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Dax-Stimmung: Profis bleiben skeptisch, Euphorie der Privatanleger verflogen – man ist auf das Schlimmste vorbereitet..

Der Abverkauf des Dax von 13200 Punkten auf zwischenzeitlich unter 12600 Punkte hat mentale Spuren hinterlassen, wie die jüngste Umfrage der Deutschen Börse zur Dax-Stimmung zeigt! So steigt etwa der Anteil der Bären bei den Profi-Investoren mit 44% (+2% zur Vorwoche) auf den höchsten Stand des Jahres, während die Optimisten nur noch 30% der Befragten stellen (-1% zur Vorwoche).

Kalt erwischt hat es offenkundig die zuvor noch so bullischen Privatanleger, bei denen der Anteil der Optimisten um -11% zur Vorwoche auf nun nur noch 32% fällt, während das Bären-Lager um kräftige +13% zur Vorwoche auf nun 49% steigt, womit wiederum der Sentiment-Index auf den niedrigsten Wert seit Juni 2017 fällt!

Was ist da los? Dazu Joachim Goldberg, der zunächst auf die aus Sicht der Marktteilnehmer unerwarteten Ereignisse in Italien zu sprechen kommt und dann die Stimmungslage so zusammenfasst:

„Blickt man indes auf den hiesigen Aktienmarkt, so hält sich der Verlust des DAX im Wochenvergleich in der Punktbetrachtung mit 2,3 Prozent in erstaunlich engen Grenzen. Ein Grund für diesen vergleichsweise wenig spektakulären Kursrückgang des DAX dürfte darin liegen, dass sich die von uns befragten institutionellen, mittelfristig orientierten Investoren bereits seit vier Wochen von ihrer pessimistischen Seite zeigen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Börse Frankfurt Sentiment-Index gegenüber der Vorwoche nur um 3 Punkte auf einen Stand von -14 Punkte nachgegeben hat. Mit anderen Worten: Viele der Befragten waren ohnehin auf einen Rückgang des DAX eingerichtet – auch wenn die Motive dafür ursprünglich anderer Natur gewesen sein dürften. Denn einem Teil der Pessimisten von heute – der Anteil dieser Gruppe befindet sich mit 44 Prozent gleichzeitig auf dem höchsten Stand des Jahres – ging es vor allem darum, ihre Performance durch Ausnutzen von Kursrücksetzern aufzubessern. Diese Motive könnten sich nach den jüngsten Ereignissen in Italien und auch in Spanien (Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Rajoy) geändert haben – man setzt jetzt möglicherweise auf Sicherheit.“

Und Goldberg weiter schlußfolgernd:

„Allerdings erscheint es mittlerweile fraglich, ob die institutionellen Anleger tatsächlich, wie ursprünglich von uns angedacht, ihre Absicherungspositionen bei ca. 12.600 Zählern wieder eindecken werden. Auf jeden Fall wären derartige Rückkäufe für den DAX eine Stütze. Auch lohnt ein Blick auf den Euro, dessen Rückgang während der vergangenen Wochen auch ein Indiz dafür sein kann, dass ausländisches Kapital aus Aktienmärkten der Eurozone abgezogen wurde. Zumindest vermitteln die heutigen Sentiment-Daten, dass der DAX nicht ganz verloren ist.“

Dazu Goldberg auch im Video:


Foto: Deutsche Börse AG



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5 Kommentare

  1. Laut RAI scheint sich derzeit was zu tun im Sinne von Regierungsbildung Lega-5Sterne. Neuwahlen wird es eher nicht geben, aber man weiß ja nie.

    1. @ Colombo Was gibt’s Neues auf RAI? Sieht nicht nach Einigung aus..eher Neuwahlen.
      Sollte Trump geradeeben den Startschuß für eine Kurskorrektur der Märkte mit den Zöllen gegeben haben, ließe sich das Italien-Neuwahlen-Thema im Laufe des Freitags oder vielleicht noch heute recht gut unterbringen…

      1. @Bademeister, laut RAI reden derzeit Salvini(Lega), Di Maio(5 St.) und Conte miteinander. Es geht auch um Savona, der angeblich ein anderes Ministerium bekommen soll. Jedenfalls ist dieser nach Sardinien abgereist. Es schaut momentan NICHT nach Neuwahlen aus, außer es kommt zum Krach. Es scheint alles von Salvini abzuhängen, der in diesem Spiel der Stärkste und Schlaueste ist.
        Eine Bemerkung am Rande: Im Regierungsvertrag steht, daß „goldene Renten“(Politiker, hohe Beamte usw.) von über 5000 Euro monatlich netto beschnitten werden sollen.

        1. …dann lassen wir uns mal überraschen, den FTSE MIB zieht es jedenfalls wieder leicht gen Süden.

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