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Dax-Stimmung: Profis realisieren Verluste, Privatanleger wieder euphorisch

FMW-Redaktion

Die Profis unter den Dax-Investoren scheinen offenkundig Verluste realisiert zu haben! Die bombige Stimmung unter den institutionellen Anlegern seit Jahresbeginn war auffällig, das Ganze schien streng nach dem Modus „Hoffnung“ zu funktionieren getreu dem Motto: die Märkte sind irgendwann doch immer irgendwie gestiegen – also wird das auch diesmal so sein. Und so hofften und zitterten sie, nachdem die Long-Positionen offenkundig immer weiter unter Wasser geraten waren.

Nun aber zeichnet sich ab, dass einige Profis inzwischen die Reißleine gezogen haben, wie aus der neuesten Sentiment-Umfrage der Deutschen Börse hervorgeht: demnach sank der Anteil der Bullen unter den Profis um satte 9% auf nun nur noch 45%. Fast alle „Renegaten“ aus dem Bullenlager wechselten ins Lager der Neutralen, das um 8% auf 23% zulegt. Fast unverändert dagegen das Lager der Pessimisten mit einem Anstieg von 1% auf nun 32%. Damit hat sich die Stimmung gewissermaßen bereinigt, nachdem die Stimmung schlicht zu bullisch war für nachhaltige Anstiege beim Dax.

Anders die Lage bei den Privatanlegern – man könnte es so zusammenfassen: sie haben eine klare Meinung. Diese Meinung ist überwiegend optimistisch, das Lager der Bullen füllt sich um kräftige 10% auf nun 58%. Die Privatanleger waren zuletzt deutlich skeptischer gewesen als die Profis (zurecht, wie sich erwiesen hatte), nun also wieder eine bessere Stimmung als bei den Institutionellen. Aber auch das Bärenlager kann bei ihnen deutlich zulegen, und zwar um 7% auf nun 38%. Die Anstiege bei den Optimisten und den Pessimisten gehen logischerweise auf Kosten der Neutralen, die nur noch sehr geringe 4% stellen – das ist nahe historischen Tiefs!

Insgesamt ist damit die Sentiment-Ausgangslage für den Dax etwas verbessert, weil die Profis, die aufgrund des von ihnen bewegten Volumens wichtiger sind für den Index, ihre Euphorie verloren und Verluste realisiert haben. Noch aber ist die Stimmung insgesamt viel zu optimistisch, als dass eine starke Rally daraus entstehen könnte – diese werden bekantlich meist an Stimmungstiefs geboren.

In den USA sind die Privatanleger gemäß neuester AAII-Umfrage nun etwas weniger pessimistisch als noch in den letzten Wochen: so fiel der Anteil der Bären um 6,4% auf nun 31,4%, die Bullen legten um 3,6% zu auf nun 31,2% – also eine ausgeglichene Partie. Das Lager der Neutralen ist, ganz anders als in Deutschland, das Stärkste mit 37,4% und damit einem Anstieg zur Vorwoche von 2,8%.



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