch und ist bisher erfolgreich damit.

          Wenn Sie wirklich Reverse-Indexzertifikate haben, also kein Hebel und endlos laufend, dann müssen Sie jetzt Geduld beweisen, nachdem Sie im Dezember Mut an den Tag gelegt haben. Warten Sie auf den Short-Trigger und kaufen Sie ggfs. nach. Sie dürfen gutes Geld nicht schlechtem hinterherwerfen, aber keine Regel ohne Ausnahme. Und Sie sind halt alternativ und ich finde Sie absolut sympathisch so.

          Aber mit diesen 11300, die Sie nennen, wäre ich vorsichtig. Ich kann keine EW lesen, aber die basic Chartanalyse unter Berücksichtigung von Volumenprofilen sagt, dass wir unter 11400 keine standfeste Unterstützung bis 10800 haben und der entsprechende Anstieg ist ohne großartige Volumina vonstatten gegangen. Passen Sie auf, dass Sie Ihre Shorts bei 11300 nicht ausgerechnet an unseren Powerbullen der letzten Wochen (KSchubert) verkaufen. Dem gönne ich unbeschränkten Erfolg, aber er ist groß und schlau und kann sich anderweitig mit Shorts versorgen :-)

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            Gerd

            16. Februar 2017 20:11 at 20:11

            Vielen Dank, und besonders auf Ihren letzten Absatz kann ich mit nichts anderem antworten als:
            -:) -;) -:)

            Außer noch, aber bitte „Psst“, ich werde die Dinger still und heimlich verscherbeln, wenn er gerade mit Katamaransegler irgendwo auf der Höhe von Panama rumturnt. Oder wenn die Protagonisten im Frühjahr allesamt in Hamburg am Wasser der Alster zusammenhocken und alles andere in sich reinkippen, nur kein Alsterwasser oder Radler.

          • Avatar

            KSchubert

            16. Februar 2017 20:35 at 20:35

            Haha, Petkov – ich, ein Powerbulle? :-)
            Klingt ja so, als ob ich eine dauerhafte bullische Bias hätte…
            Ja, richtig: Bei meinem ETF-Sparplan habe ich diese Bias, in der kurzfristigen Spekulation aber nicht.
            Auch wenn ich mit Wellenlesen bzw. Wellenzählen gar nichts am Hut habe, liege ich aktuell 100% bei Lossless und sehe das Potenzial auf der Shortseite – mit der Bedingung, dass die 11900 nicht berührt wird. Nach aktuellem Stand der Dinge könnte der DAX heute als Inside-Day enden, was nicht die schlechtesten Voraussetzungen für eine größere Bewegung am folgenden Tag mit sich bringt. Wer übrigens an den großen und langen Short glaubt, sollte das ohnehin beim DOW versuchen; da ist die Fallhöhe beträchtlich!

  4. Avatar

    Gerd

    16. Februar 2017 20:46 at 20:46

    Falls noch jemand so ein paar lachende oder zwinkernde Mondgesichter rumliegen hat – ich könnte ein paar gebrauchen.
    In meinem Fundus befinden sich immer nur diese -:) -:)

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Banken: Es hagelt sensationell gute Quartalsergebnisse!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Hochhäuser von Banken im Londoner Viertel Canary Wharf

Was ist das los? Gerade in der schlimmsten Rezession seit Jahrzehnten sollten sich die Banken doch in einer dramatischen Schieflage befinden? Denn Kreditausfälle müssten aus Quartalsgewinnen eigentlich Verluste machen und damit folglich das Eigenkapital der Banken angreifen? Dieses Szenario steht womöglich bevor, wenn die anstehende Pleitewelle Löcher in die Bücher der Banken reißt.

Aber noch ist es nicht soweit. Derzeit hagelt es sensationell gute Quartalszahlen von Banken weltweit. Vor allem fällt auf, dass gerade die Banken tolle Zahlen melden, die stark im Kapitalmarktgeschäft tätig sind, und eher weniger im Privat- und Firmenkundengeschäft mit Krediten, wo Probleme mit Kreditausfällen drohen, und wo die Banken sich derzeit mehr denn je mühen neue Kundeneinlagen abzuweisen – weil sie selbst sonst Strafzinsen zum Beispiel bei der EZB entrichten müssten.

Banken mit starkem Kapitalmarktgeschäft im Vorteil

Wie gesagt. Wer stark im Kapitalmarktsegment engagiert ist, der feiert die Krise. Zum Beispiel lässt sich derzeit viel Geld machen mit den globalen Schuldenorgien. Wo die Banken zum Beispiel in Europa in den Erstauktionen der staatlichen Schuldenagenturen Staatsanleihen aufkaufen, können sie mutmaßlich schön und entspannt Gewinn machen mit dem Weiterverkauf der Anleihen an die EZB am Sekundärmarkt. Auch in vielen anderen Bereichen des Kapitalmarkts war die letzten Quartale viel los. Man beachte in diesem Zusammenhang die sensationell guten Quartalszahlen von Goldman Sachs vom 14. Oktober. Der Quartalsgewinn konnte gegenüber dem Vorjahresquartal verdoppelt werden (hier die Details). Bei den anderen großen US-Banken gab es keine Katastrophen-Meldungen. Und dann am Dienstag dieser Woche meldete die Schweizer Großbank UBS ebenfalls eine Gewinn-Verdoppelung (hier die Details).

Barclays

Heute nun hat die britische Großbank Barclays ihre Quartalszahlen veröffentlicht. Der Gewinn liegt mit 611 Millionen Pfund gut drei Mal so hoch wie erwartet, und auch dramatisch besser als im Vorjahr. Da war es noch ein Verlust von 292 Millionen Pfund – auch wenn man hier berücksichtigen muss, dass der Verlust aufgrund von Schadenersatzzahlungen an geschädigte Kreditnehmer zustande kam. Dennoch ist heute ein Gewinn, der drei Mal so hoch reinkommt wie erwartet, beachtlich. Außerdem hat Barclays wie viele andere Banken auch im dritten Quartal die Risikovorsorge für mögliche Kreditausfälle deutlich reduziert, nämlich auf 608 Millionen Pfund nach 3,7 Milliarden Pfund in den ersten sechs Monaten des Jahres.

Nordea

Bei der größten skandinavischen Bank Nordea könnte man glatt meinen, dass die Krise zeitlich auf den Kopf gestellt wurde. Auch hier gab es heute Quartalszahlen. Der operative Gewinn steigt binnen Jahresfrist von 875 Millionen auf 1,09 Milliarden Euro. Die Gründe für die guten Zahlen: Einerseits mehr Kreditvergabe-Volumen in der Krise – andererseits nicht mehr vorhandene Belastungen durch Schrottkredite (331 Millionen Euro Belastung im Vorjahresquartal). Dennoch erwartet Nordea für das Gesamtjahr Kreditausfälle von gut einer Milliarde Euro. Es klingt wie ein Witz, dass jetzt Belastungen durch Kreditausfälle weggefallen sind. Aber aktuell wirkt es noch schlüssig. Es werden weltweit auch mit Staatshilfen viele neue Kredite vergeben, wo die Kreditnehmer natürlich erstmal wieder liquide sind und auch die monatlichen Raten einige Zeit lang zahlen können.

Noch sieht es gut aus

Wenn die große Pleitewelle bei Unternehmen denn kommen sollte, dürfte sich die Lage für die Banken verdunkeln. Banken wie Goldman Sachs mit fast null klassischem Privatkundengeschäft könnten auch in einer Pleitewelle gut da stehen, weil man ja keine Kreditausfälle verkraften müsste. Und die deutschen Banken? Die Commerzbank meldet ihre Quartalszahlen am 5. November, die Deutsche Bank am 28. Oktober. Es ist möglich, dass sie schon vorab als Ad Hoc-Meldung ihre Finanzdaten berichten, wenn sie zu stark von den Erwartungen abweichen. Es könnte sein, dass auch die beiden deutschen Großbanken jetzt halbwegs akzeptable Zahlen melden, und dass die bitteren Verluste der Kreditausfälle erst noch anstehen, wenn die Pleitewelle wie von vielen Experten erwartet demnächst einsetzt. Aber es kann vielleicht noch einige Zeit dauern, bis eine Pleitewelle wirklich auf die Quartalszahlen der Banken durchschlägt. Denn bis die Bank wirklich einen Kredit als Verlust abschreibt, muss erstmal der Schuldner den Bach runtergehen, dann gibt es Verhandlungen über Umschuldungen usw. Also, kurzfristig könnten auch Deutsche Bank und Commerzbank noch akzeptable Quartalszahlen melden.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Value-Werte auf der Überholspur

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Es gibt gute Konjunkturindikatoren aus Deutschland und Asien. Laut Markus Koch sind die Value-Werte jetzt auf der Überholspur.

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fashionette: Onlineshop für Luxus-Shopping geht an die Frankfurter Börse

Claudio Kummerfeld

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Bürotürme in Frankfurt

fashionette ist kein normaler Onlineshop für Klamotten und Schuhe. Nein, hier werden nur hochpreisige Handtaschen, Schuhe, Schmuck etc verkauft. Darauf hat sich die Düsseldorfer fashionette AG spezialisiert. Man konzentriert sich auf die Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Nach eigenen Angaben bietet das Portal 11.000 Artikel von 150 Premium- und Luxus­marken, und hat pro Monat mehr als 3 Millionen Seitenaufrufe. Die Umsatzerlöse lagen im Jahr 2019 bei 73 Millionen Euro, und der Gewinn (EBITDA) lag bei 6,8 Millionen Euro. Das entspricht einer Marge von 9,3 Prozent.

Die Deutsche Börse hat heute offizielle Angaben zur Aktienzeichnung und zum ersten Handelstag an der Börse für das Unternehmen veröffentlicht. Die Aktienzeichnung für den Börsengang der fashionette AG (ISIN: DE000A2QEFA1) an der Frankfurter Wertpapierbörse ist heute gestartet und wird voraussichtlich bis zum 27. Oktober andauern. Inklusive der Mehrzuteilungsoption werden bis zu 3.605.000 Aktien angeboten, die Bookbuilding-Spanne liegt bei 30,00 bis 38,00 Euro je Aktie. Der erste Handelstag der fashionette AG im Segment Scale ist laut der Deutschen Börse für den 29. Oktober geplant.

Beim Klick an dieser Stelle finden sie alle Detaildaten zu dieser Emission bei der Frankfurter Börse.

Der Börsengang von fashionette hat einen Gesamtumfang von bis zu 137 Millionen Euro. Aber der Großteil der Papiere werden vom aktuellen Hauptaktionär Genui verkauft, womit ein Großteil der Emission nicht in der Firma landet, sondern an den Altaktionär fließt. Im Unternehmen werden von der Emission wohl 36-46 Millionen Euro ankommen.

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