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Dax-Stimmung: Optimismus, der Geld kostet!

FMW-Redaktion

Der Dax fällt? Kein Problem, dann kaufen wir eben günstiger! Das scheint das Motto der deutschen Dax-Investoren zu sein, vor allem der Profi-Investoren. Denn die Schwäche des Dax scheint diesen Profis keine Angst zu machen, man nutzt offenkundig die Schwäche zum Kauf und sagt sich: wird schon nichts schief gehen. So ein bißchen schief ist es aber gegangen, wodurch diejenigen, die bei deutlich höheren Kursen eingestiegen sind, nun langsam ins Schwitzen kommen dürften. Und wenn sie schwitzen und wenn die Verluste zu groß werden, dann Verkaufsorders in die Tastatur transpirieren – dürfte das dem deutschen Leitindex noch weiteren Abwärtsdruck bescheren..

Doch konkret: die Stimmung der Profis ist geradezu euphorisch, das Lager der Optimisten füllte sich mit einem Zuwachs von satten 10% auf nunmehr 58% deutlich. Die Bären mit kleinen Zugewinnen (1%) auf nun 29% – aber der Ansturm auf das Lager der Bullen ging auf Kosten der Neutralen, die 11% auf nun nur noch 13% verlieren – das ist der geringste Wert seit Anfang Januar!

Etwas weniger wagemutig dagegen die Privatinvestoren, das Bullen-Lager verliert 1% auf nun immer noch stattliche 51%, die Bären legen 6% auf 32% zu, die Neutralen verlieren 5% auf 17%. Das Lager der Neutralen also ist bei Profis und Privaten leer, man hat also eine Meinung. Diese Meinung aber findet Joachim Goldberg eher zu hoffnungsfroh in seinem Kommentar zur Umfrage der Deutschen Börse:


„Mit der heutigen Stimmungserhebung wird klar, dass die Investoren im Großen und Ganzen die jüngsten Umfragen zum Brexit beim DAX bereits eingepreist sehen. Dabei wurden schon vorhandene Kaufengagements in den fallenden Markt sogar erhöht, was angesichts der Tatsache, dass sich der DAX im ganz großen Bild wieder in seiner alten verschachtelten Konsolidierung (etwa 9.450 bis 10.100 Zähler) befindet, zunächst preislich nachvollziehbar erscheint.
Allerdings beunruhigt uns, dass diese Käufe – abgesehen davon, dass vermutlich zu alten Engagements neue Bestände zu tieferen Preisen hinzu gemischt wurden – bislang nicht zu einem heftigeren Aufbäumen des DAX in einem fallenden Markt geführt haben. Damit ist der deutliche Kursverlust des DAX innerhalb des Berichtszeitraums per Saldo zumindest nicht auf heimische Quellen zurückzuführen. Und weil sich der Verdacht aufdrängt, dass sich langfristige Marktteilnehmer (aus dem Ausland) stärker nach unten abgesichert haben, sehen wir den DAX in einem besorgniserregenden Umfeld. Im besten Fall gibt es eine limitierte zwischenzeitliche Erholung, die vor allem die neuen Bullen zu Gewinnmitnahmen nutzen werden. Sollte es jedoch zu weiterem Druck auf die Aktienmärkte kommen, hätten zumindest unsere Investoren nicht allzu viel Munition, um einer stärkeren Abwärtsbewegung etwas entgegenzusetzen.“

Bingo!

Wieder einmal ganz anders die Stimmung der Amerikaner, der amerikanischen Privatinvestoren, die in der AAII-Umfrage ihre Meinung kund taten. Jenseits des Atlantiks ist man viel bärischer, die Schwarzseher und Haar-in-der-Suppe-Finder stellen nun das größte Lager mit 37,5%, ein kräftiger Zuwachs von 9,2%. Die Optimisten verlieren 2,5% auf nun 25,3%, aber die Abwanderung ins Bärenlager geht vorwiegend auf Kosten des lange dominanten Lagers der Neutralen, die 7,2% auf nun 37,2% verlieren.

Die Amerikaner also sind viel skeptischer als die ja bekanntermaßen daueroptimistischen, niemals meckernden Deutschen…



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