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Dax-Stimmung: Profis laufen Draghi hinterher..

Redaktion

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Draghis Rede im portugiesischen Sintra war ein „dovisher Hammer“, der scheinbar aus dem Nichts kam – umso impulisver die Reaktion des Dax auf die Aussagen Draghis, die erneut Tür und Tor geöffnet haben für eine Neuauflage des QE oder gar Zinssenkungen. Nun wissen wir inzwischen, dass Draghi hier einen Alleingang geritten hat – aber für die Märkte ist eben Draghi die entscheidende Figur, selbst wenn er bald seine Amtszeit beenden wird. Wenn der Maestro dann eine „whatever it takes“-Rede 2.0 hält, dann müssen vor allem die Profis den Geldströmen folgen – und das taten sie auch!

Das zeigt sich in der neuesten Sentiment-Umfrage der Deutschen Börse: noch vor einer Woche gab es dort mit 41% ein Allzeithoch bei den Neutralen, also den Unentschlossenen. Es war dann wahrscheinlich Draghi und die Dax-Reaktion, die das Lager der Neutralen um -17% auf nun nur noch 24% lichtete, während das Camp der Bullen +16% auf 43% zulegen konnte. Die Bären stellen mit +1% zur Vorwoche nun 33% der Befragten.

 

Joachim Goldberg erklärt die Entwicklung bei den Profi-Investoren einleuchtend:

„Dabei hat die Gruppe der Bullen im Großen und Ganzen von Zuwanderern aus der Gruppe vormals neutral gestimmter Akteure profitiert, die bekanntlich in der Vorwoche mit einem Anteil von 41 Prozent aller Befragten ein Allzeithoch erreicht hatte. Die Entwicklung des DAX seit unserer vergangenen Erhebung zeigt, dass wahrscheinlich nur ein Teil dieser Investoren in die leichte DAX-Schwäche zur gestrigen Eröffnung unter der 12.000er Marke hineingekauft hat. Der Großteil dürfte wahrscheinlich der Marktentwicklung hinterher gelaufen sein, als EZB-Präsident Mario Draghi mit seinem überraschenden Statement aufwartete, die ohnehin schon expansive Geldpolitik in der Eurozone, falls erforderlich, weiter zu lockern.“

 

Goldberg geht auf den extremen Pessimismus der Profinvestoren ein, die die aktuelle Umfrage der Bank of America Merrill Lynch gezeigt hatte:

 

„Haben sich die internationalen Fondsmanager regelrecht in eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale hineingehandelt? Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man sich das Ergebnis der jüngsten BofA Merrill Lynch-Umfrage vor Augen führt, die zwischen dem 7. und 13. Juni erhoben wurde. Denn die internationalen Fondsmanager sind so bearish wie seit der Finanzkrise im Jahr 2008 nicht mehr. Netto 21 Prozent gaben an, in Aktien untergewichtet zu sein. Nicht nur handelt es sich dabei um die stärkste Untergewichtung seit März 2009 – dem Monat, in dem die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks ihr tiefstes Niveau infolge der Finanzkrise markierten. Gleichzeitig ist die Kassequote der Fondsmanager auf 5,6 Prozent (Europa 5,1 Prozent) gesprungen und damit so hoch wie zuletzt im August 2011.“

 

Die Privatanleger sind dagegen scheinbar recht unbeeindruckt von den draghischen Versprechungen: hier gewinnen die Bullen 3% hinzu auf nun 40%, noch stärker zulegen können jedoch die Bären mit +5% auf nun 39%.

 

Was bedeutet das nun für den Dax? Joachim Goldberg sieht den Index bei ca. 12500 Punkte „gedeckelt“:

„Insbesondere die Sentiment-Entwicklung bei den institutionellen Akteuren zeigt, dass man sich möglicherweise aufgrund der starken Entwicklung des DAX am gestrigen Handelstag zum Kaufen gezwungen gefühlt haben mag. Zwar ist der derzeitige Optimismus nicht überbordend, aber überwiegend hausgemacht. Denn, so zeigt die vorgenannte BofA Merrill Lynch-Umfrage, die internationalen Investoren waren vor einigen Tagen in Aktien der Eurozone noch recht deutlich (netto 8 Prozent aller Befragten) untergewichtet. Tatsächlich ist der jüngste heimische Optimismus auf Sicht von sechs Monaten sogar relativ gering. Allerdings glauben wir nicht, dass die neuen Optimisten – es handelt sich immerhin um 16 Prozent aller Befragten – dem DAX nachhaltig treu bleiben werden. Denn bereits kurz oberhalb des bisherigen Jahreshochs (ca. 12.500 Zähler) dürften deren Gewinnmitnahmen das in sich stabile Börsenbarometer belasten.“

Abschließend Joachim Goldberg mit seiner Video-Einschätzung zur Stimmung der Investoren:

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